Landtagswahl

AfD: „Wir dürfen diese einmalige Chance nicht verballern“

AfD-Direktkandidat Knuth Meyer-Soltau (l.) im Gespräch mit AfD-Landeschef Marcus Pretzell (M.) in Bestwig.  Günter Simon, Schatzmeister des Kreisverbandes (r.) und Jürgen Antoni (Sprecher des Kreisverbandes) hören zu.

AfD-Direktkandidat Knuth Meyer-Soltau (l.) im Gespräch mit AfD-Landeschef Marcus Pretzell (M.) in Bestwig. Günter Simon, Schatzmeister des Kreisverbandes (r.) und Jürgen Antoni (Sprecher des Kreisverbandes) hören zu.

Foto: Frank Selter

Bestwig.   Der neue Direktkandidat der AfD für die Landtagswahl, Knuth Meyer-Soltau, war zuvor in der SPD und später ein Jahr bei den Republikanern.

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Erst war er in der SPD, später ein Jahr lang bei den Republikanern - jetzt tritt der Bochumer Rechtsanwalt Knuth Meyer-Soltau als Landtagswahl-Direktkandidat für die AfD im Ostkreis an. Aus seiner Mitgliedschaft bei den Republikanern während der Zeit der Wende mache er kein Geheinmis, so Meyer-Soltau. Er stellte bei der Wahlkreisversammlung in Bestwig aber klar: Ausgetreten sei er damals, als die „strammen Rechten“ die Republikaner für sich eingenommen hätten. Da habe er sich gesagt „Freunde, da mache ich nicht mit“.

„Wir haben eine einmalige Chance“

Hinsichtlich der anstehenden Landtagswahl sprach der 51-Jährige bei seiner Vorstellung von einer einmaligen Chance, die sich seiner Partei in diesem Jahr biete. Er treffe viele Menschen, die ihm bestätigten, die AfD sei cool, die sich aber nicht trauten, in die Partei einzutreten. Jedoch höre er immer wieder den Satz: „Aber wir wählen die dieses Mal!“ Diese eine Chance, so Meyer-Soltau dürfe die AfD nicht „verballern“. Es werde in diesem Jahr sehr viele unzufriedene Wähler geben. „Ebenso sicher bin ich mir, dass wir in diesem Jahr viele Wähler aus dem Bereich der bisherigen Nichtwähler haben werden. Die kriegen wir einmal. Ob wir die ein zweites und ein drittes Mal kriegen, darauf kann man nicht pokern.“

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft müsse sich damit anfreunden, dass die AfD die Chance habe, drittstärkste Kraft zu werden. Ob ihr das nun passe oder nicht. Die Aussage Krafts, dass die AfD die Sicherheit und die Arbeitsplätze gefährde, wies Meyer-Soltau entschieden zurück. Angesichts der Tatsache, dass die AfD noch gar nicht im Landtag vertreten ist, sei der Vorwurf hanebüchener Unsinn. „Der einzige, der Arbeitsplätze und Sicherheit gefährdet ist die Regierung, mit der wir uns im Moment auseinandersetzen müssen.“

„Mit Verbrechern zu tun“

Kritik übte er auch an den Medien, die berichten, die AfD habe nur ein Thema: Ausländer müssen raus. „Das ist Unsinn und hat nie jemand gesagt.“ Es sei nur so: „Ein Asylrecht ist ein Gastrecht. Und das Gastrecht ist zu Ende, wenn wieder Frieden ist. Und dann hat man als Gast die Pflicht auch wieder zurückzugehen.“ Das habe mit Ausländerfeindlichkeit nichts zu tun.

Meyer-Soltau ist in zweiter Ehe verheiratet und hat zwei Kinder (20 und 22 Jahre alt). Beruflich habe er es als Anwalt für Straf- und Verkehrsrecht eigentlich nur mit Verbrechern zu tun. „Daher fühle ich mich im Landtag möglicherweise sehr wohl“, so der Bochumer.

Ramsbecker schlägt sich selbst als Kandidat vor

Der Ramsbecker Klaus Selter, der sich in der Versammlung selbst als Direktkandidat vorgeschlagen hatte, konnte seinen Heimvorteil nicht nutzen. Bei seiner Vorstellung ging er auf das Thema Rente, ein, „dass die AfD nach vorne bringen könnte“. Über Jahrzehnte sei aus den Rentenkassen Geld entnommen worden. „Jetzt haben wir Überschüsse, warum legen wir nicht von den sechs Milliarden Euro einfach mal drei Milliarden zurück“, so der 50-jährige, der nach eigenen Angaben ein eigenes Bauplanungsbüro und ein eigenes Bauunternehmen hat. Außerdem ärgere er sich über das Thema Windkraft. Es sei „ein Wahnsinn“ mit den EEG-Umlagen. „Was jetzt noch hinzukommt sind die Nord-Süd-Trassen.“ Nach der Wahl werde herauskommen, dass pro Haushalt 40 bis 50 Euro pro Monat auf die Stromrechnung aufgeschlagen werden.

AfD-Landeschef als Gastredner in Bestwig

AfD-Landeschef Marcus Pretzell, der als Gastredner zum Kreisparteitag gekommen war, will mit „Themen“ bei der Landtagswahl punkten. Das Bildungsthema werde im Wahlkampf zwar nicht die größte Rolle spielen, dennoch stellte er in Bestwig „Alleinstellungsmerkmale“ seiner Partei heraus. „Das gilt zum einen für die klare Ablehnung der jetzigen Form der Inklusion, wie sie an den Schulen in NRW praktiziert wird“. Die Schulen seien weder personell darauf vorbereitet, noch könnten sie strukturell damit umgehen.

Wichtiger werde jedoch das Thema Innere Sicherheit sein. „Wir werden offenlegen, dass die CDU, die sich die Innere Sicherheit als großes Wahlkampfthema auserkoren zu haben scheint, mitverantwortlich ist für den jetzigen Zustand der Polizei“, so Pretzell. Als drittes Thema werde man sich dem ehemaligen Kernthema der CDU widmen: Familie. Die AfD sei die einzige Partei, die willens und in der Lage sei, Familienpolitik wieder als aktive Familienpolitik zu begreifen. „Wir wollen, dass Familie wieder dort stattfindet, wo sie hingehört, nämlich im Elternhaus“, so Pretzell.

Dr. Guido Janzen zum Kreissprecher der AfD gewählt

  • Der 51-jährige Dr. Guido Janzen aus Brilon ist in Bestwig zum neuen Kreissprecher der AfD gewählt worden. Er habe seit Mitte der 90er-Jahre eine eigene Firma mit inzwischen 16 Angestellten, die in Sachen Software, Buchhaltung und Personalwirtschaft berate.

  • Dort sei er „inzwischen allerdings weitgehend raus“, so Janzen. Er habe das Arbeiten mehr oder minder eingestellt und kümmere sich mehr um private Belange oder darum, dass es bei der AfD vorwärts geht.

  • Janzen ist Mitglied im Briloner Modellflugverein und im Vorstand des Tanzsportvereins in Olsberg.

  • Zu Beisitzern wurden Anett Schmidt (51) und Lukas Kaufmann (31) gewählt.

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