Schützenbruderschaft

100 Jahre: Bei St.-Georg-Schützen Olpe lebt Geschichte auf

Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte noch nicht mit Gewehren auf den Schützenvogel geschossen werden. Dieses Foto hier entstand beim Vogelschießen 1953, damals mit Armbrüsten. Im Hintergrund ist die alte Mühle zu sehen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte noch nicht mit Gewehren auf den Schützenvogel geschossen werden. Dieses Foto hier entstand beim Vogelschießen 1953, damals mit Armbrüsten. Im Hintergrund ist die alte Mühle zu sehen.

Foto: Privat

Olpe.  100 Jahre besteht die Schützenbruderschaft St. Georg in Olpe bei Meschede. Corona sorgt auch hier für Probleme - aber es gibt etwas Bleibendes.

Zwei Jahre lang hat das Chronikteam der St.-Georg-Schützenbruderschaft recherchiert, gesucht und gesammelt. Jetzt liegt ihre Chronik vor – nach etlichen Hindernissen und Problemen.

Bereits 1995 hatte der Verein eine kleine Chronik herausgebracht. Zum Jubiläumsschützenfest sollte das 100-jährige Bestehen der Bruderschaft mit einem ausführlichen Buch zur Geschichte gekrönt werden, doch die Veröffentlichung am 4. April konnte coronabedingt nicht erfolgen. Auch das Jubiläumsfest am 25. und 26. April fiel der Pandemie zum Opfer. Da auch der neue Termin am 19. Dezember nicht groß gefeiert werden kann, erscheint das Buch jetzt aber doch noch im Jubiläumsjahr.

587 Fotos und viele, viele Gespräche

Das Team – bestehend aus Franz-Wilhelm Burgard, Wolfgang Werth, Josef Hahne, Ulrich Flügge, Herbert Horstmann, Timo Kersting, Thomas Zoddel, Elmar Kersting und Sandra Zielinski – hat auf 327 Seiten die bewegte Geschichte der Bruderschaft von der Entstehung bis heute zusammengetragen und mit 587 Fotos lebendig gemacht. Dazu wurden unzählige Gespräche geführt, bei denen oft Dinge ans Licht kamen, die bislang noch nicht entdeckt waren.

Bis 1920 feierten die Olper zusammen mit anderen Vereinen, die zum Caller Kirchspiel gehörten.

Olper Schützenbrüder sind dort bereits im Jahr 1728 erwähnt worden. Als zu Beginn des Ersten Weltkriegs in vielen Orten Bürgerwehren gegründet wurden, fanden sich dort meist ältere Einwohner zusammen, die mit Schusswaffen umgehen konnten, um in den Orten für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Aus dieser Bürgerwehr heraus entstand 1920 der Schützenverein in Olpe.

Die Versammlung zur Gründung war am 28. November 1920, die eigentliche Gründung am 19. Dezember um „5.30 abends“ im Gasthof Hütter. Mit 79 Gründungsmitgliedern waren fast alle Männer des Ortes dem neuen Schützenverein beigetreten, wobei die ältesten Männer, Anton Hahne und Kaspar Bause waren – damals bereits 82 Jahre alt, woran man sehen kann, dass damals das gesamte Dorf hinter der Gründung stand.

Gastwirt ist der erste König

Nun brauchte man auch eine Schützenhalle, die auf der Wiese von Landwirt Anton Hahne gebaut wurde. Die Pacht für das Grundstück wurde aufgrund der Inflation jährlich neu festgesetzt, so dass „selbige dem jeweiligen Werte des Erträgnisses des Platzes entspreche“. Das erste Schützenfest wurde schon am 24. und 25. Juli gefeiert. Der 1. Vorsitzende und gleichzeitig Hauptmann war Wilhelm Luges, der erste Schützenkönig war der Gastwirt und Installateur Josef Quinkert.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden keine Schützenfeste gefeiert. 1947 konstituierte sich der Verein neu als nun kirchlich anerkannte St.-Georg-Schützenbruderschaft.

Während all der Jahre wurde an der Schützenhalle gebaut, renoviert, erweitert und verbessert. Mit der Chronik können die Leser jetzt in Erinnerungen schwelgen und viele Details aus der Geschichte erfahren.

Thomas Zoddel, heute Vorsitzender der Bruderschaft, sagt über das Buch: „Es ist wirklich ein gelungenes Werk, das die vielen Geschichten und Daten positiv herausstellt.“

In chronologischer Abfolge sind alle Ereignisse mit wunderbaren Fotos aufgegliedert, sodass man beim Lesen eine kleine Reise durch die Geschichte und die Zeit machen kann. „Wir haben alles reingepackt, was wir wussten“, sagt Elmar Kersting, der als ehemaliger Hauptmann und jetziger Ortsheimatpfleger die Leitung der Redaktion bei der Erstellung der Chronik hatte. Die Gesamtleitung hatte der ehemalige Geschäftsführer und jetzige Presse- und Sozialwart Franz-Wilhelm Burgard. Entstanden ist ein unterhaltsames und informatives Buch zur 100-jährigen Geschichte der Olper Schützen.

>>>HINTERGRUND<<<

Der Verkauf des Buches findet in der Schützenhalle am Samstag, 7. November, von 10 bis 13 Uhr und am Sonntag, 8. November, in der Zeit von 14 bis 17 Uhr statt.

Weiterhin wird das Buch dann auch in der Bäckerei Kremer in Olpe erhältlich sein. Darüber hinaus können die Chronikexemplare bei den Vorstandsmitgliedern Thomas Zoddel und Franz-Wilhelm Burgard bestellt werden.

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