Kriminalität

Mendener Zeugin Jehovas sitzt weiter in U-Haft

Bei der Brandstiftung am so genannten „Königreichssaal“ der Zeugen Jehovas entdecken die Einsatzkräfte ein zunächst undefinierbares weißes Pulver. Die alarmierte „Analytische Task Force“ identifiziert die Substanz später als Grillanzünder. Die mutmaßliche Täterin ist weiter inhaftiert.

Foto: Arne Poll

Bei der Brandstiftung am so genannten „Königreichssaal“ der Zeugen Jehovas entdecken die Einsatzkräfte ein zunächst undefinierbares weißes Pulver. Die alarmierte „Analytische Task Force“ identifiziert die Substanz später als Grillanzünder. Die mutmaßliche Täterin ist weiter inhaftiert. Foto: Arne Poll

Menden.   Die 34-Jährige, die Anfang September nach der Brandstiftung am Gebäude der Zeugen Jehovas in Menden verhaftet wurde, sitzt weiterhin in U-Haft.

Die Zeugin Jehovas, die für die Brandstiftung auf den so genannten „Königreichssaal“ am Grüner Weg verantwortlich sein soll, sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Arnsberg auf Anfrage der Westfalenpost.

„Außergewöhnliche psychische Situation“

Die 34-Jährige wird verdächtigt, am Abend des 4. Septembers neun Grillanzünder an der Hauswand des Gebäudes der Zeugen Jehovas, das mitten in einem Wohngebiet liegt, angezündet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf eine „außergewöhnliche psychische Situation“ bei der 34-Jährigen, erläutert Staatsanwalt Thomas Schmelzer.

Die Frau sei bereits bei den Zeugen Jehovas auffällig geworden. So habe der Vorsitzende der Zeugen Jehovas berichtet, dass es in der Vergangenheit bereits einmal zu einem körperlichen Angriff der Frau gegen einen anderen Zeugen Jehovas gekommen sei: „Das war aber nichts Schwerwiegendes“, so Thomas Schmelzer.

Briefe und Schriftstücke gefunden

Es seien Briefe und Schriftstücke der Frau gefunden worden. Sie habe „einen gewissen Bibelfimmel und schreibt wirres Zeug zu alttestamentarischen Themen“, so Schmelzer. Die mutmaßliche Brandstifterin habe sehr zurückgezogen gelebt, so die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft.

Als Leiharbeiterin tätig gewesen

Die 34-Jährige, die als Leiharbeiterin tätig gewesen sei, habe sich wohl durch die Zeugen Jehovas unverstanden gefühlt – obwohl sie dieser Glaubensgemeinschaft selbst angehört. Bei der Festnahme durch die Polizei habe sie die Brandstiftung eingeräumt, erklärt Thomas Schmelzer. Menschen habe sie nicht gefährden wollen. So sei sie davon ausgegangen, dass niemand im Gebäude gewesen sei, weil am Tatabend vor dem Parkplatz eine Kette gespannt gewesen sei. Bei der Vernehmung später auf der Wache habe sie sich nicht mehr zu den Vorwürfen äußern wollen.

In etwa zwei bis drei Monaten, so hofft Staatsanwalt Thomas Schmelzer, soll das Gutachten zur Schuldfähigkeit der Frau vorliegen. Ob sie möglicherweise in die Psychiatrie eingewiesen wird, hänge auch davon ab, ob ihr eine generelle Gefährlichkeit attestiert werde.

Unbekanntes Pulver

Auch wenn es am 4. September nicht zu einem größeren Feuer kam, hätte das Ganze anders ausgehen können. Denn laut Staatsanwaltschaft hätten die Grillanzünder offenbar die Dämmung hinter der Klinkerfassade des Gebäudes entzünden können.

Großeinsatz ausgelöst

Das Geschehen löste damals einen Großeinsatz aus – auch weil im Eingangsbereich des Gebäudes ein unbekanntes Pulver gefunden worden war. Da diese Substanz nicht sofort zu ermitteln war, wurde die „Analytische Task Force“ aus Dortmund alarmiert, die erst nach Stunden Entwarnung geben konnte und das Pulver als kleingeriebene Grillanzünder identifizierte.

>> POLIZEI KAM DER TATVERDÄCHTIGEN SCHNELL AUF DIE SPUR

Rund 100 Kräfte rückten Anfang September zum mehrstündigen Einsatz am Gebäude der Zeugen Jehovas an der Straße Grüner Weg aus.

Der Tatverdächtigen kam die Polizei relativ schnell auf die Spur. Es hatte einen Hinweis aus der Gemeinde gegeben. Als die 34-Jährige gerade mit dem Fahrrad offenbar vom Tatort zurückradelte, nahm die Polizei sie quasi schon in Empfang. Am Gepäckträger fanden sich laut der Staatsanwaltschaft Arnsberg Reste Grillanzünder, die beim Anschlag benutzt worden waren.

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