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Arbeiten als Babysitter: So viel Spaß macht dieser Nebenjob

Wiebke Schäfer arbeitet in ihrer Freizeit als Babysitterin.

Wiebke Schäfer arbeitet in ihrer Freizeit als Babysitterin.

Foto: Pia Schäfer

Meschede.   Die 16-Jährige Wiebke Schäfer kümmert sich in ihrer Freizeit um kleine Kinder. Sie berichtet von ihren Erfahrungen als Babysitterin.

Es ist 16 Uhr als Wiebke Schäfer (16) den Eingangsbereich des St.-Johannes-Kindergartens in Eversberg betritt. Sie ist in ihrer Freizeit als Babysitterin im Einsatz und holt Josefine (4) regelmäßig vom Kindergarten ab. Das kleine Mädchen hat bereits Wiebkes Stimme gehört und läuft ihr freudig in die Arme.

Die zwei sind ein eingespieltes Team, das kann auch Wiebke bestätigen: „ Ich kenne Josefine seit sie ein Baby ist, weil sie bis zum Kindergarten Tageskind bei meiner Mutter war.“

Vor drei Jahren stimmten die Umstände, erzählt Wiebke Schäfer: „Meine Mutter bot zusammen mit Ute Kirz Hackenberg, die ebenfalls Tagesmutter in Meschede ist, einen Babysitter-Kurs an. Da ich mit Kindern groß geworden bin, war es für mich klar: ich nehme teil.“

Vertrauensbasis aufbauen

Durch den Kontakt zu den Tageskindern ihrer Mutter und die Beziehungen zu den Eltern hatte Wiebke auch schnell einen Fuß in der Praxis. Neben Josefine spielt, lacht und tobt Wiebke auch noch mit Frieda (5) und Vroni (2) und auch bei Anfragen in den Abendstunden bei Großcousine- und Cousin sagt sie nicht „nein“.

Die Kinder mögen Wiebke und umgekehrt auch. „Ich vergleiche sie mit mir früher, denn ich war auch sehr temperamentvoll und deswegen kann ich mich sehr gut auf ihre Ebene einlassen, besonders wenn es um Rollenspiele geht.“ Die Atmosphäre war aber nicht von Anfang an so locker. Schließlich muss man sich erst mal langsam an die Eltern und ihre Kinder gewöhnen.

Eine Vertrauensbasis baue sich erst mit der Zeit auf und anfangs sei es völlig verständlich, dass die Eltern immer in der Nähe für Kinder und Babysitterin sind.

Anspannung lässt nach

Wiebke Schäfer: „Anfangs war ich eher schüchtern, da man sich mit den Familien erst mal kennenlernen musste.“ Mit der Zeit sei die Anspannung gefallen und die 16-Jährige unterhalte sich jetzt ganz offen mit den Eltern. „Und die Kinder machen es einem eh nicht schwer.“

Als besonders schöne Erfahrung empfindet sie, wenn die Kinder zum ersten Mal ihren Namen sagen können oder wenn man sich auf Festen in Eversberg trifft.

Die 16- Jährige sieht sich für die Kinder als Babysitterin und Freundin, auf keinen Fall als Autoritätsperson. Dass sie ihnen aber auch mal Grenzen aufzeige, das sei Normalität. Auch der Austausch mit den Eltern spiele eine große Rolle.

Grundlegende Regeln der Familie kennen

Wiebke weiß, dass Kinder Grenzen austesten und umso wichtiger ist es, im Gespräch mit den Eltern zu erfahren, was grundlegende Regeln in der Familie sind. Hat man als Babysitterin auch mal das Recht genervt zu sein?

„Ich bin auch nicht jeden Tag gleich gut drauf und manchmal nervt es schon, wenn die Kinder sich streiten und ich immer wieder das Gleiche sagen muss“, erklärt Wiebke. Manche Freundinnen bewundern ihre Geduld im Umgang mit den Kindern.

Da hat sie auch schon den Satz: „Wie kannst du es nur aushalten, dass so viele Kinder bei euch zu Hause sind?“ oder „Du arbeitest aber echt für wenig Geld“, gehört.

Die Bezahlung sei immer ganz verschieden und richtet sich nach den Umständen, aber viel mehr komme es Wiebke auf die gegenseitige Wertschätzung zwischen Kindern, Eltern und ihr an. „Ein kleines Geschenk zum Geburtstag oder Weihnachten, gerne selbstgebastelt, sagt oft viel mehr aus als Geld.“

>>>> INFO: Qualifikation in zwei Tagen

Die Qualifikation mit dem Babysitterdiplom können Jugendliche ab 13 Jahren im Rahmen eines zweitägigen Kurses bei Tagesmüttern erlangen. Durch die finanzielle Unterstützung der Familienzentren zahlen Jugendliche rund 20 Euro. Beispielhafte Inhalte sind:

1. Üben von Wickeln bei Kleinkindern an einer Puppe,

2. Altersgemäßes Spielzeug und Beschäftigungsmöglichkeiten

3. Das Erlernen von Erste-Hilfe-Maßnahmen am Kind,

4. Grundlagen im Versicherungsschutz,

5. Prospekte am Ende des Kurses mit Bastel-, Musik- und Spielvorschlägen. Diese können als Anregungen für die ersten Aufträge dienen.

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