Wirtschaft

Arbeitsmarkt im HSK: Mehr Kurzarbeit - Corona-Folgen unklar

Passanten stehen am vor dem Eingang der Bundesagentur für Arbeit. Die Zahlen für den Hochsauerlandkreis liegen vor: Kurzarbeit steigt.

Passanten stehen am vor dem Eingang der Bundesagentur für Arbeit. Die Zahlen für den Hochsauerlandkreis liegen vor: Kurzarbeit steigt.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Meschede.  Weniger Arbeitslose, aber mehr Kurzarbeit. Die weiteren Corona-Folgen sind für den Arbeitsmarkt im HSK noch nicht absehbar. Die Details.

Der Arbeitsmarkt hat sich nach Einschätzung der Agentur für Arbeit im November weiter stabilisiert. „Zwar haben sich auch aktuell wieder viele Menschen nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet, aber deutlich mehr konnten wieder eine Arbeit aufnehmen. Die Zahl der Arbeitslosen ist auch deshalb erneut rückläufig“, so Oliver Schmale, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest zu den aktuellen Zahlen.

„Der Vorjahresvergleich macht aber deutlich, dass der Arbeitsmarkt im HSK weiterhin unter den Auswirkungen von Corona leidet: Die Arbeitslosigkeit liegt noch deutlich höher als im November 2019. Auch die Stellenentwicklung auf einem vergleichsweise geringen Niveau belegt, dass langfristige Entlastungswirkungen auf dem heimischen Arbeitsmarkt noch fehlen. Wie sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Wochen entwickeln wird, lässt sich nur schwer prognostizieren“, so der Agenturchef. „Die Betriebe versuchen aber offensichtlich alles, um ihr Personal zu halten und so den Arbeitsmarkt zu entlasten.“

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im November 2020 gesunken. Insgesamt waren 6675 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 220 Personen weniger. Im Vergleich zum November des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 923 Personen. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im November 4,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 3,8 Prozent (+0,7 Prozentpunkte).

Regional

Der Blick in die Regionen: Meschede, Eslohe und Bestwig melden eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent, wie im Vormonat. In Schmallenberg beträgt sie 3,3 Prozent; ebenfalls wie im Vormonat - es ist der zweitbeste Wert nach Olsberg (3,0 Prozent) im Hochsauerlandkreis.

Arbeitslosenversicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 3216 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 33 Personenverringert. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 785 Personen.

Kurzarbeit

„Aufgrund der erneut erforderlich gewordenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens ist absehbar, dass Betriebe im November wieder vermehrt Kurzarbeit nutzen werden. Ein leichter Anstieg an neuen Anzeigen für Kurzarbeit wird daraus voraussichtlich resultieren. Kurzarbeit bleibt damit ein wirkungsvolles Mittel, um Entlassungen zu vermeiden“, erläutert Oliver Schmale, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest, die aktuelle Entwicklung.

„Die Werte zur realisierten Kurzarbeit können immer nur nach einer Wartezeit von mehreren Monaten aufbereitet werden. Im Juli haben in unserem Agenturbezirk 2051 Betriebe Kurzarbeit umgesetzt. Das waren rund 600 weniger als noch im Juni. Die Zahl der Personen, die tatsächlich in Kurzarbeit waren, hat sich im Juli im Vormonatsvergleich erneut um gut 10.000 auf 25.411 verringert. Damit waren im Juli noch 11,5 der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten tatsächlich in Kurzarbeit“, ergänzt er weiter.

Grundsicherung / Hartz IV

In der Grundsicherung sind 187 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 138 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Insgesamt sind es 3459 Personen und damit 51,8 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

644 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Hochsauerlandkreis unter 25 Jahre alt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 55 junge Arbeitslose weniger und im Vorjahresvergleich 157 arbeitslose junge Menschen mehr.

Ältere Arbeitslose

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 45 Personen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 281 Arbeitslose mehr. Insgesamt sind 2.411 Menschen ab 50 Jahre im Hochsauerlandkreis betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Hochsauerlandkreis im Berichtsmonat gesunken. 2579 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 78,9 Prozent (2.036 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 35 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 515 Personen.

Stellenangebote

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 441 Stellen gemeldet (-22 zum Vormonat). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.472 offene Stellen, 41 mehr als im Vormonat und 348 weniger als im Vorjahresmonat.

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