Politik

Aus Kanada drei Monate im Wahlkreis HSK unterwegs

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Carl-Julius Cronenberg mit  Lucas Huissoud - dem Stipendiaten aus dem kanadischen Montreal.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Carl-Julius Cronenberg mit Lucas Huissoud - dem Stipendiaten aus dem kanadischen Montreal.

Foto: Brigitta Bongard

Meschede.   Lucas Huissoud stammt aus Kanada. Er begleitet den heimischen FDP-Abgeordneten Carl-Julius Cronenberg drei Monate lang - als Stipendiat.

Das Internationale Parlaments-Stipendium (IPS) ist ein weltweit einzigartiges Programm der Bundesregierung, bei dem Bewerber aus 40 Ländern fünf Monate lang im Bundestag arbeiten. In diesem Jahr ist Lucas Huissoud aus Montreal einer der 120 jungen Leute. Er begleitete den heimischen FDP-Bundestagsabgeordneten Carl-Julius Cronenberg jetzt bei seinem Besuch in seinem Wahlkreis.

Engagierte, aufgeschlossene und politisch interessierte junge Leute haben im Rahmen des IPS die Möglichkeit, sich bei der Deutschen Botschaft ihres Heimatlandes zu bewerben. Sie werden dann von einer unabhängigen Auswahlkommission, bestehend aus Mitgliedern der Verwaltung des Bundestages, der Berliner Universitäten und verschiedenen Abgeordneten, auf fachliche, soziale, sprachliche und interkulturelle Kompetenz geprüft.

An der Universität Berlin eingeschrieben

Nach der Auswahl treten die Stipendiaten ein fünfmonatiges Praktikum an, bei dem sie zuerst einen Monat im Bundestag in unterschiedlichen Bereichen arbeiten, dann einen Abgeordneten drei Monate lang begleiten und schließlich einen weiteren Monat im Bundestag verbringen. Außerdem sind sie während ihres Aufenthaltes auch an der Universität Berlin eingeschrieben.

Das Programm gibt es seit inzwischen 42 Jahren, und die Zahl der teilnehmenden Länder ist kontinuierlich gestiegen. Auch acht arabische Länder sind mittlerweile mit 40 zu besetzenden Plätzen vertreten, und das südliche Afrika soll auch aufgenommen werden. Als Teil der Ausbildung ist das Praktikum in vielen Staaten sehr geschätzt. Stipendiaten beispielsweise aus Slovenien erklärten, sie können nach der Absolvierung im Heimatland mit einem sicheren Job rechnen.

Fachleute bleiben eine Zeit lang

„Wir möchten den Teilnehmern vermitteln, wie in Deutschland Demokratie gelebt wird und sie als Botschafter der Demokratie unsere Vorstellungen in die Welt tragen lassen“, erklärte Carl-Julius Cronenberg. „Viele der jungen Leute bleiben als geschätzte Fachleute nach dem Praktikum noch eine Zeit lang in Deutschland, aber der größte Teil kehrt dann doch in sein Heimatland zurück.“

Das ist auch das Ziel von Lucas Huissoud, der Cronenberg drei Monate lang bei seiner täglichen Arbeit beobachtet. Der 24-jährige Kanadier hat Philosophie und Politikwissenschaften studiert und möchte nach dem Praktikum noch seinen Master in Berlin an der Universität machen. „Ich habe schon viel gelernt und tolle Leute kenngelernt. Deutschland hat mich schon immer interessiert, weshalb ich auch die Sprache gelernt habe“, berichtete er.

Besonders interessant sei für ihn die Arbeit im Europaausschuss und im Amt für KI (Künstliche Intelligenz) gewesen. „Durch seine Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch und Deutsch konnten wir ihn aber auch gut einsetzen, als eine internationale Gruppe zur Besichtigung des Bundestages kam und er kurzerhand die Führung übernahm, obwohl das eigentlich nicht zu seinem Aufgabenkreis gehört“, sagte Cronenberg mit einem Augenzwinkern.

Auch nach dem Praktikum bleiben die Teilnehmer in Kontakt und haben sich ein großes Netzwerk aufgebaut, durch das sie über Jahre hinweg weltweit in Verbindung bleiben.

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