Ausbildung

Bestwig: Ansturm auf die Bildungsakademie für Therapieberufe

In der Bildungsakademie für Therapieberufe wird es künftig eng: Wenn die Ausbildungsgänge im Herbst zweizügig starten, wird nach zusätzlichen Räumen gesucht.    

In der Bildungsakademie für Therapieberufe wird es künftig eng: Wenn die Ausbildungsgänge im Herbst zweizügig starten, wird nach zusätzlichen Räumen gesucht.    

Bestwig.   Seit Mai ist die Ausbildung zum Ergo- und Physiotherapeuten in der Bildungsakademie in Bestwig schuldgeldfrei. Das zeigt Wirkung.

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Seit Mai des vergangenen Jahres ist die Ausbildung zum Ergo- und Physiotherapeuten in der Bildungsakademie für Therapieberufe in Bestwig schuldgeldfrei – nur fünf Monate später zeigt diese Maßnahme ihre Wirkung. Ab Oktober soll es eine weitere Eingangsklasse für Ergo- und Physiotherapeuten geben. Das weggefallene Schulgeld hat die Attraktivität der Therapieschule offensichtlich deutlich gesteigert.

Meilenstein für Einrichtung

„Für den neuen Lehrgang haben wir so viele Voranmeldungen, dass wir problemlos eine weitere Klasse für die Ausbildung zum Physiotherapeuten einrichten können“, teilt Akademieleiter Andreas Pfläging mit. „In diesem Jahr startet die Ausbildung für insgesamt über 50 neue Physiotherapeuten in Bestwig.

Auch im Fachbereich Ergotherapie wollen wir dem gestiegenen Bedarf gerecht werden. Durch die gute Kooperation mit der Elisabeth-Klinik in Bigge konnten wir als erste Schule im Regierungsbezirk Arnsberg das Schulgeld erlassen. Für unsere Einrichtung war dies ein Meilenstein, wir haben damit in der Region auch eine Vorreiterrolle übernommen“, so Pfläging weiter.

410 Euro pro Monat sparen

Eine Kooperation zwischen dem bisherigen Ausbildungsträger, den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP), und der Elisabeth-Klinik hat eine kostenfreie Ausbildung rückwirkend zum 1. Mai 2017 möglich gemacht. Die aktuell etwa 110 Auszubildenden können den Schulgeldbeitrag von jeweils 410 Euro pro Monat sparen.

Ein 2016 erarbeiteter Bericht des Landes NRW zu den Gesundheitsberufen hatte die Verantwortlichen der Bildungsakademie und der Elisabeth-Klinik auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. Dadurch, dass die Elisabeth-Klinik zum Mitgesellschafter wurde, wurde auch eine kostenfreie Ausbildung möglich.

„Für uns als Träger eines Krankenhauses mit Schwerpunkten in der Orthopädie, Chirurgie und Rheumatologie ist die Ausbildung von Ergo- und Physiotherapeuten in dieser Region extrem wichtig“, erklärt der kaufmännische Geschäftsführer der Elisabeth-Klinik Frank Leber.

„Wir setzen sie nicht nur in unseren eigenen Abteilungen ein, sondern sie werden auch in den Praxen benötigt, die unsere Patienten weiter therapieren und nachbehandeln. Deshalb sind wir als einer der größten Arbeitgeber im Gesundheitsbereich im Sauerland an einer nachhaltigen Versorgung mit Fachkräften interessiert. Es freut uns umso mehr, dass unsere Idee einer qualitativ hochwertigen, aber kostenfreien Ausbildung aufgegangen ist“, so Leber weiter.

Vorreiterrolle in der Region

Durch das neue Modell der Trägerschaft hat die Bildungsakademie für Therapieberufe gGmbH eine Vorreiterrolle in der Region übernommen. Zum Start im Mai war sie die einzige kostenfreie Schule für Ergo- und Physiotherapeuten im Regierungsbezirk Arnsberg. Mittlerweile sind vier weitere Schulen in NRW diesem Beispiel gefolgt.

„Sollten wir uns auch in den nächsten Jahren über einen so großen Zuspruch freuen, ist sogar eine Erweiterung unserer Akademie, sowohl räumlich als auch bei den Lehrkräften nötig“, so Akademieleiter Andreas Pfläging.

Drei Fragen an Andreas Pfläging, den Leiter der Bildungsakademie für Therapieberufe

1 Wie groß ist der Mangel an Ergo- und Physiotherapeuten in der Region aus Ihrer Erfahrung?

Sehr groß! Man merkt das unter anderem daran, dass fast alle unserer Absolventen ihren Arbeitsvertrag schon vor dem Ausbildungsabschluss haben. Gleichzeitig müssen Patienten lange Wartezeiten für Behandlungstermine in Kauf nehmen.

2 Welche Reaktionen haben Sie auf den Verzicht auf das Schulgeld erhalten?

Die Rückmeldung waren ausschließlich positiv. Früher haben viele unserer Lernenden nebenher gearbeitet, um die Ausbildung zu finanzieren. Jetzt sind die Bewerberzahlen deutlich gestiegen und andere Schulen, die noch Gebühren nehmen müssen, haben uns um Rat gefragt, wie wir die Schulgeldfreiheit umgesetzt haben.

3 Machen Sie doch mal Werbung für diesen Beruf: Warum ist er reizvoll?

Weil Gesundheit im Alltag wirklich alle angeht, weil es „krisensichere Jobs“ sind und weil Ergo- oder Physiotherapeut zu sein, einfach der schönste Beruf der Welt ist.

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