Anwohnerklage

Stinkt das Deutag-Werk in Menden? Gutachter soll klären

Steht in der Kritik von Anwohnern, weil es in Hüingsen immer wieder starke Geruchsbelästigungen verursachen soll: das Asphaltmischwerk der Deutag im Hüingser Ohl.

Steht in der Kritik von Anwohnern, weil es in Hüingsen immer wieder starke Geruchsbelästigungen verursachen soll: das Asphaltmischwerk der Deutag im Hüingser Ohl.

Foto: Yasser Aboshaeer

Menden/Arnsberg.  Stinkt das Deutag-Werk in Menden-Hüingsen so stark, dass man juristisch einschreiten muss? Diese Frage soll jetzt ein Sachverständiger klären.

Auch nach dem ersten Termin vor dem Landgericht Arnsberg geht der Streit um das Deutag-Asphaltwerk an der Ohlstraße in Hüingsen weiter. Jetzt soll ein Gutachter feststellen, ob eine Klägerin aus Hüingsen Recht bekommt, die immer wieder einen nach ihrem Empfinden „unerträglichen Gestank“ wahrnimmt. Die Anliegerin hatte Klage gegen das Unternehmen erhoben. Sie berichtet von massiven Gesundheitsproblemen durch das Einatmen von Asphaltimmissionen. Die Geruchsbelästigungen gebe es bereits seit 2016.

Deutag bestreitet häufige Immissionen in Umgebung des Mischwerks

Die Deutag, die zur Basalt AG gehört, bestreitet die beschriebenen Gerüche etwa nach verbranntem Asphalt. Strittig ist auch, ob das Haus der Klägerin zu weit entfernt vom Werk und ob es in einem reinen Wohngebiet liegt. Der Konflikt war bereits Thema in städtischen Umweltausschuss, als es noch um die Nachtfahrtgenehmigung für den Lieferverkehr zum Mischwerk ging, ohne dass die Politik hierzu eine Lösung fand.

Wegen Corona kaum Öffentlichkeit vor Gericht zugelassen

Am heutigen Freitag fand nun die Verhandlung vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts Arnsberg statt – aus Gründen des Coronaschutzes nahezu ohne Beteiligung der Öffentlichkeit. Auch acht geladene Zeugen mussten wieder ausgeladen werden. Am Ende erklärte Richter Schröder nach Angaben der Pressestelle, dass jetzt ein Gutachten zur Häufigkeit von Geruchsbelästigungen in der Umgebung des Werks erstellt werden soll. Zu Intensität und Art der Gerüche müsse im Zweifel ein Ortstermin abgehalten werden.

Gretchenfrage lautet: Was ist eine „erhebliche“ Geruchsbelästigung?

Laut Gesetz bestünde auf Seiten der Klägerin ein Anspruch auf Nachbesserungen durch das Werk, wenn eine „erhebliche“ Belästigung besteht. Die Definition, was als „erheblich“ anzusehen ist und was nicht, hat nach Angaben der Sprecherin dann das Gericht einzuschätzen.

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