Social Media

So hat Melanie Müller die Liebe übers Internet gefunden

Die Mendenerin Melanie Müller (42) und Wolfgang Hirschel (48) haben sich über Facebook kennengelernt. Seit rund dreieinhalb Jahren sind die beiden inzwischen ein Paar und sie sagen: Die Liebe übers Netz funktioniert.

Die Mendenerin Melanie Müller (42) und Wolfgang Hirschel (48) haben sich über Facebook kennengelernt. Seit rund dreieinhalb Jahren sind die beiden inzwischen ein Paar und sie sagen: Die Liebe übers Netz funktioniert.

Foto: Tobias Schürmann

Menden.   Ihre Liebe ist nur ein paar Klicks entfernt. Doch bis zum ersten Treffen dauerte es für die Mendenerin Melanie Müller noch eine ganze Weile.

Bei der Ostereiersuche geht es normalerweise ums Suchen und Finden. Was aber, wenn man nicht sucht und trotzdem fündig wird? So war es zumindest bei der Mendenerin Melanie Müller und Wolfgang Hirschel. Sie haben sich über das Internet kennen und lieben gelernt.

Ihre Liebesgeschichte beginnt vor rund dreieinhalb Jahren; im September 2015. „Das war ganz lustig“, erinnert sich Müller. Alles begann mit Nachrichten in einer Facebook-Gruppe und einem einfachen Guten Morgen oder Guten Abend. „Das hat sich dann immer weiter entwickelt, aber sehr langsam“, sagt Hirschel. Denn eigentlich hatte der 48-Jährige „die Nase voll von Frauen“. Seine Ehe war gescheitert und wirklich auf der Suche nach einer neuen Liebe war er nicht. „Das ganze hat sich aber anders entwickelt“, sagt er und lacht.

Kinder mit einbezogen

Gesucht, so sagen es beide, hätte sie „definitiv nicht“. Und ohnehin: Im Internet seien doch sowieso alle böse. Man höre ja immer wieder Geschichten darüber. Genau so schnell wie die Liebe übers Netz gefunden ist, ist sie auch schon wieder zu Ende – eine Beziehung im Schnelldurchlauf sozusagen. „Das ist anscheinend Mode“, sagen beide. Nicht so aber für sie. Statt aufzugeben und die Liebe schnell wieder „wegzuschmeißen“ gelte es, gemeinsam einen Weg zu finden und an der Beziehung zu arbeiten.

Erfahrungen mit einer Bekanntschaft übers Netz hatten beide zuvor nicht. Als plötzlich das Online-Profil von Melanie Müller verschwindet, glaubt Hirschel schon daran, etwas falsches gesagt zu haben. Doch in Wirklichkeit hatten Unbekannte nur das Konto Müllers gehackt. Knapp ein halbes Jahr lang schreiben beide miteinander, bevor es zum ersten persönlichen Treffen kommt. Das sollte aber sicherheitshalber in der Öffentlichkeit stattfinden. Bei einem Konzert in Bochum. Als Unterstützung

haben beide ihre Kinder dabei. „Ich hab’ mir dann gesagt, ich warte solange am Ausgang, bis sie mir über den Weg läuft“, erinnert sich Hirschel. Und sein Plan sollte aufgehen. Weitere Treffen und Nachrichten über das Internet folgen. Beide seien da eher „altmodisch“. Doch ganz einfach ist es nicht. Denn inzwischen gilt es eine große Patchwork-Familie unter einen Hut zu bekommen. Und die Sprösslinge waren es dann auch, die für Hirschel und Müller den Ausschlag gegeben haben, es doch zu probieren. „Die Kinder waren beteiligt, über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden, geht nicht“, sind sich beide einig. Und der Familienrat hat in beiden Fällen positiv entschieden. Dazu gehörte auch, den künftigen Partner Müllers zu googlen und gründlich zu durchleuchten. „Meine Jungs passen eben gut auf mich auf“, sagt die 42-Jährige und lacht. „Wir haben die beiden zusammen gesehen und gedacht: Die müssen zusammenkommen“, erinnert sich Müllers Tochter Gillian. Die 15-Jährige gerät bei der Liebesgeschichte ihrer Mutter noch immer ins Schwärmen. „Ich bin glücklich, dass sie zusammengekommen sind und ich meine Mutter wieder glücklich sehe“, sagt die Schülerin. Inzwischen sei es so, als ob Wolfgang schon immer da gewesen wäre.

Großveranstaltung geplant

Überzeugt habe schlussendlich die offene Art und „wie er mit mir umgegangen ist“. Und auch die Zukunft planen beide bereits. Hirschel, der im Münsterland lebt und arbeitet, will mittelfristig auf jeden Fall in Richtung Hönnestadt ziehen. In der Zwischenzeit pendelt er jeden Mittwoch und an den Wochenende nach Menden. „Der Mittwoch ist nur für uns, am Wochenende ist dann Familienzeit“, erklärt Müller. So hätten es die Kinder auch entschieden. „Das ist wichtig, damit sie auch Zeit für sich haben und Sachen besprechen können“, sagt Gillian. Und trotz – oder gerade wegen – ihrer Fernbeziehung unterscheiden sich Müller und Hirschel nicht von anderen Paaren. Spaziergänge, Kinobesuche, oder schwimmen gehen steht meist auf dem Programm. Dabei hätten beide das Gefühl, die Zeit würde rasen.

Nach Ostern soll es dann die erste familiäre Großveranstaltung geben. Es soll zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum (MPS) in den Dortmunder Fredenbaumpark gehen. Darauf würden alle hinfiebern, wie sie sagen.

Und wie sieht es mit einem Gang vor den Traualtar aus? Das sei durchaus möglich, sagen Hirschel und Müller. „Ich bin so erzogen worden, dass das auch irgendwann dazu gehört“, erklärt der 48-Jährige. Bis dahin lassen sie es aber weiter langsam angehen – und freuen sich schon auf den nächsten Mittwoch.

Noch mehr Fotos, Videos und Nachrichten aus Menden und Umgebung finden Sie hier.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben