Stadthalle

Abstand, keine Pause: Kultur in Meschede während Corona

Die Schauspieler als Feuerwehrleute auf der Bühne: Nur 42 Zuschauer sahen die Komödie in der Stadthalle Meschede.

Die Schauspieler als Feuerwehrleute auf der Bühne: Nur 42 Zuschauer sahen die Komödie in der Stadthalle Meschede.

Foto: Brigitta Bongard

Meschede.  In der Stadthalle Meschede wurde eine Komödie aufgeführt - unter Corona-Bedingungen. Was das vor allem fürs Publikum bedeutet und wie es war.

In der Stadthalle in Meschede startet langsam wieder das kulturelle Leben. Am Dienstag wurde die Komödie „Brandheiß - Gelöscht wird später“ aufgeführt, zu der, obwohl sie ein größeres Publikum verdient gehabt hätte, nur 42 Besucher gekommen waren. Mit dem Hygienekonzept, das in der Stadthalle umgesetzt wird, könnten es durchaus mehr Gäste sein, aber die Zurückhaltung der Bevölkerung lässt sich bei derartigen Veranstaltungen doch noch sehr stark spüren.

Silke Pöttgen, Stadt Meschede, erklärte dazu: „Wir machen während des Stückes keine Pause, weil dann einfach weder an der Theke, noch im Toilettenbereich eine ausreichende Einhaltung der Abstandsregel gewährleistet werden könnte. Andererseits kann das Publikum so jetzt 90 Minuten lang ohne Unterbrechung das Stück genießen. Wir hoffen jetzt, dass die Besucherzahlen langsam wieder steigen.“

Eine Maskenpflicht bestand nur auf dem Weg bis zum Sitzplatz. Etwas skurril wirkte bei der Aufführung dann allerdings, dass die Akteure auf der Bühne während der Tanzszenen, bei denen mehrere Leute auf der Bühne waren, einen Mund-Nasen-Schutz trugen.

Abstand bei Sprechszenen

Dass auch während der Sprechszenen immer ein Mindestabstand zwischen den Schauspielern eingehalten wurde, fiel hingegen überhaupt nicht weiter auf. In dem Stück kämpfte die dreiköpfige und etwas trottelige Restbesetzung der örtlichen Feuerwehr von Drottelfeld um ihr weiteres Bestehen, nachdem das letzte Einsatzfahrzeug ausgebrannt und auch die Kassen der Wache leer waren. Im Konkurrenzkampf mit der Feuerwehr der Nachbargemeinde Knülldorf müssen sie sich etwas einfallen lassen und stellen eine Poledance-Show unter dem Motto „Poledanz op de Deel“ auf die Beine.

Dabei ergaben sich herrlich komische Szenen, da die Herren vom Dorf in dem Stück weder körperlich noch geistig wirklich ganz auf der Höhe sind. Die Feuerwehrleute Klaus Claasen (Michael Jäger) und Claas Klausen (Florian Wilke) geben sich jedoch die größte Mühe und werden beim Training unterstützt von Annika (Svenja Jerg), Tochter von Hauptmann Hans Hansen (Jürgen Reinecke) und dem Überläufer aus Knalldorf, Ben Weber (Dominik Penschek).

Situationskomik und Akrobatik an der Rutschstange in der Wache sorgen für einen unterhaltsamen Abend für die Besucher des Theaters, die es genossen, endlich mal wieder ein Stück auf der Bühne sehen zu können.

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