Lärmaktionsplan

Stadt fragt nach lauten Straßen und ruhigen Orten in Menden

Lärm kann nerven - und sogar krank machen.

Lärm kann nerven - und sogar krank machen.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Menden.   Wo nervt Verkehrslärm in Menden? Und wo gibt es ruhige Gebiete? Das fragt die Stadt ihre Bürger im Zuge der Aktualisierung des Lärmaktionsplans.

Lärm kann ziemlich auf die Nerven gehen. Vor allem dann, wenn man ihn selbst nicht abstellen kann. Verkehrslärm gehört unbestritten dazu. Die Stadt Menden hat deshalb einen Plan erarbeitet, wie Lärm an Hauptverkehrsstraßen gemindert und bislang ruhige Gebiete weiterhin geschützt werden können. Die heimische Politik hat sich bereits mit dem Thema beschäftigt, jetzt sind auch und vor allem die Mendener Bürger gefragt. Denn sie sollen den von Stadt und Politik auf den Weg gebrachten Plan unter die Lupe nehmen und darüber hinaus weitere Anregungen geben.

Der Plan

Mit so genannten Lärmaktionsplänen sollen Städte und Gemeinden ein Konzept zum Abbau von Lärmbelastungen entwickeln. Grundlage dafür sind Lärmkarten, die das Landesumweltamt (LANUV) für Städte und Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern erstellt (www.umgebungslaerm.nrw.de) und die alle fünf Jahre überarbeitet werden. Die Karte erfasst die Lärmbelastung der Anwohner, zum Beispiel an viel befahrenen Straßen und Eisenbahnstrecken. Auf Grundlage dieser Lärmkarten erstellen und aktualisieren die Kommunen ihre Lärmaktionspläne – darin werden Maßnahmen aufgelistet, die kurz-, mittel- oder langfristig umgesetzt werden könnten, um Lärmbelastung zu reduzieren. Aktuell steht die dritte Stufe des Lärmaktionsplanes für Menden an. Die Aktualisierung bezieht sich ausschließlich auf Bundes- und Landstraßen.

Maßnahmen

Bei den Maßnahmen handelt es sich vor allem um den möglichen Einbau lärmmindernder Fahrbahnbeläge. In einzelnen Bereichen sollen Kreisverkehre für einen stetigen Verkehrsablauf sorgen. In weiteren Straßen wird durch Markierung von Radverkehrs-Schutzstreifen die Distanz zwischen fließendem Verkehr und Häuserfassaden vergrößert. Als kurzfristige Maßnahmen werden in dem Konzept beispielsweise vorgeschlagen:
Bau eines Kreisverkehrs an der Einmündung Iserlohner Landstraße / Am Vogelsang, mit dem im Sommer dieses Jahres begonnen werden soll.
Der Abschnitt der Fröndenberger Straße bis Franz-Kissing-Straße soll – wie bereits an der Balver Straße geschehen – einen Schutzstreifen für Fahrradfahrer erhalten.

Für die B 7 (von der Friedrichstraße in Schwitten bis zur Stadtgrenze) könnte eine Einzelfallprüfung Tempo 50 im Bereich Schwitten erfolgen.
Werler Straße (bis Grimmestraße): Parkstreifen auf östlicher Seite und Schutzstreifen; Einbau lärmoptimierter Straßenbelag (muss durch Straßenbaulastträger geprüft werden).

Ruhige Gebiete

Neben der Lärmminderung für belastete Bereiche geht es auch um die Identifizierung ruhiger Gebiete. Diese sollen im Sinne der Lärmvorsorge vor einer Zunahme von Lärm geschützt werden. Die Verwaltung hat daher das Stadtgebiet mit Blick auf das Vorhandensein potenzieller ruhiger Gebiete überprüft. Als Kriterien wurden dabei Abstände zu Lärmquellen wie Bundes- und Fernstraßen sowie Gewerbegebieten betrachtet, aber auch die Lage und Nutzung der Flächen als Grünflächen, Waldflächen usw. Auf jeden Fall sollten die Gebiete öffentlich zugänglich und möglichst für viele Naherholungssuchende fußläufig erreichbar sein. Und sie sollen keinem relevanten Verkehrs-, Industrie-, Gewerbe- oder Freizeitlärm ausgesetzt sein. Im Ergebnis hat die Verwaltung fünf schützenswerte Gebiete vorgeschlagen, die allesamt als Naherholungsgebiete dienen:
Waldgebiet Waldemei (370 Hektar groß);
Waldgebiet Rothenberg (230 Hektar);
Halinger Heide (160 Hektar): landwirtschaftliche Fläche und naturnaher Laub- und Mischwald (dort befinden sich auch die ehemaligen Klärschlammteiche des Ruhrverbandes, die, wie die WP bereits berichtete, zu einem Biotop entwickelt werden sollen);
Waldgebiet Sundern (130 Hektar): Waldgebiet in Hüingsen mit naturnahem Laub- und Mischwald;
Waldgebiet Berkenhofskamp (gut 40 Hektar).

Bürgerbeteiligung

Die Stadtverwaltung hat den Entwurf des Lärmaktionsplans Stufe 3 mit den Maßnahmen zur Reduzierung der Lärmproblematik an Bundes- und Landstraßen und der Ausweisung von ruhigen Gebieten im Stadtgebiet im Internet veröffentlicht (www.menden.de). Der Entwurf kann auch im Rathaus, (Raum A 310 und C 333) eingesehen werden. Bis zum 18. April können Bürger Anregungen und Bedenken vortragen. „Es geht dabei ganz grundsätzlich um Verkehrslärm in Menden“, erklärt Stadt-Sprecher Johannes Ehrlich. Auch weitere Vorschläge zu ruhigen Gebieten würden aufgenommen.

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