Europawahl

Analyse zur Wahl im HSK - das sagen die Politiker

Verfolgen die Ergebnisse im Kreishaus in Meschede: Links der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg, rechts Landrat Dr. Karl Schneider.

Verfolgen die Ergebnisse im Kreishaus in Meschede: Links der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg, rechts Landrat Dr. Karl Schneider.

Foto: Jürgen Kortmann

Meschede/Eslohe/Bestwig/Schmallenberg.   CDU und SPD verlieren bei der Europawahl im Hochsauerlandkreis. Das hat Auswirkungen auf die Wahlen 2020, kündigen in Meschede ihre Politiker an.

Die CDU hat bei den Europawahlen auch im Hochsauerlandkreis ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren. Zwar bleiben die Christdemokraten traditionell stärkste Partei, sie erlitten aber deutliche Verluste. Die SPD konnte davon nicht profitieren – im Gegenteil, auch sie verlor deutlich. Gewinner sind - wie im Bundestrend - die Grünen. Auch die FDP konnte sich im heimischen Raum behaupten. Die AfD holte Zuwächse, blieb aber unterdurchschnittlich.

Sensburg: „Sehr schlechtes Ergebnis“

Obwohl öffentlich, verfolgten bei der Ergebnispräsentation im Kreishaus nur rund zwei Dutzend Zuschauer die Zahlen – alles Parteifunktionäre, darunter als einziger der heimischen Spitzenkandidaten Klaus Willeke von der FDP.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg sprach von einem „sehr schlechten Ergebnis“ für die Union: „Wir bieten keine Visionen an, wo wir hinwollen“ – etwa bei Landwirtschaft oder beim Klima. Er nannte das Beispiel, das immer noch das Schreddern von Küken erlaubt sei: Seit neun Jahren werde darüber gesprochen, „aber wir haben es immer noch nicht gelöst“. Seine Lehre aus dieser Wahl für die Bundestags- und Kommunalwahlen 2020: „Wir müssen unsere Positionen klarer machen.“ Außerdem müsse die CDU stärker Jüngere einbeziehen.

Auch Landrat verlangt Entscheidungen

Die SPD hat ähnliche Probleme. Reinhard Brüggemann, stellvertretender Landrat, sagte: „Wir treffen nicht den Nerv der Bevölkerung mit dem, was wir tun.“

Seit Jahrzehnten würden Themen in der SPD kontrovers diskutiert: „Manchmal wäre eine klare Position für uns besser.“ Das Ergebnis der Europawahl nannte er ein „Alarmsignal“ für die Wahlen 2020. Brüggemann kündigte an, dafür viel mehr Meinungen der Bürger einholen zu wollen: „Wir müssen uns den Informationen der Menschen draußen stellen.“

Auch Landrat Dr. Karl Schneider (CDU) mahnte endlich politische Entscheidungen an. Er beklagte, „über dem Land liegt Mehltau“: „Es kommt nichts voran. Egal welches Gesetz, die Regierung einigt sich nicht. Die Menschen haben ein feines Gespür dafür, was läuft, und was nicht.“

Die Grünen - der große Gewinner im HSK - waren im Kreishaus nicht vertreten.

162 Wahlhelfer waren allein in Meschede im Einsatz. Die Herausforderung beim Auszählen war diesmal, den ellenlangen Stimmzettel bis zum Ende hin auf Gültigkeit durchzuschauen.

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