Zwischen Arbeit und Rente

Zwar-Gruppe Menden: Zeit gemeinsam sinnvoll gestalten

 Die Zwar-Gruppe Menden besteht seit zehn Jahren. Zwei "Zwarler" erzählen: Wilhelm Zylla (71) und Heike Reinhardt-Robinson (64)

Die Zwar-Gruppe Menden besteht seit zehn Jahren. Zwei "Zwarler" erzählen: Wilhelm Zylla (71) und Heike Reinhardt-Robinson (64)

Foto: Thekla Hanke

Menden.  Zwischen Arbeit und Ruhestand: Wilhelm Zylla und Heike Reinhardt-Robinson haben in der Zwar-Gruppe Menden Gleichgesinnte gefunden.

Der Schritt aus dem Berufsleben in den Ruhestand kann manchmal eine Herausforderung sein. Wie wird die freie Zeit gefüllt? Wie entstehen neue Kontakte? Wilhelm Zylla und Heike Reinhardt-Robinson aus Menden haben für sich einen guten Weg gefunden. Die beiden engagieren sich beim Netzwerk „Zwar Menden“.

Das Kurzwort „Zwar“ heißt in Langform „Zwischen Arbeit und Ruhestand“. In Menden existiert ein solches Netzwerk bereits seit zehn Jahren – ein Zusammenschluss von Menschen ab 55, die auf vielfältige Weise gemeinsam ihre Freizeit gestalten. Wilhelm Zylla stieß seinerzeit durch Zufall zu der Gruppe. Der heute 71-Jährige kam beim Fahrradfahren ins Gespräch. „Was machst Du eigentlich, wenn Du nicht mehr arbeitest“, sei er damals gefragt worden.

Sein Gegenüber habe ihn daraufhin zum Zwar-Basistreffen eingeladen. „Die Gemeinschaft dort hat mir direkt gut gefallen. Vor allem, dass es dort keine Vereinsstrukturen gibt und keinen Vorstand. Jeder kann sich selbst einbringen“, beschreibt Wilhelm Zylla seinen Einstieg. Inzwischen ist der Mendener seit sechs Jahren dabei.

Kontakt zur Zwar-Gruppe Menden über das Internet

Heike Reinhardt-Robinson hatte vor ihrer Pensionierung noch nie etwas von „Zwar“ gehört. Beruflich habe sie als Studienrätin viele Kontakte gehabt, sei stets beschäftigt gewesen, berichtet die 64-Jährige. Was aber kommt danach? „Ich hatte schon die Idee, dann mehr zu wandern“, sagt sie. Schließlich habe ihr Sohn übers Internet die Wandergruppen von Zwar Menden entdeckt.

„Ich habe bei Zwar dann gleich mehrere Interessengruppen gefunden“, blickt Heike Reinhardt-Robinson zurück. Seit Ende 2018 ist sie dabei. „Ich war gleich mittendrin. Man trifft sich mit denen, deren Interessen man teilt.“ Schnell ergeben sich aus den Gruppen auch private Kontakte. „Es haben sich Freundschaften entwickelt und neue soziale Kontakte“, hat Wilhelm Zylla die gleichen positiven Erfahrungen gemacht.

Zwar-Gruppe Menden: Teilnehmer zwischen 60 und 75 Jahre alt

Die Altersspanne der Teilnehmer reicht von 60 bis 75 Jahren. Auch Gründungsmitglieder sind noch dabei. „Aber es muss immer Leute geben, die Verantwortung übernehmen und sich engagieren“, betont Wilhelm Zylla. Die Angebotspalette der Interessengruppen ist mittlerweile groß und reicht von Wandern über Kegeln und Boule bis hin zu Skat, Fahrradfahren oder einem „English Chat“. Hinzu kommen auch gemeinsame Ausflüge und Unternehmungen. Jeden vierten Donnerstag im Monat findet das Basistreffen der Mendener Zwar’ler aus den verschiedenen Interessengruppen. Treffpunkt ist um 18 Uhr im Eingangsbereich der Stadtverwaltung – das nächste findet am heutigen Donnerstag statt. Die Stadtverwaltung unterstützte auch die Gründung der Gruppe.

„Man braucht keine Scheu zu haben. Kontakte ergaben sich relativ schnell, man fühlt sich gut aufgehoben“, ermuntert Heike Reinhardt-Robinson andere, ihrem Beispiel zu folgen. Wilhelm Zylla kann das nur unterstreichen: „Es macht einfach Spaß, sich einzubringen.“

Die Zwar-Gruppe Menden informiert im Internet sehr ausführlich über ihre Aktivitäten: . Heike Berkes ist bei der Stadtverwaltung Ansprechpartnerin für das Netzwerk: ,

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