Diamantene Hochzeit

60 Jahre Ehe - Beim Tanz in Meschede das Herz erobert

Sie blicken auf ihre Diamantene Hochzeit: Heinz und Monika Cordes aus Meschede.

Sie blicken auf ihre Diamantene Hochzeit: Heinz und Monika Cordes aus Meschede.

Foto: Privat

Meschede.  Heinz und Monika Cordes aus Meschede stehen vor ihrer Diamantenen Hochzeit. Hier ist ihre Lebens- und Liebesgeschichte.

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Seinen 200er-Diesel samt Anhänger mit Baumaterialien fährt er schon einige Jahre nicht mehrtäglich durch Meschede. Aber vor zwei Jahren hat er ihn - ganz selbstbewusst mit 89 - nochmal gegen ein aktuelles Modell ausgetauscht. Seither steuert er dieses täglich zu Bäcker, Bank und Supermarkt und am Wochenende samt Gattin ins Hochsauerland.

Die feinmaschige Struktur ihrer dänischen Kreuzsticharbeiten wird erst seit Kurzem bei langsam nachlassender Sehkraft nicht mehr so gut bewältigt, was durchaus auch als Glück zu bezeichnen ist, da die Wände und Schubladen des Hauses in der Gebkestraße kaum noch Fassungsvermögenaufweisen.

Zusammen mit Jugendfreundinnen

Die Rede ist von Friedel und Monika Cordes, die in wenigen Tagen, wie sie betonen - so Gott will - den 60. Hochzeitstag, ihre Diamantene Hochzeit, feiern. Zusammen mit der engen Familie und den beiden Jugendfreundinnen Mia Senge und Inge Harnacke, die die Freundschaft der beiden Mitte der 50er-Jahre maßgeblich befördert hatten, wird der Tag und die treue Verbindung in guten und schlechten Zeiten, gemeinsam gefeiert.

In der Nachkriegszeit besuchte Friedel Cordes mit der 200er DKW die Bauschule in Lage Lippe. 1953 verließ er sie als Bauingenieur, um in das 1920 vom Vater Fritz, damals zusammen mit Hugo Wrede gegründete Baugeschäft einzusteigen. Monika Wenzel von der Hünenburgstraße konnte dem Rupfen des Federviehs im Rahmen ihrer ländlichen Hauswirtschaftslehre in Niederberndorf nicht so viel abgewinnen und wechselte ins Mescheder Post- und Fernmeldewesen.

Beim Kinderschützenfest 1954

Dann geschah es: Beim abendlichen Tanz des Mescheder Kinderschützenfestes 1954 eroberte Friedel der „Walzerkönig“ Monis Herz im Sturm. Bei gemeinsamen Sonntagsausflügen mit dem Opel Olympia Rekord schmiedete man gemeinsame Zukunftspläne. Friedel und Monika errichteten das gemeinsame Haus, das zur Hochzeitsfeier 1959 fertiggestellt war. Monika entfaltete den ihr eigenen richtungsweisenden Einfluss auf Haus und Hof, Mann und Kinder… Wie blieb da bloß noch Zeit für all das andere, das Sammeln vieler schöner Dinge, für Inneneinrichtung und Dekoration, für Stricken,Töpfern, Batiken und den Kreuzstich?

Zeiten des Aufbaus, der Hochkonjunktur, der Arbeit von früh bis spät wurden erst ab 1966 für maximal 14 Tage vom Familiensommerurlaub unterbrochen. Mit den Kindern Friedrich-Karl und Peter ging es meist gen Norden.

Fortsetzung der Geschichte

Nun kündigt sich nach 60 Jahren Ehe und nach dem 90. Geburtstag der Diamantbraut im nächsten Jahr bereits das nächste große Fest an: Das 100-jährige Bestehen, des von Arnold Fuchte seit 1995 weitergeführten Baugeschäftes. Dieser Schritt erfolgte in dunklen Zeiten der Ehe, in denen sich die Wünsche des gesunden Erwachsenwerdens und der Übernahme des Geschäftes durch den ältesten Sohn Friedrich-Karl nicht erfüllten.

Trotz großer Fähigkeiten, aber sensiblem Gemüt, starb er 1995 mit nur 35 Jahren. Damals wünschten viele den Jubilaren nach schweren Jahren noch ein paar gute. Heute sind es gute 24, in denen die Enkelkinder Mona und Svenja und deren Eltern Elisabeth und Peter sich auf die gemeinsame Fortsetzung der Geschichte freuen. Vieles und viele liebe Menschen fehlen in der kleinen Chronik, aber nach der Diamantenen kommen Eisen- (65) und Gnadenhochzeit (70), aber wir wollen nicht vermessen sein.

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