Reitsport

Warum Fröndenberg als „pferdefreundliche Gemeinde“ gilt

| Lesedauer: 3 Minuten
Mehr als 900 Pferde leben in Fröndenberg - so wie diese drei von „Jennys Ponyhof“.

Mehr als 900 Pferde leben in Fröndenberg - so wie diese drei von „Jennys Ponyhof“.

Foto: Andreas Dunker

Fröndenberg.  Die Stadt Fröndenberg wurde bereits vor acht Jahren als „pferdefreundlich“ ausgezeichnet. Heinrich Plaas-Beisemann kennt die Gründe.

Als „pferdefreundliche“ Gemeinde wurde die Stadt Fröndenberg bereits im Jahre 2014 von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und den Landespferdesportverbänden ausgezeichnet. Eine entsprechende Urkunde in der Tourist-Information weist noch heute darauf hin. Denn die Pferdehaltung und -zucht sowie der Reitsport werden in der Ruhrstadt großgeschrieben.

Laut Angaben der Tierseuchenkasse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gibt es hier 75 Halter mit insgesamt rund 900 Pferden (Stand: 1. Januar 2022). Vermutlich seien es sogar noch ein paar mehr, meint Heinrich Plaas-Beisemann (67). Der Strickherdicker Land- und Pferdewirtschaftsmeister ist Vize-Präsident der Pferdesportverbandes Westfalen und zweiter Vorsitzender des Fröndenberger Reit- und Fahrvereins „Fritz Sümmermann“. Denn erfahrungsgemäß melde nicht jeder private Halter seine Pferde alle bei der Tierseuchenkasse an. +++ Lesen Sie auch: Wie in Fröndenberg aus Fohlen fast Grand-Prix-Pferde werden +++

Mit rund 700 Mitgliedern sei der 1923 gegründete Fröndenberger Verein die drittgrößte Gemeinschaft im Pferdesportverbandes Westfalen, weiß Plaas-Beisemann. Zudem gebe es vor Ort auch noch den 2008 gegründeten Verein „Pferdefreunde Fröndenberg“ mit inzwischen mehr als 100 Mitgliedern, der sich vornehmlich dem Fahrsport mit Pferden und Kutschen widme.

Westfalen ist Pferdeland

Alleine im Fröndenberger Stadtteil Strickherdicke gebe es im Umkreis von nur einem Kilometer neben dem Hof Plaas-Beisemann noch drei weitere große Reitanlagen: Bauerhaus, Cupei und Schoof-Staupe. Außerdem gebe es in Neimen das Gut Dahlmann mit Leistungszentren für die klassische Reitausbildung in Dressur und Springen. Hinzu kämen Angebote wie „Jennys Ponyhof“, die wichtig seien, um Kinder bereits im frühen Alter zum Reiten zu bringen.

Außerdem böten zahlreiche weitere landwirtschaftliche Betriebe auf ihren Höfen noch Boxen für Einsteller, Reitbeteiligungen und Schulpferde an. Das Einzugsgebiet reiche weit bis in die Metropolregion Ruhrgebiet, aber auch in den Nachbarkreis Soest und das märkische Sauerland.

Westfalen sei Pferdeland, so Plaas-Beisemann. Nicht umsonst ziere das „steigende weiße Westfalenross auf rotem Grund“ auch das Landeswappen. Während der Turniersport in der Corona-Krise stark rückläufig gewesen sei, hätten die Hobbyreiter in dieser Zeit zugenommen. Statt teure Urlaube zu machen, hätten einige Leute das gesparte Geld in ein eigenes Tier und entsprechendes reiterliches Equipment investiert.

Energie- und Futterkosten erheblich gestiegen

Die erheblich gestiegenen Energie- und Futterkosten sowie Tierarzt-Gebühren ließen das Hobby allerdings derzeit wesentlich teurer werden. Auch laufende Kosten für Stall, Weide, Heu, Stroh, Kraftfutter, Hufschmied und so weiter müssten berücksichtigt werden. Zudem gehöre zur Pferdehaltung auch immer der Blick auf die Gesundheit des Vierbeiners. Wichtig seien dabei die richtige Schulung von Pferd und Reiter durch erfahrene Lehrer. +++ Auch lesenwert: Menden: Sina Fischer hilft Pferden mit Nadeln und Taping +++

Für viele Freizeitreiter sei ihr Hobby mit einer naturnahen Erholung verbunden und sie besäßen eine große emotionale Bindung zu ihren Tieren, weiß Plaas-Beisemann. Sein Betrieb beherbergt rund 90 Pferde, darunter zahlreiche Pensionspferde und Schulpferde des Fröndenberger Reitvereins, der hier seit 1995 angesiedelt ist.

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