ARBEITSMARKT

Wie Dachdecker Möller Fachkräfte lockt

Sonja Prus, Zahlen-Frau bei Dachdecker Michael Möller, mit Dominik Hausherr, Arbeitsagentur Iserlohn

Foto: Jürgen Overkott

Sonja Prus, Zahlen-Frau bei Dachdecker Michael Möller, mit Dominik Hausherr, Arbeitsagentur Iserlohn Foto: Jürgen Overkott

Menden.   Fachkräfte sind Mangelware. Dachdecker Michael Möller weiß das. Doch der Mendener hat einen Plan.

Michael Möllers Geschäft brummt. Kein Wunder, denn der Dachdeckermeister ist gut aufgestellt. Der Vierziger bietet einen „Komplettservice“ an. Dazu gehören Dachdeckerarbeiten und Zimmerarbeiten sowie Gerüst- und Trockenbau. Fenster und Türen verkauft und montiert der Handwerker auch, Markenware von Schüco. Doch Möllers Erfolgsgeschichte hat einen kleinen Schönheitsfehler: Er findet keine Fachkräfte. Ein Besuch vor Ort.

Industrie konkurriert um Mitarbeiter

Wir haben uns in seinem Betrieb an der Iserlohner Landstraße verabredet. Michael Möller ist uneitel. Aufs Foto will er nicht. Da gibt er seiner Zahlen-Frau Sonja Prus den Vortritt. Beide arbeiten eng mit Dominik Hausherr von der Arbeitsagentur in Iserlohn zusammen. Obwohl der Arbeitsmarkt-Experte alles gibt, findet Möller keine Verstärkung für seine knapp zehnköpfige Mannschaft.

Der Charme der Sonntagsarbeit

Warum? Möller betrachtet die Lage nüchtern. Er sieht, wie Hausherr, das Handwerk in starker Konkurrenz zum verarbeitenden Gewerbe. Die Industrie ist im nördlichen Märkischen Kreis nach wie vor attraktiv. „Die Unternehmen zahlen zwar in der Regel zwei Euro weniger die Stunde als wir“, stellt Möller nüchtern fest, „doch wenn Du Sonntagsarbeit machst, mit 100 Prozent Aufschlag, hast Du schnell mehr als im Handwerk. Natürlich, Du musst Schichtdienst wollen, und Du musst Akkord wollen.“

Pfiffig ist Trumpf

Möller bietet Kontrast. Gerade weil der Handwerker längst Paketlösungen anbietet, haben er und seine Mitarbeiter vielfältige Aufgaben. Täglich müssen neue Lösungswege gefunden werden. Das verspricht Abwechslung im Job. Pfiffig ist Trumpf. Möller zahlt Tarif, er beschäftigt seine Truppe ganzjährig, er baut auf lange Zusammenarbeit. Erfahrung wird gern gesehen. Der Meister sucht nicht nur Facharbeiter. Auch Auszubildende und Praktikanten sind willkommen. Zeugnisse sind gut, gutes Auftreten ist besser. Möller: „Ich gucke mir jeden erst mal an.“ Infos gibt’s im Internet:
dachdeckermeister-moeller.de“.

>> INFO: SO SIEHT’S AUS

Die Arbeitslosenquote in Menden und Balve ist im Oktober weiter gesunken. Das gilt sowohl mit Blick auf den Vormonat als auch auf das Vorjahr. Laut jüngsten Zahlen beträgt die Quote für beide Städte 4,8 Prozent. Dabei sind die Zahlen für Balve wie gewohnt günstiger als für Menden. Dort ermittelte die zuständige Agentur für Arbeit einen Wert von 5,1 Prozent.

1494 Menschen suchten in Menden eine Arbeitsstelle. Das sind 70 weniger als noch im September. Arbeitslosigkeit war deutlich stärker männlich als weiblich: 846 Männern ohne Job standen 658 Frauen gegenüber. Auffällig war ein großer Anteil von Personen mit ausländischem Hintergrund (430). Auf Stellensuche waren überdies deutlich mehr Vertreter der Generation 55 plus (365) als der Generation U25 (124).

210 Personen haben in Balve keine Arbeit. Damit sank die Zahl im Vergleich zum Vormonat um 22. Von Arbeitslosigkeit betroffen waren 114 Männer und 96 Frauen, darunter 49 Ausländer, 53 Menschen über 55 sowie 20 junge Leute unter 25.

>> HIER GIBT’S CHANCEN

In Menden und in Balve haben Arbeitsuchende im Handwerk, in der Gastronomie und im Gesundheitswesen beste Chancen. Das sagte Arbeitsagentur-Sprecherin Lena Draxler in Iserlohn am Donnerstag der WP.

Demnach sucht das Transport-Gewerbe händeringend nach Fachkräften. Das gilt für Kfz-Mechatroniker, Berufskraftfahrer, Busfahrer und Auto-Lackierer.

Im Handwerk gibt es Stellen für Sanitäranlagenmechaniker, Elektroinstallateure, Dachdecker, Schweißer, Maurer und Straßenbauer sowie für Friseure.

Software-Entwickler sind ebenfalls gefragt.

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