Regionale-Projekt

Stadt Menden sieht Planungssicherheit für Digitalen Campus

Das Grundstück aus der Vogelperspektive. Für den Campus würde die Weide im Dreieck zwischenGutshof und Bundesstraße benötigen, damit dort ein Parkplatz entstehen kann. Der Reiterhof befindet sich unten links am Bildrand.

Das Grundstück aus der Vogelperspektive. Für den Campus würde die Weide im Dreieck zwischenGutshof und Bundesstraße benötigen, damit dort ein Parkplatz entstehen kann. Der Reiterhof befindet sich unten links am Bildrand.

Foto: Hans Blossey / Bearbeitung: T. Dierkes

Menden.   Ein Teil der Flächen wurde gerade erst bis 2027 verpachtet. Dennoch sieht die Stadt Planungssicherheit für den Digitalen Campus ab 2021.

Die Stadtverwaltung zeigt sich zuversichtlich, dass der Digitale Campus trotz eines neu geschlossenen Pachtvertrags für den Reiterhof auf Gut Rödinghausen verwirklicht werden kann. Thomas Höddinghaus, der das Projekt bei der Stadtverwaltung koordiniert, kündigt Gespräche mit der Grundstücksverwaltung an. Das Grundstück gehört der gräflichen Familie Freiherr-von-Dücker-Plettenberg und wird von einer Mendener Kanzlei verwaltet. Die WP hatte am Dienstag über die neue Pächterin des Reiterhofs berichtet, die sich mit einem neuen Pachtvertrag bis 2027 auf der sicheren Seite sieht.

Die Macher des Projektes behaupten, dass dieser Pachtvertrag Ausstiegsklauseln beinhaltet, so dass für den Digitalen Campus Platz geschaffen werden könne. Höddinghaus zeigte sich auf WP-Nachfrage überrascht von der Nachricht der Neuverpachtung, bezieht sich aber auf Aussagen aus einer E-Mail, die durch mehrere Hände ging und ursprünglich von der Grundstücksverwaltung stammen soll. „Darin heißt es ganz klar, dass es ein Sonderkündigungsrecht gibt“, sagte Höddinghaus später auch im öffentlichen Teil des Fachausschusses. Eine WP-Nachfrage in der Kanzlei blieb bislang unbeantwortet.

Weide soll Parkplatz werden

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Umsetzung des Campus-Projektes nicht in Gefahr. Ohnehin sei ein Großteil des Reiterhofes erst für den zweiten Bauabschnitt des Campus-Projektes vorgesehen, sagt Thomas Höddinghaus. Auf der Grundfläche eines großen Stalls soll ein Gästehaus entstehen. Dafür müsse aber ohnehin noch ein Betreiber gefunden werden. Auch die heutige Reithalle soll später Campus-Gebäuden weichen. Dringend benötigt würde allerdings schon zum Start die große Weidefläche im Bereich der Bundesstraße. Diese soll zum Parkplatz für Museum und Campus werden. „Natürlich ist dieser Parkplatz essenziell für das Projekt“, sagt Höddinghaus.

Warten wolle die Stadtverwaltung aber sicher nicht auf das Jahr 2027. Letztlich stehe das Ziel, dass ab 2021 mit der Umsetzung des Projektes begonnen werden kann, erklärt Höddinghaus. Der Digital-Campus ist als Projekt bei der Regionale 2025 angemeldet. Über dieses Programm der Südwestfalen-Agentur sollen zukunftsweisende Projekte in der Region mit Fördermitteln realisiert werden. Im Rahmen des Bewerbungsprozesses hat das Projekt gerade den ersten von drei erforderlichen Sternen erhalten. Das Verfahren dauert noch an.

Gespräche mit Verwalter geplant

Höddinghaus kündigt an, Ende des Monats selbst Gespräche mit der Grundstücksverwaltung des Eigentümers führen zu wollen, um dann auch gegenüber den politischen Gremien klare Aussagen zur Verfügbarkeit der Flächen geben zu können. Eine Zusammenarbeit mit dem Reiterhof bei der Konzeptionierung des Campus-Projektes schließt er allerdings aus. „Wir wollen den Umfang des Campus’ überschaubar halten.“ Die neue Pächterin hatte im WP-Gespräch gesagt, dass sie sich eine Zusammenarbeit mit dem Museum gut vorstellen kann.

Im politischen Raum kam am Dienstagabend Kritik an Thomas Höddinghaus auf, weil er sich öffentlich zu Verträgen Dritter geäußert habe. Dieses Vorgehen wird als höchst ungewöhnlich gewertet, zumal die Stadt selbst mit Verträgen, an denen sie selbst beteiligt ist, eher zurückhaltend umgeht.

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