Wirtschaft

Unternehmen Honsel: Bekenntnis zum Standort Fröndenberg

Das Fröndenberger Unternehmen Honsel am Firmensitz in Westick. Im vergangenen Jahr ist eine neue Logistikhalle in Betrieb genommen worden. Die Logistikhalle läuft halbautomatisch.

Das Fröndenberger Unternehmen Honsel am Firmensitz in Westick. Im vergangenen Jahr ist eine neue Logistikhalle in Betrieb genommen worden. Die Logistikhalle läuft halbautomatisch.

Foto: Tobias Schürmann

Westick.  Das Fröndenberger Unternehmen Honsel investiert weiter in der Ruhrstadt. VW und andere Automobilhersteller beziehen ihre Teile aus Fröndenberg.

Das Fröndenberger Unternehmen Honsel investiert massiv am Firmensitz in Westick.

Es ist ein Bekenntnis zum Standort Fröndenberg und macht gleichzeitig deutlich, warum die Ruhrstadt deutlich besser gelegen ist, als man denken mag.

Richtfest mit den Mitarbeitern

Rund neun Millionen Euro hat Honsel in den vergangenen drei Jahren im Westicker Industriegebiet investiert. 2018 ist eine neue Logistikhalle aus dem Boden gestampft worden, nun kommen zwei Stockwerke am Bürogebäude hinzu. Dabei ist die frühere Logistikhalle erst 2014 gebaut worden. „Wir haben aber festgestellt, das reicht nicht für die nächsten zehn Jahre“, erklärt der kaufmännische Leiter Horst Ostermann. Für das jüngste Bauprojekt, das am vergangenen Freitag Richtfest feierte, ist sogar extra der Bebauungsplan geändert worden, wie Geschäftsführer Tim Siepmann erklärt. Denn eigentlich sei das so in einem Industriegebiet nicht möglich.

Es geht rüber in die Logistikhalle. Das Prunkstück des Unternehmens sozusagen. Doch die sieht auf den ersten Blick nicht danach aus. 43 Meter lange Holzbalken zieren die Decke der Halle. Die Idee, beim Bau auf Holz statt Stahl zu setzen, ist spontan entstanden. „Holz ist brandschutztechnisch aber besser“, sagt Geschäftsführer und Technischer Leiter Thomas Tschorn. Holz verbrenne zwar, bis das der Fall ist, wäre aber jeder Stahlträger bereits geschmolzen.

Angespannte Marktlage

Spezialisiert ist das Unternehmen vornehmlich auf die Automobilindustrie. „Und da haben wir in den letzten Jahren einen ganz guten Job gemacht“, konstatiert Geschäftsführer Tim Siepmann – und das trotz einer angespannten Marktlage in der Automobilbranche. Konzentriert habe man sich zuletzt vor allem auf die Bereiche Vertrieb und Entwicklung. „Um unserer Expertise Rechnung zu tragen“, sagt Siepmann. Das mache sich auch bei der Produktion bemerkbar. Der Fertigungsprozess – galvanische Beschichtung ausgenommen – findet vollumfänglich in Westick statt.

Ein halbautomatischer Stapler fährt zwischen den Regalen her. Ein Mitarbeiter überwacht die Maschine noch. 1500 Palettenstellplätze in den Gängen wollen schließlich befüllt und entladen werden. In der 2200 Quadratmeter großen Logistikhalle ist auch die Kommissionierungsstelle angesiedelt. Auf den abgepackten Tüten mit Schrauben, Federn und Co. prangt das Siegel: „100 Prozent Kamera geprüft“. Manche Honsel-Kunden, sagt Thomas Tschorn, legten aus dieses Siegel besonderen wert. Die Technik, die hinter dem Verfahren steht, wirkt aufwändig. Maschineneinsteller Patrick Himmel schüttet gerade die zu prüfenden Teile in einen Behälter. Am Ende fährt jedes Teil über eine Runde Glasplatte. Vier Kameras inspizieren Schrauben und andere Kleinteile auf Fehler. Am Bildschirm sind die zulässigen Grenzwerte für Durchmesser, Höhe, Schraubenkopf und Co. aufgelistet. Weichen die Werte ab, blinkt ein rotes Licht, ein Luftstrahl pustet das Teil dann in einen Ausschuss-Behälter. Noch muss der Mensch hier mit eingreifen, einen Blick auf die Abläufe werfen. Doch in Zukunft sei es laut Tschorn auch vorstellbar eine vollautomatische Logistikhalle zu betreiben.

Reibungsloser Ablauf

„Wir arbeiten ausschließlich nach Kundenauftrag“, sagt Tschorn. Die Lieferdaten rechnet der Vertrieb immer rückwärts gegen, also wann die Produktion spätestens beginnen muss, um den Auftrag einzuhalten.

Für den reibungslosen Ablauf sorgen allein in Fröndenberg rund 230 Mitarbeiter. Mit dem Anschluss ans Ruhrgebiet und Sauerland mit starken Betrieben in der Zulieferung sei die Ruhrstadt der perfekte Standort, so Geschäftsführer Tim Siepmann. „Das ist über Jahre gewachsen, ich bin zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft weitere Produkte und Kunden erhalten werden.“

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