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Bahn erneuert drei Tunnel auf Oberer Ruhrtalbahn

Ein Zug der Oberen Ruhrtalbahn im Mescheder Bahnhof.

Foto: Jürgen Kortmann

Ein Zug der Oberen Ruhrtalbahn im Mescheder Bahnhof. Foto: Jürgen Kortmann

Freienohl/Olsberg.   265 Millionen Euro kostet die Erneuerung von drei Tunneln bei Freienohl, Oeventrop und Elleringhausen. Mehrere Monate gibt es Vollsperrungen.

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265 Millionen Euro werden in die Erneuerung des Glösinger Eisenbahntunnels (bei Arnsberg-Oeventrop), des Freienohler Tunnels und des Elleringhauser Tunnels investiert. Ab dem Jahr 2022 beginnen an der Oberen Ruhrtalbahn die aufwändigen Baustellen. Auf Bahnreisende kommen dann mehrmonatige Vollsperrungen zu.

Die Planungen sind erst im Anfangsstadium. Die Deutsche Bahn informierte dennoch schon jetzt darüber: Gestern in einer Pressekonferenz in Freienohl und anschließend in einer Bürgerinformation. Denn sie will die Menschen schon frühzeitig einbinden.

Zeitpläne

Der Elleringhauser Tunnel als längster des Trios wird in den Jahren 2022 bis 2026, die beiden anderen 2023 bis 2026 saniert. Zu Beginn und zum Ende der Bauarbeiten wird es jeweils drei Monate Vollsperrungen in allen Tunnel geben – wann exakt, ist noch offen. So genau ist die Planung noch nicht. Bahnreisende müssen dann in Busse umsteigen. Mit den genauen Zeitplänen rechnet Norbert Paprotny, Projektleiter der DB Netz AG, 2019/20. Außerhalb der Vollsperrungen werden alle Bauarbeiten im laufenden Betrieb durchgeführt: Züge können die Baustellen im Tunnel dann allerdings statt mit 80 km/h nur mit 60 km/h passieren – auch dadurch wird es zu Verspätungen kommen.

Glösinger/Freienohler Tunnel

Der Glösinger und der Freienohler Tunnel bleiben nach der Erneuerung zweigleisig. Ihre Querschnitte werden erweitert: Sowohl die Mauerwerke als auch das Gebirge wird dafür zurückgebaut. Beide Tunnel werden nach Fertigstellung zehn Meter länger sein. Die Arbeiten an beiden Tunneln werden parallel durchgeführt.

Elleringhauser Tunnel

Ursprünglich sollte auch der Elleringhauser Tunnel zweigleisig bleiben. Der wird jetzt eingleisig. Denn das Problem ist seine Länge mit fast 1,4 Kilometern – er ist doppelt so lang wie die beiden anderen: Für den Erhalt der Zweigleisigkeit wäre hier der Bau einer zweiten Tunnelröhre erforderlich gewesen: „Das war keine Option. Sonst hätte es eine Kostenexplosion gegeben“, so Uli Beele vom NWL. Auch dieser Tunnel wird neu verschalt. Besonderheit: Ein Fluchtweg darf bei der Bahn nicht länger als 500 Meter sein. Wegen seiner Länge muss aus Sicherheitsgründen deswegen für den Notfall ein zusätzlicher 470 Meter langer, mit Autos befahrbarer Rettungsstollen samt Lüftungsschacht gebaut werden.

Gemeinsamkeiten

Alle drei Tunnel, alle Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, erhalten neue Verschalungen. Investiert wird auch in neue Kabel, Signaltechnik und in die Sicherheit: Bislang fehlen in allen Tunneln noch Rettungswege. Künftig werden außerhalb auch Rettungsplätze angelegt, von denen aus dann in einem Notfall Einsätze in den Tunneln starten könnten. Wichtig ist dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe, der die Tunnel-Erneuerung mitfinanziert: Die Tunnel werden, angesichts einer sich ändernden Technik, auf eine künftig denkbare Elektrifizierung hin ausgelegt. „Uns war es wichtig, diese Möglichkeiten vorzuhalten“, so Sprecher Uli Beele: Eine spätere Nachrüstung ist möglich.

Planungen

Schon begonnen hat die Planung für den Elleringhauser Tunnel. „Wir tauschen uns schon mit den Behörden aus“, so Norbert Paprotny. Die Verfahren sind für alle drei Tunnel gleich – es wird Gutachten zum Schall und zu möglichen Erschütterungen geben, natürlich Artenschutz-Untersuchungen. Im Fall des Freienohler und Glösinger Tunnels weiß man bereits von Vorkommen der geschützten Haselmaus.

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