Stopp für Gespräche verlangt

SPD fordert: Stadt Menden darf kein Campus-Betreiber werden

Wird am letzten Juni-Wochenende teileröffnet: das Industriemuseum auf Gut Rödinghausen.

Wird am letzten Juni-Wochenende teileröffnet: das Industriemuseum auf Gut Rödinghausen.

Foto: Arne Poll

Menden.   Auf keinen Fall soll die Stadt Menden für den „Campus für digitale Kreativität“ in eine finanzielle Verantwortung kommen, fordert die SPD.

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Auf keinen Fall soll die Stadt Menden Pächter, Betreiber oder Träger des „Campus’ für digitale Kreativität“ auf dem Gelände des Gutes Rödinghausen werden: So lautet ein Antrag von Partei und Fraktion der SPD an Bürgermeister Martin Wächter. Der „Campus“ ist, wie berichtet, das erste mit Unterstützung des Stadtrates an den Start gebrachte Mendener Digitalprojekt zum Förderprogramm „Regionale 2025“ unter Beteiligung der Universität Siegen. Der Campus soll in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Gutsmuseum Rödinghausen einen Mix aus Bildung, Kunst und Forschung zur Digitalen darstellen,

Bedingungen des Erbpachtgebers?

Den gegen die feste Beteiligung der Stadt gerichteten Antrag an den Bürgermeister unterzeichneten der SPD-Fraktionsvorsitzende Gisbert Gutberlet und der stellvertretende Vorsitzende des Ortsvereins Menden, Sebastian Meisterjahn. Hintergrund ist nach WP-Informationen offenbar der Eindruck, dass der Vertreter des Erbpachtgebers für das Gutsmuseum, des Grafen von Dücker, genau diese Bedingung stellen will, um dem Campus-Projekt seinen Segen zu geben.

Zuletzt war die Erbpachtgeberseite von OBO-Seniorchef Ulrich Bettermann zum wiederholten Male öffentlich aufgefordert worden, die hohen Investitionen der Stadt in das Museum durch eine Schenkung oder das Erlassen der Pacht zu honorieren. Reaktionen darauf blieben bis heute aus.

Etwaige Gespräche „einstellen“

Ihren Antrag verbinden die Sozialdemokraten mit der Frage an Bürgermeister Martin Wächter, ob – und wenn ja, auf welcher Grundlage – derzeit Gespräche oder Verhandlungen zu Grundstücken am und um das Gut Rödinghausen herum mit dem Grundstückseigentümer liefen. Sollte dies der Fall sein, so beantragt die SPD-Fraktion, diese bis zur Entscheidung der weiteren Vorgehensweise im zuständigen Ausschuss „einzustellen“.

Menden noch immer im Stärkungspakt

Die Fraktion sehe derzeit keine Grundlage für Gespräche zur Anpachtung weiterer Grundstücksflächen am Gut Rödinghausen. Die Initiatoren des geplanten „Campus für digitale Kreativität“ hätten ihr bevorzugtes Betreiberkonzept noch nicht vorgestellt, und bis zur Vorstellung sollten keine Verhandlungen über eine etwaige Ausweitung des Pachtvertrages am Gut Rödinghausen geführt werden, meint Fraktionschef Gisbert Gutberlet: „Menden ist noch immer Stärkungspaktkommune, und es handelt sich bei diesem Vorhaben um eine freiwillige Leistung“.

Daher werde eine zukünftige finanzielle Beteiligung der Stadt Menden an diesem Projekt aufgrund der nicht vorliegenden Kostenangaben ausgeschlossen.

Empörung über „Passagen“-Kosten

Nach Informationen der WP hat es in der SPD bereits mächtig gebrodelt, als diese Zeitung bekanntmachte, dass auch die Kosten für das Kunstfest „Passagen“ im Herbst noch nicht benannt werden konnten. Der Unwille, sich als Stadt am „Campus“ zu beteiligen, sei dann noch gewachsen, als von einer Forderung des Erbpachtgebers die Rede war, dass die Stadt für den „Campus“ mehr übernehmen soll als eine ideelle Unterstützung bei der Regionale-Bewerbung.

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