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Wie hat sich Mendens Immobilienmarkt verändert?

Schwitten. Der Ortsteil wird als Wohnort immer beliebter.

Foto: Hans Blossey

Schwitten. Der Ortsteil wird als Wohnort immer beliebter.

Menden.   Lange Zeit kannten Immobilienpreise hierzulande nur eine Richtung: nach oben. Was hat sich in jüngster Zeit verändert?

Der Immobilienmarkt in Menden beruhigt sich. Das ergab eine WP-Umfrage unter heimischen Geldinstituten.

Die Preise

„Nachdem wir in den letzten Jahren bemerkenswerte Preissteigerungen hatten, waren die Steigerungsraten zuletzt leicht bis moderat“, sagte der Chef der Märkischen Bank in Menden, Martin Weber. Laut Manuel Kuhlmann, Mendener Bank, strafe der Markt überzogene Preise ab – trotz großer Nachfrage bei geringem Angebot an Bestandsimmobilien. Es gebe keine merkliche Preisentwicklung.

Das Online-Portal „www.immowelt.de“ bestätigt die Aussagen mit eigenen, allerdings nicht repräsentativen Daten. Demnach war ein Haus in Menden im Februar für durchschnittlich rund 299 000 Euro zu haben. Wohneigentum mit weniger als 100 Quadratmetern wechselte für rund 110 000 Euro den Besitzer. Für Häuser mit weniger als 140 Quadratmetern wurden rund 245 000 Euro aufgerufen. Privat genutzte Immobilien mit bis zu 180 Quadratmetern wurden für rund 314 000 Euro veräußert. Häuser mit mehr als 180 Quadratmetern standen mit rund 467 000 Euro zum Verkauf. Einzig in der Kategorie der größten Domizile war bei „immowelt.de“ jüngst ein größeres Preis-Plus zu beobachten.

Weber wies darauf hin, dass es für Käufer momentan „kaum bis keine Verhandlungsspielräume“ gebe. In früheren Zeiten hingegen seien Preisnachlässe um die fünf Prozent erreichbar gewesen.

Die Lagen

Zu den Top-Lagen in Menden zählte Weber Wilhelmshöhe, Krankenhaus-Viertel, Heimkerweg und Hombergskamp sowie den Ortsteil Schwitten. Kuhlmann hob auf eine große Nachfrage nach altersgerechten Wohnungen in der Innenstadt ab. Gesucht werde aber auch Wohnraum in den Ortsteilen Schwitten, Halingen und Bösperde. Als Beispiel für eine günstige Lage nannte Weber Oesbern.

Die Kredite

Bei den Baukrediten sieht Weber eine ungebrochen große Nachfrage. Sie sei bedingt durch anhaltend niedrige Zinsen. Die Rahmenbedingungen für Kredite nannte Weber weiterhin gut.

Dennoch hat sich der Kredit-Markt verändert. Früher haben Banken Weber zufolge vor allem auf Einkommen und Vermögenswerte der Kredit-Interessenten geachtet. Heutzutage achten Geldinstitute nicht nur auf Sicherheiten, sondern zunehmend auch auf die sogenannte Kapitaldienstfähigkeit – vor allem dann, wenn die Kundschaft an der Schwelle zum Ruhestand stehe.

Um erfolgreiche Kredit-Verhandlungen zu führen, empfahl Weber Verbrauchern eine Eigenkapitalquote von 20 bis 25 Prozent. „Das“, ergänzte er, „ist aber nur eine Faustformel.“ Ein ganz wichtiges Element für Kredit-Verhandlungen sei ein unbefristeter Arbeitsvertrag.

>> INFO: KAPITALDIENSTFÄHIGKEIT

Kapitaldienstfähigkeit umfasst alle Belastungen, die mit der Aufnahme eines Kredites einhergehen: Zinsen, Tilgungsraten und alle möglichen weiteren Nebenkosten.

Der Kapitaldienst muss von dem Kreditnehmer, ganz gleich ob Privatperson oder Unternehmen, getragen werden – und zwar aus den laufenden Einnahmen.

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