Start am Lenzenplatz

VKM: Große Vorfreude auf Neubau

Sie freut sich mit den 16 jungen Leuten auf deren wachsende Selbstständigkeit – und kritisiert zugleich, dass jetzt überhaupt keine Heimplätze mehr gebaut werden: Marie-Ellen Krause, Vorsitzende des Mendener Vereins für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (VKM).

Foto: Martina Dinslage

Sie freut sich mit den 16 jungen Leuten auf deren wachsende Selbstständigkeit – und kritisiert zugleich, dass jetzt überhaupt keine Heimplätze mehr gebaut werden: Marie-Ellen Krause, Vorsitzende des Mendener Vereins für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (VKM). Foto: Martina Dinslage

Menden.   Am Lenzenplatz entsteht jetzt ein Wohnhaus für junge Leute mit Behinderungen, die dort nur noch ambulant betreut werden.

Das Baufeld ist schon bereitet: In gut einem Jahr soll am Lenzenplatz ein Neubau stehen – mit zwölf Appartements für 16 junge, erwachsene Frauen und Männer mit körperlichen, geistigen und mehrfachen Behinderungen. Die jungen Leute sollen hier intensiv ambulant betreut werden, aber vor allem ein eigenständigeres Leben führen als in Wohnheim oder Elternhaus. „Die meisten Appartements sind schon vergeben“, sagt Marie-Ellen Krause, Vorsitzende des Mendener Vereins für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (VKM).

Vertrag läuft über 20 Jahre

Es wird die dritte Einrichtung, die der Verein nach dem Wohnhaus Sollingstraße und der „Villa Dominik“ an der Schmölenallee betreibt, und es ist ein Haus mit vielen Besonderheiten: „Erstmals sind wir als Verein nicht selbst der Bauherr, sondern ein Investor, mit dem wir allerdings einen Kooperationsvertrag über 20 Jahre abgeschlossen haben.“

Etwa die Hälfte der kleinen Wohnungen sollen von Bewohnern der beiden anderen VKM-Häuser belegt werden, und damit rücken dort die ersten auf der Warteliste nach: „Diese Liste trägt allerdings 50 Namen“, weiß Marie-Ellen Krause. Und hier setzt, bei aller Vorfreude aufs neue Haus, auch ihre Kritik an: Weil mit der Inklusion jetzt ausschließlich auf ambulante Betreuung gesetzt werde, würden überhaupt keine Heimplätze mehr geschaffen. Auf die werde aber weiterhin dringend gewartet. Viele Eltern sähen ihre Kinder ohne geschützten Bereich überfordert.

Neue „Wohnschule“ ab September

Das gelte indes nicht für die jungen Leute, die jetzt schon dabei sind. Sie wohnen laut Krause bisher zuhause oder im Wohnheim, „und sie freuen sich riesig darauf, künftig selbstständiger in einer Hausgemeinschaft zu leben, nah der Innenstadt in einer lebendigen Nachbarschaft. Sie können den Tag des Einzugs kaum noch erwarten.“ Mit diesen jungen Leuten freuten sich auch die Familien, für die der Verein im Juni schon ein großes Kennenlern-Treffen ausgerichtet hatte.

Bereits ab September laufen für die künftigen Bewohner die Vorbereitungen auf den neuen Lebensabschnitt an: In einer neu konzipierten Wohnschule sollen sie die kleinen Tricks und Kniffe erlernen, die ihnen einen möglichst selbstständigen Alltag erleichtern sollen.

Zeitgleich, also ebenfalls nach den Sommerferien, beginne der Rohbau. Ihn durchzusetzen, sei für den VKM ein harter, drei Jahre währender Kampf gewesen, sagt Krause. Sie sei „unendlich froh, dass er gut ausgegangen ist“.

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