Politik

Wie Mendens Jugend zu politischem Engagement steht

Noah Schweins aus Menden ist Gast bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Digitalisierung und Schule.

Noah Schweins aus Menden ist Gast bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Digitalisierung und Schule.

Foto: Privat

Menden.   Eine Podiumsdiskussion beschäftigt sich mit den Themen Schule und Digitalisierung. Doch was erwartet die Jugend eigentlich von der Politik?

Noah Schweins ist Geschäftsführer der Jungen Union in Menden und hat dieses Jahr sein Abitur gemacht. Anlässlich des Diskussionsforums am 24. Juni mit dem Thema „Schule im Zeitalter der Digitalen Bildung“ haben wir mit dem jungen Politiker über sein Engagement gesprochen.

Viele Jugendliche haben bei der diesjährigen Europawahl die Grünen gewählt, warum setzten Sie sich für die CDU ein?

Noah Schweins: Ich glaube, was wir generell in der Politik haben, ist, dass viele Meinungen aufeinander prallen und dass auf keine Frage immer eine Definitive Antwort gegeben werden kann. Es ist ja auch so, dass im Leben nicht alles schwarz und weiß ist, sondern dass sich immer wieder eine Grauzone ergibt. Ich glaube, das, was man über die CDU generell sagen kann, und das sei jetzt einmal ungeachtet der letzten Ereignisse, ist, dass die CDU immer eine Haltung einnahmen kann, die sich an der Mitte orientiert.

Umwelt- und Klimapolitik: Kann man das mit der CDU vereinen?

Natürlich kann man das vereinen. Ich glaube, die CDU ist da auch eher prädestiniert für. Dadurch dass die CDU auch über Jahre hinweg in der Regierung mitgewirkt hat und generell den Weg und den Austausch zwischen Wirtschaft- und Klimazielen vereinbaren kann, denke ich, dass man diesen Mittelweg auch auf die Umwelt anwenden kann, und somit auch die Umwelt schützen und die Industrie darauf vorbereiten kann.

Sie sind der Geschäftsführer der Jungen Union in Menden und haben dieses Jahr Ihr Abitur gemacht. Wie bringt man beides unter einen Hut?

Es ist eigentlich eine ganz einfache Aufgabe, weil ich für die Sache lebe. Ich lege mir meine Zeit so zurecht, dass es am Ende passt. Ich muss auch dazu sagen, dass wir in der Jungen Union eine sehr gute Zusammenarbeit haben und auch von unserem Vorsitzenden und Stellvertreter wirklich wunderbar unterstützt werden. Schule lässt sich insofern gut vereinbaren, weil man am Wochenende viel Zeit hat und da dann das ausarbeiten kann, was wir erreichen wollen.

Wie hat Ihr politisches Interesse angefangen?

Als ich schon sehr klein war, habe ich mich oft mit Geschichtsbüchern auseinandergesetzt und da kommt man ja auch sehr häufig mit Politik in Kontakt. Mein konkretes Engagement hat im vergangenen Jahr damit angefangen, dass ich gemerkt habe, dass es zwar Spaß macht über Politik zu diskutieren, aber dass es mehr Sinn macht, durch engagierte Arbeit die Politik mitzugestalten. Ich denke mal – wenn man das auf einen Punkt runterbrechen möchte, ist es so –, dass man viel Reden kann, aber auch viel tun kann und ich denke, dass das politische Interesse so auch seinen Ausgang gefunden hat bei mir.

Junge Leute und Politik: Passt das zusammen?

Ich glaube, junge Leute und Politik sind Themen, die man immer wieder zusammenbringen muss. Politik ist für jedermann interessant und sollte auch für jeden interessant sein, denn das, was in unserem Staat vorgeht, geht jeden etwas an. Dadurch dass wir unsere wunderbaren Grundrechte haben und immer die Chance haben, dieses Geschehen zu kommentieren, bin ich dankbar dafür, in einem solchen Land zu leben, in dem wir Politik generell alle mitgestalten können. Junge Leute sollten sich gerade deswegen in der Politik engagieren.

Was würden Sie machen, um die Politik attraktiver und interessanter zu gestalten?

Ich glaube, dass sich die etablierte politische Szene daran orientieren sollte, sich auf die Jungen zubewegen und konkrete Fragen zu stellen. Was bei jungen Leuten immer so ist, das merke ich bei mir auch: man hat hohe Ziele und man denkt vielleicht nicht immer drüber nach, wie man das ganze umsetzt. Und das coolste, beziehungsweise das beste wäre, wenn sich junge Leute mit der Politik an einen Tisch setzen könnten und dann die Frage beantwortet wird: Ok, das “Was“ wissen wir jetzt und das „Wie“ besprechen wir jetzt.

Wird ein Sonderfahrplan für Züge wie am Kirmeswochenende auch an anderen Veranstaltungen geplant?

Also ich glaube, dass das ganze eher schwierig zu behandeln ist. Ich denke, dass man diesen Sonderfahrplan durchaus nehmen kann, um sich auf gewisse Umstände vorzubereiten. Wichtig wäre mir nur, wenn das ganze auf die Veranstaltung angepasst wird.

Das heißt, beim Mendener Sommer wäre ein Sonderfahrplan nicht umsetzbar?

Das ist schwierig. Ich glaube, das müsste man in den Kreisen, die das Thema konkret besprochen haben, einbringen. Die Kirmes ist ja noch mal ein anderes Ereignis als der Mendener Sommer beispielsweise.

Was ist Ihnen wichtig an der Politik?

Also ich glaube, dass wir in der Politik generell ansprechen müssen – ich spreche jetzt eher aus der jungen Sparte heraus – ist natürlich das Thema Umwelt. Dass wir einen geordneten Weg in die Zukunft finden, in der Umwelt genau so gesund ist wie unsere Wirtschaft jetzt. Ich würde besonders, auf unsere Region gesprochen, die Mobilität in den Raum stellen. Drittens wäre mir in der Politik ein stärkerer Austausch zwischen den Lagern wichtig. Wichtig wäre, dass man jetzt zum Beispiel umsetzt, dass die Politik sich zwischen den Lagern besser zu verständigen und so probiert, die Probleme anzupacken. Das kann man natürlich auch noch ausweiten im Sinne der Veranstaltung, die wir jetzt haben. Die Digitalisierung ist ein riesen Projekt, das generell diskutiert werden muss. Von der Schülerseite aus wünscht man sich natürlich mehrere Möglichkeiten. Ich war zum Beispiel auch Austauschschüler und hab erfahren, wie es in den USA gehandhabt wird. In Englischklassen werden Computer eingesetzt, um Essays zu schreiben. So etwas würde ich mir zum Beispiel auch an unseren Schulen wünschen – vor allem aber, dass ein Konzept dahinter steht, das ein bisschen Aufklärung zum Thema Digitalisierung betreibt.

Was sagt Ihr Umfeld dazu, dass Sie politisch aktiv sind?

Das ist eigentlich sehr positiv, was man so mitbekommt. Freunde belächeln mein Interesse an Politik. Viele Leute – auch aus anderen Kreisen – sagen: Mach das ruhig. Politik ist eine gute Sache. Das trifft aber auch bei anderen Mitgliedern bei JU zu. Bei mir ist das von Grund auf positiv, auch wenn man mal belächelt wird.

Was ist Ihrer Meinung nach eine Lösung für Artikel 13 bzw. inzwischen 17?

Da muss man zunächst wieder auf den Punkt zurück kommen, dass der Austausch zwischen Jung und Alt stärker werden muss. Ich habe versucht, mich ein bisschen reinzulesen. Axel Voß hat das Thema sehr einfach in einer Instagram-Story aufgegriffen, was mir das Thema gut erklärt hat. Ich glaube, die Politik müsste vielleicht gegenüber der Jugend nochmal genau klar machen was Artikel 13 bzw. 17 ist und das Ohr dafür offen halten, was mit dieser Erklärung jetzt eingefangen wird. Artikel 13 (jetzt 17) an sich ist durchaus eine Möglichkeit, um vor allem Künstler zu unterstützen. Wichtig wäre nur, dass die Kultur der Jugend dadurch nicht zerstört wird und dass die Jugend versteht, wofür Artikel 13 (jetzt 17) steht.

Wo bleibt zwischen Politik und Schule noch Zeit für Freizeit?

Ich denke, wenn man es sich stetig zurecht legt, kann man in seiner Freizeit, trotz vieler Verpflichtungen, viel Zeit für andere Dinge übrig haben. Ich bin auch Fußballspieler in Sundern, spiele da in der A-Jugend und wir haben dreimal die Woche Training. Ich kriege es trotzdem hin, die Arbeit in der Jungen Union und in der Schule zu vereinen. Das ist eigentlich eine Sache, die man für sich selbst wissen muss. Es ist jetzt auch nicht so, dass man jeden Tag und jede Woche immer wieder da sitzt und etwas ausarbeiten muss. Es ist eigentlich immer sehr relaxed und wenn man es sich genau hinlegt, bekommt man es auch hin, dass man mit den Freunden rausgehen kann.

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