Alkohol

25 Prozent mehr Schnaps und Co.? Was Mescheder Händler sagen

Die Produktion von Spirituosen ist in NRW im zweiten Quartal 2020 um 25 Prozent gestiegen.

Die Produktion von Spirituosen ist in NRW im zweiten Quartal 2020 um 25 Prozent gestiegen.

Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Meschede.  Mehr Schnaps! Weniger Bier? So soll es NRW-weit aktuell aussehen. Aber wie ist die Lage im Sauerland? Wie Mescheder Händler das sehen.

Laut Landesbetrieb IT.NRW für Statistik- und IT-Leistungen wurden in Nordrhein-Westfalen im zweiten Quartal 2020 über 25 Prozent mehr Spirituosen produziert als im Vorjahr. Dass sich dieser Wachstum in Nachfrage oder Verkaufszahlen widerspiegelt, kann in- Meschede jedoch bislang niemand bestätigen.

Ohne Impfstoff keine Feste

Franz-Josef Ricke, Mescheder Getränkehändler, spürt vielmehr noch die Auswirkungen der vielen ausgefallen Feste in diesem Sommer. „Zwar gibt es inzwischen wieder kleinere Gartenpartys, gestiegen ist die Nachfrage nach Spirituosen bei uns aber nicht maßgeblich. Und ich befürchte auch, dass sich das ohne Impfstoff so schnell auch nicht ändern wird.“ Berichten kann er aber, dass in Meschede während der Corona-Zeit viel mehr Mehrweg-Flaschen Mineralwasser abgesetzt werden: „Die Menschen haben da tatsächlich statt fünf Kisten oftmals gleich zehn mitgenommen.“

Leichter Anstieg im HIT

Diesen Trend hat auch Armin Schnüttgen, Leiter des HIT-Marktes in Meschede, beobachten können. Einen extremen Anstieg in der Spirituosen-Produktion kann sich aber auch Schnüttgen nicht herleiten. „Eigentlich ist es immer noch so, dass die Leute im Mittel weniger beim Einkaufen ausgeben. Aber sie kochen gleichzeitig auch mehr Zuhause und gönnen sich da auch schon mal etwas“, so der Marktleiter.

Er will aber nicht ausschließen, dass es in anderen Teilen NRWs durchaus zu einem Anstieg der Spirituosen-Nachfrage und somit der Produktion gekommen ist. „Sicher haben auch wir zuletzt wieder etwas mehr Spirituosen verkauft, aber an den Wert von 25 Prozent kommen wir auf gar keinen Fall. Hier im Sauerland gewinnt dann vielleicht doch eher die Bierkiste an der Supermarktkasse“, sagt Armin Schnüttgen. So sieht das auch Frank Hartung, der seinen Getränkehandel ebenfalls in Meschede betreibt: „Es wird wieder etwas mehr. Und ich kann bestätigen, dass die Mescheder sich hochwertige Spirituosen gönnen. Einen Anstieg von 25 Prozent kann ich mir aber kaum erklären.“

Weniger Bier für NRW

Das im Hochsauerland beliebte Bier kommt in der Statistik entgegen der subjektiven Wahrnehmung der Händler besonders schlecht weg: „32 nordrhein-westfälische Betriebe produzierten im zweiten Vierteljahr 4,25 Millionen Hektoliter (-13,4 Prozent gegenüber 2019) alkoholhaltiges Bier“, heißt es vom Landesbetrieb IT.NRW für Statistik- und IT-Leistungen.

Die Produktionsmenge an nichtalkoholischen Erfrischungsgetränken war von April bis Juni mehr als doppelt so hoch wie beim Bier: 54 Betriebe in Nordrhein-Westfalen stellten im zweiten Quartal 10,55 Millionen Hektoliter Mineralwasser, Fruchtsäfte, Cola, Limonade usw. her. Dennoch liegt auch die Produktion der Erfrischungsgetränke deutlich unter Vorjahresniveau.

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