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Als Totenstille an der Vogelstange in Wenholthausen herrscht

Mit einem Kran wird die Vogelstange in Wenholthausen abgebaut.

Mit einem Kran wird die Vogelstange in Wenholthausen abgebaut.

Foto: Gudrun Schulte

Wenholthausen.  Plötzlich krachte der Kugelfang zu Boden: So sind die weiteren Pläne für die defekte Vogelstange in Wenholthausen.

Für die St.-Sebastianus-Schützen ist das Jahr 2019 ein ganz besonderes, zumindest wird es allen in Erinnerung bleiben. Am Schützenfestmontag hatte man den Königstitel ausgeschossen. Der Vogel für den Vizekönig war gerade aufgezogen worden, als der komplette Kugelfang mit lautem Krachen zu Boden donnerte. Gott sei Dank stand niemand in der Nähe, so dass keiner verletzt wurde.

Bruderschaft ohne Vizekönig

Der erste Vorsitzende, Albert Siebrichhausen, erinnert sich an den Moment: „Das habe ich an der Vogel-stange noch nie erlebt. Es herrschte Totenstille - gespenstisch.“ Nach der Erleichterung, dass nichts Schlimmes passiert war, wurde der Fehler schnell gefunden: Ein Zahnrad im Getriebe war gebrochen. Klar war auch, dass kein Vizekönig ausgeschossen werden konnte. Eine Reparatur war nicht möglich, weil der Kasten, die Stange und damit die Führung defekt waren. So blieb die Bruderschaft ohne Vizekönig.

Gesprächsthema Nummer eins

„Seit Wochen ist die Vogelstange das Gesprächsthema Nummer eins im Dorf. Sie ist ein Relikt, unter der viele jubeln durften, ich auch“, resümiert Siebrichhausen. Jetzt wurde die Vogelstange abgebaut und zerlegt. Zahlreiche Schützenbrüder, einige Frauen und viele Kinder verfolgten das Spektakel. Nach 58 Jahren glitt die alte, 21 Meter hohe Vogelstange, mittels eines Krans, ganz sanft zu Boden. „Unsere Vogelstange ist im selben Jahr gebaut worden wie die Mauer, aber sie hat länger gehalten“, witzelte einer der Schützen.

Zuvor hatten zwei Männer, darunter der amtierende Schützenkönig Klaus Schulte, mit riesigen Flex die Eisenkonstruktion angesägt. Als erstes wurde die Eisenfahne mit der Jahreszahl „1961“ gesichert. Sie soll gemeinsam mit zwei bis drei Metern von der Spitze der Stange als Erinnerung wieder aufgestellt werden.

Wie geht es nun weiter? Siebrichhausen ist sich sicher, dass die neue Anlage zum Vogelschießen wieder an derselben Stelle am Eibel aufgebaut wird. Doch er legt die Entscheidung, ob und wie in die Hände der Schützenbrüder. Am 1. August wird es eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben. Dort wird entschieden wie die neue Anlagen aussieht und wo sie stehen wird.

Wichtig, so der erste Vorsitzende, seien die Sicherheitsaspekte, da müsse man sich an die Vorgaben halten. „Und ich bin mir sicher, dass wir noch in diesem Jahr die neue Anlagen einweihen, denn ohne Vizekönig, das geht gar nicht und unsere Jungschützen sind schon ganz heiß...“

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