Weiterbau A 46

A 46: Nach der Zeremonie soll direkt der Verkehr rollen

Richard Mede ist Projektleiter des A46-Weiterbaus. In seinem Büro in Nuttlar laufen alle Fäden der Großbaustelle zusammen.

Richard Mede ist Projektleiter des A46-Weiterbaus. In seinem Büro in Nuttlar laufen alle Fäden der Großbaustelle zusammen.

Foto: Frank Selter

Velmede/Nuttlar.   Endspurt beim Weiterbau der A46 in Bestwig: Am Tag der Eröffnungszeremonie soll ohne Verzögerung die Freigabe für den Verkehr erfolgen.

Das Gröbste ist geschafft: Ende des Jahres wird in der Gemeinde Bestwig das neue Teilstück der A46 für den Verkehr freigegeben. Einen konkreten Eröffnungstermin gibt es noch nicht - und das hat seinen guten Grund.

„Wenn wir etwas an die Öffentlichkeit geben, dann soll das auch Hand und Fuß haben“, sagt Richard Mede. Als Projektleiter des Großprojektes ist er aber sicher: „Die Eröffnung wird im letzten Quartal dieses Jahres stattfinden“. Das sei das, was er zum aktuellen Zeitpunkt mit Sicherheit sagen könne. Weiter will sich Mede momentan ganz bewusst nicht aus dem Fenster lehnen.

Keine Restarbeiten mehr

„Selbst wenn Angela Merkel hier vor mir sitzen würde, könnte ich ihr kein Datum nennen. Es gibt nämlich noch keins“, sagt er und lacht. Sein Bestreben und das seiner Behörde, dem Landesbetrieb Straßenbau in Meschede, ist eindeutig: „Wir wollen, dass am Tag der Eröffnungszeremonie auch tatsächlich die Freigabe erfolgen kann - ohne eine Verzögerung von Tagen oder Wochen, weil noch irgendwelche Restarbeiten erledigt werden müssen“, so Mede.

Kein Grund zur Panik

Wenige Monate vor Abschluss des Großprojektes ist Mede zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Entspannt sei er angesichts der Tatsache, dass es langsam aber sicher auf die Zielgerade gehe, allerdings nicht. „Die nächsten Monate werden noch stressig und hektisch genug“, sagt er. Aber es sei keineswegs so, dass man in Panik verfalle, weil es am Ende doch noch eng werden könnte. „Wir haben immer noch einen zeitlichen Puffer, für den Fall, dass doch mal etwas Unvorhergesehenes geschehen sollte“, so der Projektleiter.

Bislang habe es aber keine Überraschungen gegeben - zumindest keine, die so groß gewesen seien, dass man entgegen den ursprünglichen Planungen die Bauweise hätte ändern müssen. Klar habe man hier und da mal geringfügig tiefer bohren müssen als geplant, um die Standsicherheit der Großbohrpfähle für die Brückenbauwerke zu gewährleisten.

120 Menschen auf der Baustelle

Auch ist man mal beim Bohren auf einen kleinen Hohlraum gestoßen, der verfüllt werden musste. „Aber das ist bei einer Baustelle von dieser Dimension eigentlich nicht der Rede wert“. Die erforderlichen Maßnahmen waren Standardbauweisen.

Seit 2009 wird an dem A46-Teilstück gearbeitet. Zu Spitzenzeiten, in denen etwa die Brückenbauwerke entstanden sind, waren im Schnitt bis zu 120 Menschen auf der Baustelle. Momentan sind es laut Mede im Schnitt zwischen 20 bis 40.

Sie waren zuletzt unter anderem mit Anpflanzungen und dem Errichten eines Wildschutzzauns beschäftigt. Inzwischen wird auf einer Fläche von insgesamt 13.000 Quadratmetern eine Netzsicherung auf einer Felsböschung angebracht, um das Ablösen von Felsschollen zu verhindern.

Leitpfosten und Schutzplanken

Außerdem sollen ebenfalls ab April zwischen der Anschlussstelle Velmede und der Talbrücke Nuttlar die Leitpfosten und Schutzplanken errichtet werden. Solche Arbeiten seien zwar nicht mit dem Bau der Brücken zu vergleichen, aber „Kleinkram“ sei auch das nicht, sagt Mede und nennt Zahlen: „Wir haben allein zwischen dem Zubringer in Velmede und dem Ende der Talbrücke Nuttlar eine Streckenlänge von rund 5 Kilometern. Leitplanken werden auf beiden Seitenstreifenbanketten und dem Mittelstreifenbankett errichtet. Alleine hier reden wir von Kosten in Höhe von etwa anderthalb Millionen Euro.“

Fundamente für die Schilder

Ab Mai sollen dann die Fundamente für die Beschilderung gegossen werden, bevor im Sommer die Markierungsarbeiten erfolgen können. Kurzum: „Es geht zwischen Velmede und Nuttlar darum, die Strecke mit der Ausstattung auf den Betrieb vorzubereiten“, sagt Mede.

Aber auch östlich der Talbrücke Nuttlar gibt es noch jede Menge Arbeit. Dort sind auf der Bermecke-Brücke noch letzte Betonierarbeiten zu erledigen. „Bis auf kleine Restarbeiten ist das Bauwerk dann fertig“, so der Projektleiter. Im Streckenbau sind noch letzte Entwässerungsarbeiten und anschließend noch auf einer Gesamtlänge von rund drei Kilometer die Asphaltarbeiten durchzuführen, wie auch Oberbodenandeckungen, Bankettherstellung usw.

Auch hier folge dann die Ausstattung mit Schutzplanken, Markierungen und dem Gießen der Fundamente für die Beschilderung. In Kürze werde auch mit dem Ausbau des Knotenpunktes B480/L743 begonnen. In diesem Zusammenhang räumt Mede mit einem Gerücht auf: „Dort entsteht kein Kreisverkehr, sondern eine Kreuzung mit einer Ampelanlage.“

Fußgänger und Radfahrer ignorieren Verbotsschilder

Das Wetter hat laut Mede nicht immer bedeutende Auswirkungen auf die Bauzeit. Bei Regen etwa könnten zum Beispiel Kanalbauarbeiten erfolgen. „Das ist für die Arbeiter vor Ort sicherlich nicht angenehm, aber es klappt“, sagt der Bauleiter. Aber selbst vermeintlich „gutes Wetter“ sei nicht immer optimal.

Im heißen Sommer des vergangenen Jahres etwa seien zeitweise Betonierarbeiten auf der Talbrücke Bermecke nicht möglich gewesen, weil bereits die Zuschlagstoffe für den Beton so warm waren, dass in Verbindung mit den hohen Tagestemperaturen der Beton zu schnell abbinden würde - mit der Folge, dass ein fachgerechter Einbau des Betons nicht gewährleistet werden konnte, erklärt der Projektleiter. Auf einer so komplexen Baustelle mit ihren zahlreichen Gewerken, sei es nicht möglich, pauschal von „schlechtem“ oder „gutem“ Wetter zu reden. Jedes Gewerk hat nun mal seine eigenen technisch bedingten Rahmenbedingungen.

Obwohl die Großbaustelle mit Verbotsschildern gesichert ist, gibt es immer wieder Radfahrer und Spaziergänger, die die Beschilderung ignorieren - und sogar Kinder mit dabei haben. Mede warnt ausdrücklich vor dem Betreten der Baustelle und weist auf die Gefahren hin. Die Strecke habe zwischen Nuttlar und Velmede ein durchgehendes Gefälle ohne ein einziges Steigungsstück.

Wer sich hier mit dem Rad rollen lasse, erreicht schnell eine ordentliche Geschwindigkeit. „Das ist nicht ohne“, sagt Mede, „vor allem für Kinder, die auf dem Rad noch nicht allzu sicher sind“. Nicht umsonst beschränke man sich bei dem A46-Run, der am Sonntag, 29. September, stattfinden wird, auf Laufen, Wandern und Walken.

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