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Zusteller in Menden unter Diebstahlsverdacht

Ein Zusteller soll Handys entdendet haben, hier ein Symbolbild.

Foto: Martin Möller

Ein Zusteller soll Handys entdendet haben, hier ein Symbolbild. Foto: Martin Möller

Menden.   Ein langjähriger Mitarbeiter der Deutschen Post soll zahlreiche DHL-Päckchen mit Smartphones gestohlen haben. Er wurde fristlos entlassen.

Sie erwarteten ein Päckchen mit einem neuen Handy. Doch bei vielen Kunden aus Menden kamen die bestellten Mobiltelefone nie an – sie könnten vom Zusteller gestohlen worden sein.

Die Deutsche Post hat am 22. März einen langjährigen Mitarbeiter fristlos entlassen, der in mehreren Fällen „lange Finger“ gemacht haben soll: Seit Anfang 2014 sind aus dem Zustellstützpunkt Lendringsen in mindestens 35 Fällen DHL-Päckchen, in denen sich Smartphones befanden, spurlos verschwunden. Inzwischen glaubt man den Täter ermittelt zu haben.

Seit 18 Jahren bei der Deutschen Post

Beschuldigt wird ein sogenannter Verbundzusteller, der in Menden sowohl Briefe, als auch Pakete und Päckchen auszuliefern hatte. Der 50-Jährige stammt aus einer kleinen Gemeinde im Kreis Soest und war seit 18 Jahren bei der Deutschen Post angestellt.

Der postinterne Ermittlungsdienst, eine Art „Betriebspolizei“ des Zustellunternehmens, war dem vermeintlichem Dieb auf die Schliche gekommen. Dort hatte man herausgefunden, dass der Bote (er verdient monatlich etwa 3600 Euro brutto) heimlich einer lukrativen Nebenbeschäftigung nachging: Er verkaufte regelmäßig begehrte Smartphones übers Internet. Weitere Nachforschungen ergaben, dass es sich um die Geräte handelte, die im Zustellstützpunkt gestohlen worden waren.

Anklage beim Schöffengericht

„Unsere Schadensersatz-Forderung beträgt derzeit 14 500 Euro“, erklärte Assessor Reinhard Hoof von der Deutschen Post vor dem Arbeitsgericht Hagen. „Wir haben vier Kündigungen gegen ihn ausgesprochen.“ Richter Jürgen Schlösser, der auch Direktor des Arbeitsgerichts ist, stellte fest: „Der Betriebsrat hat aber keiner einzigen Kündigung zugestimmt.“ Sein Vorschlag, das Arbeitsverhältnis für „aufgelöst“ zu erklären und dabei „als rundes Datum“ den 31. März zu nehmen, wurde als Vergleich auf Widerruf zu Protokoll genommen.

Strafverfahren

Neben dem Verlust des Arbeitsplatzes kommt auf den ehemaligen Postzusteller jetzt auch noch ein Strafverfahren zu: Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat Anklage erhoben und an das Schöffengericht Menden zugestellt.

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