Zu kompliziert

Stadt traut sich keine Kostenschätzung für Bürgerhaus zu

Architektenwettbewerb Bürgerhaus

Foto: Thomas Hagemann

Architektenwettbewerb Bürgerhaus Foto: Thomas Hagemann

Menden.   Wasser auf die Mühlen der Kritiker: Die Stadtverwaltung sieht sich aktuell nicht in der Lage, die Kosten fürs Bürgerhaus zu benennen.

Die Stadtverwaltung sieht sich nicht in der Lage, die Kosten für einen Neubau des Bürgerhauses zu schätzen. „Der aktuelle Planungsstand bietet keine verlässliche Grundlage für die gewünschte Kostensicherheit“, erklärt Bürgermeister Martin Wächter (CDU). Wächter erklärt, dass durch die Vergabe an einen Generalunternehmer kein Vorteil zu erwarten sei: „Das wirtschaftliche Risiko verbleibt bei der Stadt.“ Gleichzeitig erklären auch die Architekten des Siegerentwurfs, dass ihr Neubau zum einst veranschlagten Preis von 3,8 Millionen Euro nur möglich sei, wenn auf Räume und Umfang verzichtet werde.

Wächter: Fördersumme wird geprüft

Die Stadtverwaltung verfügt aktuell über eine Förderzusage in Höhe von gut drei Millionen Euro. Das sind 80 Prozent der ursprünglich veranschlagten Summe. Die Höhe der Förderung werde noch einmal durch die Bezirksregierung überprüft, erklärt Wächter. Dafür müsse aber zunächst die weitere Planung beauftragt werden, um eine neue Kostenschätzung zu erhalten. Auch die Politik könne durch Entscheidungen den Preis des Baus noch beeinflussen.

Alle Fraktionen bis auf die Linken hatten zuletzt aber vehement darauf gedrängt, sowohl für die späteren Betriebskosten als auch für die Baukosten eine detaillierte Kostenschätzung zu erhalten. Das Projekt steht wegen nicht abschätzbarer Kosten in der Kritik. Vor allem CDU und FDP vermissen ein Konzept für die spätere Nutzung. Gleichzeitig wurden aber Gelder für die weitere Planung genehmigt.

Der Architektenwettbewerb für das Bürgerhaus hat bislang 195 000 Euro gekostet. Dazu kommen 180 000 Euro Planungskosten, jeweils mit 70 bis 80 Prozent gefördert. Die Entscheidung über den Bau selbst steht noch aus.

Die Architektengemeinschaft aus dem Mendener Büro Simon-Hilker und dem Braunschweiger Thomas Möhlendick erklärt, dass eine „Optimierung“ des Planentwurfs möglich sei, eine Deckelung der Kosten auf die ursprünglich veranschlagten 3,8 Millionen Euro aber nicht. Bei den Baukosten sei ursprünglich mit 1450 Euro pro Quadratmeter schon „ein mittlerer bis niedriger Standard“ angesetzt worden, betont Architekt Thomas Möhlendick. Bei den zum Einsatz kommenden Materialien sehe er deshalb kein signifikantes Einsparpotenzial. Über das Raumprogramm lasse sich aber reden.

Wächter bleibt dabei: „Der geplante Standort des Bürgerhauses in zentraler Lage der Innenstadt stellt in Verbindung mit der Nutzungsverbesserung eines funktional und baulich mangelhaften städtischen Gebäudes eine sehr gute Lösung zur Verwirklichung der Zielsetzung dar.“

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