Aus für Geburtsstation

Wut auf Klinik-Träger in Menden wächst

Das Vincenz-Krankenhaus in der Abendsonne.

Foto: Martina Dinslage

Das Vincenz-Krankenhaus in der Abendsonne. Foto: Martina Dinslage

Menden.   Die Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis bekommen mächtig Gegenwind nach dem Aus der Geburtsstation. Wie sich die Kritik äußert:

Der Protest gegen die Schließung der Geburtsstation im Vincenz-Krankenhaus flaut nicht ab. Vor allem der Klinikträger rückt immer mehr in den Fokus der Schließungsgegner. Die Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis wollen die Abteilung mit nur vier Wochen Vorlauf zum Monatsende schließen.

Auf selbst gemalten Transparenten unterstellen die Macher den Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis Geldgier. Auf dem Hintergrund eines Teufelsgesichts heißt es unmissverständlich unter dem Namen des Trägers: „Gier = Todsünde.“

„Bei uns herrscht große Fassungslosigkeit“, sagt Hebamme Heike Jacobs, die seit zwölf Jahren im Krankenhaus arbeitet und vorher schon im Marienkrankenhaus Wimbern die Schließung einer Geburtsstation erleben musste. „Es ist unfassbar von einem christlichen Arbeitgeber ein so unchristliches Verhalten erfahren zu müssen.“ Den Verantwortlichen beim Träger wirft sie vor: „Von integren Persönlichkeiten kann man nicht sprechen.“ Wie schon die CDU, erinnert auch sie an den WP-Bericht von Mitte Januar. Darin hatte der Träger seine besondere Verantwortung als christlicher Arbeitgeber betont. Auch dem Personal der Geburtsstation sei immer Sicherheit gegeben worden.

Von einer Wutwelle will der Klinik-Träger gut zwei Wochen nach der Ankündigung der Schließung nicht sprechen. „Es ist sehr ruhig geworden“, sagt Klinik-Sprecherin Martina Schewe-Glembin. Gleichwohl bedauere auch der Träger das Aus für die Station. „Eine Geburt ist immer etwas Besonderes.“

Schewe-Glembin erinnert die Kritiker an die veränderten gesetzlichen Bedingungen, wie die jetzt erforderliche Anwesenheit eines Kinderarztes. „Wir sind durch die Politik und die Kassen gezwungen worden, diesen Schritt zu gehen“, sagt die Sprecherin. Es seien nicht alleine die Verluste, die die Station über Jahre eingefahren habe.

Die für den morgigen Samstag, 11 Uhr, angekündigte Demonstration vom Alten Rathaus bis zum Krankenhaus will auch Schewe-Glembin verfolgen. Es werde auch keine Versuche geben, irgendetwas zu verhindern. „Jeder soll das sagen können, was er möchte“, sagt die Sprecherin. Die Klinik lege lediglich Wert darauf, dass die Notfallzufahrten zum Haus freigehalten werden. „Wir dürfen keine Menschenleben gefährden oder Patienten erschrecken.“

Förderverein umstritten

Unabhängig davon wird der CDU-Vorschlag diskutiert, einen Förderkreis für den Erhalt des Krankenhauses zu gründen. Die Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis zeigen sich erwartungsgemäß erfreut, dass zusätzliches Geld in die Kasse kommen könnte.

Die CDU kündigte am Donnerstag an, die Idee zur Gründung eines Fördervereins „weiterentwickeln“ zu wollen. Diesen Verein sehen viele Schließungsgegner wie die FDP kritisch. Die FDP erklärte, den Betreiber nicht noch belohnen zu wollen.

Darauf die CDU: „Mit Spannung erwarten wir die Pläne der Mendener FDP, alternative Betreiberkonzepte für das Krankenhaus zu entwickeln. Wir geben jedoch zu bedenken, dass das Krankenhaus sich nicht nur in Trägerschaft der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis befindet, sondern auch Eigentum der katholischen St.-Vincenz-Gemeinde ist.“

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