Menschen in Schmallenberg

Anna Maria Hermes Leben dreht sich rund um Schuhe

Anna Maria Hermes arbeitet gerne in der Werkstatt, jedes Paar Schuhe ist ein Unikat.

Anna Maria Hermes arbeitet gerne in der Werkstatt, jedes Paar Schuhe ist ein Unikat.

Foto: Isabelle Silberg

Oberhenneborn.   Die 22-Jährige arbeitet im Familienbetrieb in Schmallenberg als Orthopädie-Schuhmacherin. Sie verbringt viel Zeit in der Werkstatt.

Sie liebt Schuhe: Anna Maria Hermes ist 22 Jahre alt und arbeitet im Familienbetrieb als Orthopädie-Schuhmacherin. An Schmallenberg mag sie besonders das vertraute Gefühl von Heimat.

Was hat Sie nach Schmallenberg geführt?

Ich bin hier geboren und lebe schon immer hier. Meine Familie lebt sowohl mütterlicher als auch väterlicher Seite seit Generationen in Schmallenberg.

Was gefällt Ihnen hier?

Ich bin ein absolutes Dorfkind. In und um Schmallenberg ist alles so heimisch und vertraut, man hat das Gefühl, dass die Welt hier einfach in Ordnung ist. Außerdem ist Schmallenberg sehr gut aufgestellt, was Einkaufsmöglichkeiten angeht.

Ich bekomme alles vor Ort und das wird noch gekrönt durch das schöne Stadtbild mit seinen ebenso schönen Ortschaften.

Was machen Sie beruflich?

Ich bin gelernte Orthopädie-Schuhmacherin und arbeite im familieneigenen Betrieb in 4. Generation. Die Ausbildung habe ich in Hüsten gemacht und sie verkürzt, um so schnell wie möglich wieder in Schmallenberg arbeiten zu können.

Ab August besuche ich die Meisterschule in Hannover, dann werde ich 8 Monate dort leben, ich bin sehr gespannt auf die Zeit.

Wie kamen Sie auf einen Beruf, der eher von Männern ausgeübt wird?

Das wusste ich schon seit dem Kindergarten, ich wollte nie etwas anderes werden. Schon damals habe ich Papa und Opa immer dabei zugeguckt und mich in unserer alten Schusterwerkstatt in Oberhenneborn ausprobiert.

http://Hier_gibt_es_mehr_Artikel_und_Bilder_aus_Meschede_und_Umland{esc#225922671}[teaser] Tatsächlich wird der Beruf mittlerweile für Frauen immer attraktiver aufgrund der vielfältigen Tätigkeiten, die dieser Job mit sich bringt. Ich möchte Menschen zu einem neuen Lebensgefühl verhelfen.

Bleibt neben einem eigenen Geschäft auch Zeit für etwas anderes?

Es bleibt tatsächlich wenig Zeit für etwas anderes, das ist aber gar nicht weiter schlimm, denn ich liebe meinen Job und verbringe gerne Zeit in der Werkstatt.

Wenn ich dann mal Zeit habe schnappe ich mir unseren Hund und genieße die Landschaft und die Sauerländer Berge. Am Wochenende gehe ich gerne mit meinem Stammtisch, den 12 Schinken-Käse-Croissants, feiern. Sonntags stehe ich meistens am Sportplatz und gucke Fußball.

Sie arbeiten im Familienbetrieb zusammen mit Vater, Mutter und Bruder. Gibt es da keinen Streit?

Nein, wir verstehen uns in der Regel immer gut. Wenn es mal Meinungsverschiedenheit gibt, dann reden wir da ganz offen drüber und klären Angelegenheiten so schnell wie möglich. Von Vorteil ist dabei, dass jeder sein eigenes Gebiet hat, wo er sein persönlicher Chef ist.

Was würden Sie sich für Schmallenberg wünschen?

Dass der Einzelhandel weiter unterstützt wird getreu dem Motto: Geh nicht fort, kauf vor Ort. Kunden aus den Städten schätzen vor allem die Vertrautheit bei uns.

Ich wünsche mir, dass die Leute die fachliche Beratung mehr wertschätzen und Handwerke wie unseres auch in Zukunft bestehen bleiben.

Was bedeutet Heimat für Sie?

Heimat sind für mich drei Worte: Familie, Freund, Wohlfühlen. Das Gefühl von Vertrautheit habe ich nur hier auf dem Land.

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