Senioren

Acht Millionen Euro investiert: Blickpunkt eingeweiht

Zahlreiche Gäste  aus Politik und Kirche waren zur Einweihung des rundum erneuerten Seniorenzentrums Blickpunkt gekommen.  Geschäftsführerin Silvia Koch (rechts)ließ die Bauphase noch einmal Revue passieren

Zahlreiche Gäste aus Politik und Kirche waren zur Einweihung des rundum erneuerten Seniorenzentrums Blickpunkt gekommen. Geschäftsführerin Silvia Koch (rechts)ließ die Bauphase noch einmal Revue passieren

Foto: Miriam Geck

Meschede.  Fünf Jahre dauerte die Umbauzeit des Seniorenzentrums Blickpunkt. Geschäftsführerin Silvia Koch erklärt, welche Pläne es für die Zukunft gibt.

Die Fertigstellung des Seniorenzentrums Blickpunkt ist ein Geschenk, zu dem alle Mitarbeiter mit Engagement, aber auch die Bewohner mit ihrer Geduld beigetragen haben. So sangen denn jetzt auch die „Nördeltspatzen“ bei der Geburtstagsfeier zum 90-jährigen Bestehen zur Einstimmung „Jeder Tag ist ein Geschenk“. Silvia Koch, Geschäftsführerin blickte in ihrer Ansprache auf die Höhen und Tiefen während der fünfjährigen Bauphase von Juni 2011 bis November 2016 zurück. Insgesamt wurden acht Millionen Euro investiert . Sie sagte: „Der Weg war lang, aber das Ziel hat ihn lohnend gemacht.“ Die Geistlichen Hans-Jürgen Bäumer und Michael Schmitt segneten das neue Haus und Bürgermeister Christoph Weber sprach Grußworte und übergab der Geschäftsführerin ein Geschenk. Wir sprachen mit Silvia Koch - sie hat weitere Pläne.

Wie haben Sie mit Blick auf den anstehenden 90. Geburtstag des Seniorenzentrums Blickpunkt Meschede die letzten Jahre erlebt?

Silvia Koch: Ich bin seit Januar 2014 hier als Geschäftsführerin tätig und das Zentrum befand sich zu der Zeit mitten im Umbruch. Dies geschah einerseits durch den Umbau aber auch durch gesetzliche Änderungen im Bereich der Pflegereform mit Pflegegraden, Investitionsabrechnungen und vielem mehr. Dadurch hat sich vor allem verwaltungstechnisch viel geändert. Trotz alldem ist es uns gelungen, das Haus voll zu belegen und auch die Lebensqualität der Bewohner aufrecht zu erhalten.

Wie viel Zeit nahm der Umbau in Anspruch, und was war der Anlass?

Der Umbau begann im Sommer 2011 und wurde am 1. November 2016 mit dem Bezug der Wohnungen abgeschlossen. Grund für die Neustrukturierung war vor allem, dass das alte Gebäude nicht mehr den nötigen Anforderungen entsprach. Unter anderem gab es zu der Zeit noch Doppelzimmer im Zentrum und die Badezimmer waren noch nicht barrierefrei. Jetzt können die Bewohner auch ohne Probleme mit dem Rollstuhl ins Badezimmer fahren.

Wie genau lief der Umbau ab? Mussten die Bewohner in andere Seniorenzentren umgesiedelt werden?

Nein, absolut nicht. Der Umbau wurde in vier Bauabschnitte eingeteilt. Zunächst wurde ein Ersatzneubau aufgestellt. 2012 haben wir dort 32 Bewohner eines Hauses untergebracht. Dann wurde das leerstehende Haus abgerissen und dort ein Neubau errichtet und das Spiel ging mit den anderen Bauteilen weiter. Deswegen fiel die Bauzeit auch so umfangreich aus.

Sie übernahmen die laufende Baustelle dann direkt am ersten Arbeitstag. Welche Herausforderungen bringt das mit sich?

Viele Entscheidungen waren schon getroffen, als ich hier angefangen habe. Das hat natürlich Vor- und Nachteile. Aber ich hatte schon Erfahrungen bei meinem vorherigen Arbeitgeber gesammelt, wo es einen Umbau bei laufendem Betrieb gab.

Auf welche Neuerungen konnten sich die Bewohner noch freuen?

Der Altbau hatte noch einen 70er-Jahre-Charme, weil er in braun und beige gehalten war, das dafür sorgte, dass alles sehr dunkel wirkte. Jetzt ist alles heller und die Wohnlichkeit wird viel besser betont. Es wirkt einfach einladender. Außerdem gibt es jetzt mehr Platz, um sich im Außenbereich aufzuhalten.

Wie viele Mitarbeiter arbeiten im Blickpunkt?

Es arbeiten knapp 90 Mitarbeiter im Seniorenzentrum. Davon sind 33 Pflegekräfte und 19 sind in der Hauswirtschaft tätig. Die verbleibenden Mitarbeiter finden sich im Gruppenübergreifenden Dienst, der Verwaltung, dem technischen Dienst. Es gibt aber auch Auszubildende in der Pflege und Absolventen im Bereich des freiwilligen sozialen Dienstes.

Wie viele Bewohner hat Blickpunkt derzeit?

Derzeit leben hier 80 Bewohner, die Angebote in den Bereichen Pflege und Hauswirtschaft in Anspruch nehmen. Dazu gibt es noch acht Wohnungen, die gemietet werden können. Davon sind derzeit sieben bezogen. Dort gibt es einen Grundservice, der aber um Zusatzleistungen aus den Bereichen Pflege und Hauswirtschaft erweitert werden kann. Rund 60 Prozent der Bewohner haben eine Sehbehinderung

Wie sieht die Altersstruktur aus?

Der älteste Bewohner ist 101, die älteste ist 103 Jahre alt. Der jüngste Bewohner ist gerade einmal 53 Jahre alt. Die Spanne ist also recht groß und umfasst mehrere Generationen. Im Durchschnitt liegt das Alter der Bewohner bei 80 Jahren.

Was ist für die Zukunft geplant?

Wir wollen einen generationenübergreifender Nachbarschaftsmittelpunkt bauen. Dieser soll mit Hilfe eines Leader-Projekts gefördert werden und den Bewohner Bewegungs- und Spielmöglichkeiten geben. Eine überdachte Terrasse soll ebenfalls dazugehören. 2018 könnte alles fertig sein.

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