Kultur

Blasorchester setzt Glanzpunkt im Sauerland-Herbst

Meschede.   Das seit Wochen ausverkaufte Konzert des Blasorchesters der Sächsischen Bläserphilharmonie begeistert beim Sauerland-Herbst in Meschede.

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Winds & Pipes, Bläser und Orgelpfeifen - unter diesem Motto stand das seit Wochen ausverkaufte Konzert im Rahmen des Sauerland-Herbstes in der Abtei Königsmünster. Das Blasorchester der Sächsischen Bläserphilharmonie aus Leipzig unter der Leitung von Thomas Clamor und der junge Organist Daniel Beilschmidt von der Leipziger Hochschule für Musik und Theater erfreuten das begeisterte Publikum mit Bearbeitungen von Werken aus vier Jahrhunderten, vom 16. bis zum 20.

Geschickte Verwendung der fast 60 Orgel-Register

Die Sächsische Bläserphilharmonie, die bereits mehrfach beim Sauerland-Herbst zu Gast war, ist ein Spitzenorchester seiner Gattung. Sein weitreichendes Klangspektrum zeigt sich vor allem bei Transkriptionen von großen Werken der Musikliteratur, mal mit großer Orchesterbesetzung, dann wieder in kleineren Ensembles mit Holzbläsern oder Blechbläsern. Besonders reizvoll war das musikalische Zusammenspiel mit Daniel Beilschmidt an der neuen Klais-Orgel. Der Organist entlockte der Königin der Instrumente, wie die Orgel bei Musikern gern genannt wird, verschiedenste Klangfarben durch geschickte Verwendung der fast 60 Register. Er beeindruckte die Zuhörer mit feinsinnigem Spiel in leisen und geheimnisvoll klingenden Passagen, dann wieder kraftvoll bis aggressiv im Forte. Mit vollem Werk erwies sich die Orgel als wahres musikalisches Kraftpaket.

Giovanni Gabrielis Musik wirkt heute noch festlich

Das Konzert begann mit Giovanni Gabrieli, der im 16. Jahrhundert als Organist an San Marco in Venedig mit mehreren Chören auf verschiedenen Emporen des Domes seine Musik vor den staunenden Kirchenbesuchern aufführte. Heute wirkt seine Musik immer noch festlich, aber sehr getragen und statisch.

Bach, der unübertroffene Meister der Kirchenmusik

Es folgte Johann Sebastian Bach, der große und unübertroffene Meister der Kirchenmusik, Vorbild vieler Komponisten bis heute. In verschieden Bearbeitungen für Orgel und Bläser erklangen Teile aus der „Kunst der Fuge“ und aus zwei Kantaten.

Orgel für Pariser Weltausstellung

Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte die Musikwelt die Orgel auch für weltliche Musik. Die erste Orgel außerhalb einer Kirche wurde zur Pariser Weltausstellung in einem riesigen Pavillon eingebaut. Für diese Orgel komponierte der Pariser Organist Alexandre Guilmant die Fantasia op. 44, beim Konzert in Meschede von der Sächsischen Blechbläserphilharmonie mit besonderem Charme und Witz gespielt, keine Spur mehr von sakraler Musik. Es folgte Gabriel Faurés op. 11, wunderschön interpretiert von fünf Holzbläsern, ein musikalisches Gemälde einer ländlichen Idylle.

Kraftvollen Abschluss

Auch die Oper durfte bei dem abwechslungsreichen Konzert ‚Winds & Pipes‘ nicht fehlen. So erklang zum Schluss aus Richard Wagners Lohengrin „Elsas Einzug zum Münster“ mit Orgelklängen. Wagners Musik entwickelte sich zum beeindruckenden und kraftvollen Abschluss des Konzerts „Sauerland-Herbst“ in der Mescheder Abtei. Die Begeisterung des Publikums veranlasste die Musiker noch zu zwei Zugaben: Trumpet Voluntary, ein Trompetenglanzstück des Londoner Jeremiah Clark, geschrieben vor über 300 Jahren. Zum Schluss stimmte die Orgel das Kirchenlied „Nun danket alle Gott“ an, der Orchesterleiter Thomas Clamor ermunterte die Zuhörer zum Mitsingen; Bläser und Orgel beendeten schließlich das Konzert mit einem großartigen und lautstarken Finale. Mit lang anhaltendem und stehendem Applaus bedankten sich die Zuhörer für das Konzerterlebnis, ein Glanzpunkt im Sauerland-Herbst.

Weitere Termine

- YBB NRW feat. Glenn Van Looy im Kurhaus Bad Fredeburg: Sonntag, 21. Oktober, 16 Uhr.
- Allen Vizzutti & SoundINNBrass im Fort-Fun-Abenteuerland, Western-Saloon, Bestwig-Wasserfall: Sonntag, 4. November, 17 Uhr

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