Tiere

Wurde Mops Rudi mit Rattengift getötet?

Dirk Lethaus und Verena de Angeli trauern um ihren Hund Rudi. Er soll gezielt vergiftet worden sein.

Dirk Lethaus und Verena de Angeli trauern um ihren Hund Rudi. Er soll gezielt vergiftet worden sein.

Foto: Alexander Lück

Ostbüren.   Verena de Angeli und Dirk Lethaus trauern um Hund Rudi. Treibt in Fröndenberg ein Hundehasser sein Unwesen, der Tieren nach dem Leben trachtet?

Verena de Angeli und Dirk Lethaus sind sich sicher: Ihr Hund Rudi ist mit Rattengift vergiftet worden. Und ihr Verdacht ist noch schlimmer: Mehrere Hunde in der Nachbarschaft sind in den vergangenen Jahren mit ähnlichen Symptomen und in zu jungen Jahren gestorben. Vor wenigen Tagen tauchte nun auch noch ein mit Stacheldraht versetzter Köder auf.

Da liegt also die Frage nahe: Treibt in Ostbüren ein Hundehasser sein Unwesen, der den Vierbeinern nach dem Leben trachtet? Diesen Verdacht haben jedenfalls Verena de Angeli und Dirk Lethaus, die seit vier Jahren im Dorf wohnen.

Nachbarn berichten von Drohungen

Namen wollen und können sie nicht nennen, aber Hundebesitzer in der Nachbarschaft haben ihnen von Drohungen auf ihrem Anrufbeantworter berichtet: „Pinkelt der Hund noch einmal auf mein Grundstück, wird er sterben“, soll es da heißen. De Angeli und Lethaus wollen nun zur Polizei gehen, Anzeige gegen Unbekannt erstatten. „Das alles wird uns unseren Rudi nicht zurückbringen. Was wir jetzt aber noch machen können, ist andere Bewohner und Hundebesitzer zu warnen.“

Rudi war ein zehnjähriger Mops, er kam als Jungtier zu seiner Familie. „Ein fröhliches, regelrecht spaßiges Tier. Sause-Maps habe ich ihn immer genannt, aber auch ganz verschmust, ein Schoßhund eben“, sagt Verena de Angeli. Sie fügt hinzu: „Er war ganz gesund, konnte normal atmen. Das war kein Tier aus einer Qualzucht.“ Die ist bei dieser Rasse nämlich leider öfter ein Thema. Putzmunter war Rudi auch zunächst noch am Mittwoch der vorletzten Woche. Plötzlich aber klappten seine Hinterbeine zusammen, das Tier fiel einfach um. Konnte später gar nicht mehr laufen. Verena de Angeli – die später noch einen anderen Beruf ergriff – ist auch gelernte Tierarzthelferin, also im Umgang mit Vierbeinern nicht nur in der Rolle als Frauchen geübt.

Hund ist innerlich verblutet

„Zunächst hatte ich ein Problem mit dem Rücken vermutet.“ Die weißen Schleimhäute bei Rudi führten dann aber auch die Tierärztin zur Diagnose Blutarmut. Auch wenn Rudi zwischendurch noch einmal mit nach Hause kommen konnte, ging es ihm fortwährend immer schlechter. Letztlich ist er innerlich verblutet – eben genauso wie es bei Ratten passiert, die durch das Gift bekämpft werden – und verstarb am vorletzten Wochenende in der Nacht von Freitag auf Samstag.

Für die ganze Familie ein Schock. „Wir haben alle geheult, ein Hund ist ja ein richtiges Familienmitglied“, sagt Dirk Lethaus. Menschen, die selber noch nie einen Hund besessen haben, könnten das nicht immer nachempfinden, aber so sei es eben. Zusammen mit vier Kindern leben de Angeli und Lethaus als Patchworkfamilie im Fröndenberger Norden, und auch die mittlerweile nicht mehr hier im Haus lebenden Familienmitglieder eilten bei der traurigen Nachricht sofort nach Ostbüren. Grundsätzlich ist auch bei einem Haustier eine Obduktion möglich. „Aber wir wollten den Rudi nicht aufschneiden lassen“, sagt Lethaus.

Gift wirke erst mit Verzögerung

Trotzdem ist ihnen, auch durch die Auskünfte der Tierärztin, klar: „Das war Rattengift. Zu 99 Prozent bin ich mir sicher.“ Das Gift wirkt auch bei den Nagetieren erst mit Verzögerung nach der Aufnahme, damit nicht Artgenossen umgehend gewarnt werden. Das macht es für die Familie aber schwierig zurückzuverfolgen, wo Rudi das Gift gegessen haben könnte.

Die Rekonstruktion der Ereignisse hat für Verena de Angeli ergeben: Am Montag, also zwei Tage vor den ersten Symptomen, könnte es passiert sein. Und weil es an diesem Tag sehr regnerisch war, schlussfolgert sie: „Das kann nur in der Nähe unseres Hauses passiert sein, nicht auf den Feldern in der Umgebung. Rudi mochte Regen überhaupt nicht, dann sind wir immer nur eine sehr kleine Gassirunde gegangen.“ Verena de Angeli und Dirk Lethaus haben nun Flugblätter in der Nachbarschaft verteilt, die den Hergang des Todes von ihrem geliebten Vierbeiner und ihre Befürchtungen schildern.

Auf Nachbargrundstücken gefunden

Hundehalter sollten wachsam sein. Und nicht nur die: „Hier leben ja auch viele andere Tiere in der Nähe, Katzen, viele Pferde. Und vor allem auch kleine Kinder. Wenn die Rattengift finden oder anfassen sollten...“, Lethaus will den Satz gar nicht weiterführen. Vor einem Jahr ungefähr war welches auf Nachbargrundstücken gefunden worden.

Und jetzt, vor wenigen Tagen, kurz nach Rudis Tod, der nächste Schock auf einem ebenfalls nicht weit entfernten Grundstück: Da fand eine Nachbarin einen Köder in Form von einem Stück Fleisch, welches in Stacheldraht gewickelt war. Verena de Angeli mag da nicht mehr an Zufälle glauben. In den letzten drei Jahren, so erzählt sie, seien nun inklusive ihres Rudis in der unmittelbaren Nachbarschaft drei Hunde verstorben: an ähnlichen Symptomen und allesamt deutlich vor der üblichen Lebenserwartung.

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