Gericht

1,2 Kilo Drogen in einem Keller in Reiste eingelagert

Das Schöffengericht Meschede hat einen 44-Jährigen wegen des Besitzes von 1,2 Kilo Amphetamin verurteilt. Gelagert hatte er seine Drogen bei einer Bekannten aus Reiste im Kühlschrank.

Das Schöffengericht Meschede hat einen 44-Jährigen wegen des Besitzes von 1,2 Kilo Amphetamin verurteilt. Gelagert hatte er seine Drogen bei einer Bekannten aus Reiste im Kühlschrank.

Foto: Oliver Berg

Reiste/Meschede.  Mehr als ein Kilo Amphetamin hat ein 44-Jähriger in einem Keller in Reiste eingelagert. Angeblich hatte er versäumt, die Drogen zu entsorgen.

Wegen des Besitzes von 1,2 Kilogramm Amphetamin hat das Schöffengericht einen 44 Jahre alten Mescheder zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Gelagert hatte er seine Drogen in einem Keller in Reiste.

Ob der Mann mit der erheblichen Menge Handel treiben wollte, konnte ihm das Gericht am Ende nicht zweifelsfrei nachweisen. Nach eigenen Angaben hatte sich der 44-jährige die Drogen im Wert von knapp 3000 Euro für den Eigenbedarf besorgt.

„Massive Probleme in der Gründungsphase“

Er habe massive Probleme in der Gründungsphase seiner Selbstständigkeit und beim Umbau seines Hauses gehabt, erklärte er vor Gericht. Mit dem Amphetamin habe er sich pushen wollen. „Ich war am Ende und habe keinen anderen Ausweg gesehen. Die Drogen sollten für mehr Leistungsfähigkeit und Konzentration sorgen.“ Als es dann wieder ruhiger geworden sei, habe er mit dem Konsum aufgehört. Fast ein Jahr lang habe der Drogen-Eimer unangerührt in seinem Keller gestanden, bevor er sich dafür entschieden habe, ihn bei einer Bekannten in Reiste zu deponieren, so der Angeklagte.

Angst vor Zivilbeamten der Polizei

Aus dem Haus sollten die Drogen, weil wegen seines Mieters immer wieder Behörden und Gläubiger auf der Matte gestanden hätten. „Ich hatte Sorge, dass unter ihnen auch mal ein Zivilbeamter sein könnte, der die Drogen findet.“ Angeblich mit der Absicht, den Inhalt des Eimers über kurz oder lang entsorgen zu wollen, habe er das Amphetamin dann bei seiner Bekannten in Reiste gelagert – allerdings nicht lieblos in irgendeiner versteckten Ecke, sondern sorgsam gekühlt in einem Kühlschrank im Keller, vermutlich, um den Wirkstoffgehalt nicht zu gefährden.

Warum er die Drogen nicht direkt selbst entsorgt hat? Auf diese Frage der Staatsanwaltschaft hatte der 44-Jährige in der Hauptverhandlung keine wirkliche Antwort.

Hausdurchsuchung

Gefunden worden waren die Drogen im Rahmen einer Hausdurchsuchung bei einer 32-Jährigen Frau in Reiste. Ihren Angaben zufolge war der Angeklagte nach der Einlagerung sogar noch einmal vorbeigekommen, als die gelbliche feuchte Substanz aus dem Eisfach ausgelaufen sei, um sie dann umzupacken und in den Kühlschrank zu stellen. „Spätestens hier hätte die angeblich in Vergessenheit geratene Entsorgung ja vollzogen werden müssen“, so die Staatsanwaltschaft.

„Es spricht alles dafür, dass sie Handel treiben wollten, letzte Zweifel konnten wir aber nichts ausräumen“, betonte Richter Dr. Stephan Siepe in der Urteilsbegründung. Und so bleibe lediglich die Verurteilung wegen Drogenbesitzes. Als Auflage muss der 44-Jährige zusätzlich 6500 Euro an die Suchthilfestiftung zahlen.

44-Jähriger ist vor Gericht kein Unbekannter

Der 44-Jährige ist vor Gericht kein Unbekannter. Insgesamt zehn Eintragungen weist sein Auszug aus dem Bundeszentralregister auf. Verurteilt worden war er unter anderem 1998 wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Anfang der 2000er wegen Beleidigung und unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln sowie 2008 wegen Drogenhandels in sieben Fällen in nicht geringen Mengen.

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