Gericht

54-jähriger Mescheder soll Stieftochter vergewaltigt haben

Vor dem Landgericht Arnsberg

Vor dem Landgericht Arnsberg

Foto: Ted Jones

Meschede/Warstein.   Ein 54-jähriger Mescheder soll seine Stieftochter in Warstein missbraucht und vergewaltigt haben. Bei der ersten Tat war sie acht Jahre alt.

Ein 54-jähriger Mescheder soll in der Zeit von Anfang 2010 bis Mitte 2017 seine Stieftochter in sieben Fällen sexuell missbraucht haben. Der Mann sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft. In fünf Fällen soll es zudem zum Beischlaf gekommen sein. Tatorte waren Warstein und Meschede. Da der Mann, der zuletzt mit seiner Familie in Warstein lebte, alles abstreitet, muss nun auch das Mädchen aussagen.

In Wohnungen und dem Auto

Gehört wurden am gestrigen ersten Prozesstag eine Vertreterin des Jugendamtes und eine Familienhelferin: Ihnen gegenüber hatte sich die heute 16-Jährige offenbart. Das Mädchen ist die Tochter der Ehefrau des Angeklagten. Sie berichtete, dass sie bereits mit acht Jahren zum ersten Mal von ihrem Stiefvater sexuell angegangen worden sei. In Wohnungen in Warstein und Hirschberg und in seinem Pkw am Hennesee habe er sie gezwungen, an ihm sexuelle Handlungen vorzunehmen. Zudem zwang er sie zum Geschlechtsverkehr.

Die Mutter hatte zwei eigene Kinder mit in die Ehe gebracht. Sie habe von den Übergriffen nichts gewusst. „Ich habe es ihr nicht erzählt, weil ich Angst hatte, unsere Familie könnte auseinanderbrechen“, hatte das mutmaßliche Opfer erklärt.

Außerdem hatte ihr - so die Aussage der Jugendamts-Vertreterin - der Stiefvater suggeriert: „Du musst schweigen. Dir glaubt sowieso keiner. Du bist nichts wert.“ Sie solle ihm dankbar sein, denn er habe ihre Mutter aus dem Bordell befreit.

Aus Angst geschwiegen

Als es in der Familie zu einem heftigen, lauten, nach außen dringenden Streit gekommen war, hatte sich das Jugendamt eingeschaltet und kam dem Angeklagten bei diesem Hausbesuch auf die Schliche.

Aus Angst habe sich das eingeschüchterte Mädchen lange niemanden offenbart, so die Zeugin vor Gericht. Angst hatte es auch, dass sich der Stiefvater ebenfalls an den beiden jüngeren Geschwistern vergehen könnte.

Dazu gibt es jedoch bisher keinerlei Anhaltspunkte. Die Kinder wurden aus der Familie genommen, der Beschuldigte kam in Untersuchungshaft. Ein psychologisches Gutachten, das erst im weiteren Verlauf des Prozesses verlesen wird, soll dem Mann pädophile Neigungen bescheinigen. Der Angeklagte streitet alle Vorwürfe ab, was dazu führen wird, dass das mutmaßliche Opfer vor Gericht aussagen muss.

Eine plausible Erklärung für die angebliche Falschbeschuldigung durch seine Stieftochter konnte der angeklagte Mescheder vor dem Landgericht nicht abgeben.

Zum Abschluss der Beweisaufnahme wird nun ein Sachverständiger sein Gutachten über die Schuldfähigkeit vortragen. Außerdem wird ein weiterer Sachverständiger erklären, wie der Wahrheitsgehalt der Anschuldigen zu bewerten ist.

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