Meschede. Wer offiziell positiv auf Corona getestet wird, muss sich isolieren - aber nicht in allen Bundesländern. Der HSK ist für einheitliche Regeln.

Der Hochsauerlandkreis schließt sich Forderungen von Fachleuten aus Nordrhein-Westfalen an, die Isolationspflicht von Corona-Infizierten bundesweit einheitlich zu regeln. In mehreren Bundesländern besteht dazu keine Pflicht mehr. Unter anderem Nordrhein-Westfalen hält dagegen an der strengen Regelung fest. Der Gesundheitsausschuss des Landkreistages NRW beklagte deshalb einen Flickenteppich.

Aufwändige „Meldebürokratie“

Gleichzeitig bekräftigte der Ausschuss seine Forderung, die nach wie vor „viel zu aufwändige Meldebürokratie“ abzuschaffen. Auch hier stimmte der Hochsauerlandkreis zu, diese Forderung sei schon mehrfach erhoben worden. Je nach Höhe der Fallzahlen führt die Meldepflicht zu einem erheblichen Arbeitsaufkommen beim Gesundheitsamt.

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Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Landrat Jürgen Müller (Kreis Herford), erklärte: „Wir verlangen eine sofortige Abschaffung der Einzelfallmeldung“, unterstrich Müller. Die Meldepflicht jedes einzelnen Corona-Falls an das Robert-Koch-Institut habe seit langem keinen Mehrwert, da die Corona-Maßnahmen schon seit weit mehr als einem halben Jahr nicht mehr mit der Inzidenz, sondern mit der Belastung der Krankenhäuser begründet würden.

Sinnlose Statistik

„Die sinnlos gewordene Corona-Statistik bindet unnötig viel Fachpersonal, das für andere wichtige Aufgaben des Gesundheitsamtes fehlt“, kritisierte Müller. Der Bund sei gefordert, endlich die notwendigen Entscheidungen zu treffen, um dieses Personal wieder für andere Handlungsfelder einsetzen zu können. Bisher wird jede einzelne bestätigte Fall an das Robert-Koch-Institut gemeldet, um dort unter anderem Statistiken zu erstellen.

Müller forderte mit Blick auf den künftigen Pandemie-Verlauf und die unterschiedlichen Isolationspflichten ein bundeseinheitlich abgestimmtes Vorgehen: „Ein Flickenteppich ist kontraproduktiv. Es ist schwer vermittelbar, warum im Nachbarbundesland andere Infektionsschutzmaßnahmen gelten sollen. Der Bundesgesundheitsminister muss mit den Ländern einheitliche und für alle verbindliche Regelungen vereinbaren“, so Müller.

Landesgrenzen

„Maßnahmen zur Pandemiebewältigung waren und sind nach wie vor sinnvoll – genauso wie ein Vorgehen mit Augenmaß, wie aktuell in NRW“, sagte der Ausschussvorsitzende. Verunsicherungen und praktische Probleme entstünden aber für Menschen, die – beispielsweise aus beruflichen Gründen – eine Landesgrenze überqueren.