Praktikum

Bundestagsabgeordneter Dirk Wiese arbeitet beim Dönermann

Hüseyin Yusuf ist Inhaber des Haci Babas Dönergrill in Bestwig. Bei ihm macht der Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese  ein Praktikum. Der Erlös des verkauften Döners ist für einen guten Zweck bestimmt.

Hüseyin Yusuf ist Inhaber des Haci Babas Dönergrill in Bestwig. Bei ihm macht der Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese ein Praktikum. Der Erlös des verkauften Döners ist für einen guten Zweck bestimmt.

Foto: Frank Selter

Bestwig.   Der Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese macht ein Praktikum in Haci Babas Dönergrill von Hüseyin Yusuf. Wir wissen schon, was ihn erwartet.

Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese macht sich selbst zum Dönermann. Am Samstag, 19. August, absolviert er ab 17 Uhr ein mehrstündiges Praktikum in Haci Babas Dönergrill in Bestwig. Wir haben mit Inhaber Hüseyin Yusuf gesprochen, was Dirk Wiese an diesem Tag erwarten wird.

Herr Yusuf, wie ist die Idee zustande gekommen?

Ich habe mit Dirk Wiese schon seit längerer Zeit regelmäßig Kontakt. Er hat mir damals eine anerkennende Mail geschrieben, als ich wegen meiner Aktion „Döner für Bedürftige“ bundesweit in den Medien war. Seitdem war er öfter zum Essen bei uns im Laden. So haben wir uns besser kennen gelernt und oft gesprochen. Inzwischen haben wir sogar die Telefonnummern ausgetauscht. In einem der Gespräche hatte er dann die Idee für ein Praktikum bei mir und hat mich gefragt, ob ich Lust dazu habe. Da habe ich natürlich nicht Nein gesagt. Zumal der Erlös der verkauften Döner für einen guten Zweck bestimmt ist.

Was muss Dirk Wiese können, wenn er bei seinem Praktikum in Ihrem Dönergrill nicht komplett baden gehen will?

(lacht) Ich hoffe, dass er keine zwei linken Hände hat. Das reicht schon. Samstagabend ist bei uns im Laden natürlich jede Menge los, deswegen darf er uns nicht von der Arbeit abhalten. Ich werde ihm die wichtigsten Dinge erklären und dann wird das schon klappen.

Darf er auch mit dem großen Messer die Teigtaschen aufschneiden oder ist das zu gefährlich?

Ich weiß nicht, ob ich einem Politiker ein Messer in die Hand geben würde (lacht). Nein, im Ernst. Teigtaschen muss er nicht aufschneiden. Die bereiten wir morgens grundsätzlich vor, damit es im Laufe des Tages schneller geht. Je nachdem, wie sich Dirk Wiese anstellt, darf er aber das Fleisch vom Dönerspieß abschneiden. Das ist nämlich gar nicht so einfach wie es aussieht und das kann man nicht so schnell lernen. Ich denke aber, dass ich es auf einen Versuch ankommen lassen werde.


Was ist die Schwierigkeit beim Dönermachen?

Das Schlimmste ist der Druck. Wenn viele Gäste im Laden sind, muss es schnell gehen. Damit muss man umgehen können - und dabei immer noch ein Lächeln auf den Lippen haben und freundlich sein. Das ist nicht jedermanns Sache. Aber ich denke, das wird er hinbekommen, da bin ich mir ziemlich sicher. Außerdem muss die Theke immer sauber sein. Auch das wird an diesem Tag seine Aufgabe sein. Er wird nicht drumherum kommen, auch mal einen Lappen in die Hand zu nehmen. Und bedienen soll Dirk Wiese auch. Servieren sowie Tische abräumen und saubermachen gehören in einem Dönerladen auch dazu.

Wird Dirk Wiese duschen müssen, wenn er mit seinem Praktikum fertig ist?

(lacht) Ich vermute schon. Aber er soll ruhig nach harter Arbeit riechen, wenn er bei uns fertig ist. Ich dusche jedenfalls, wenn ich Feierabend und anschließend etwas vorhabe.

Wie essen Sie Ihren Döner am Liebsten - oder kann man keine Döner mehr sehen, wenn man den ganzen Tag welche verkauft?

Ich liebe Döner - am liebsten mit Weichkäse, Cocktailsoße und scharf. Ich kann Menschen nicht verstehen, die keinen Döner mögen. Ich esse jeden Tag Dönerfleisch. Zwar nicht immer als Döner in der Teigtasche, sondern auch einfach zusammen mit Salat auf dem Teller. Aber ein Tag ohne Dönerfleisch geht für mich gar nicht.

Aktion löst Medienrummel aus

Mit seiner Aktion „Döner für Bedürftige“ löste Hüseyin Yusuf im März 2015 einen b undesweiten Medienrummel aus.

Yusuf hatte damals einen Zettel an seine Theke gehängt, auf denen er Obdachlosen kostenloses Essen anbot und Menschen aufrief, Bedürftige zum Gratis-Essen zu ihm zu schicken.

Seine Großherzigkeit hat ihm sogar einen Auftritt in einer großen Freitagabend-Show beschert: In der RTL-Sendung Kayas Woche wurde Yusuf zur besten Sendezeit zum „Held der Woche“ gekürt.

Selbst in Amerika fand die Aktion damals Anerkennung. Eine US-Journalistin titelte „The nicest Fastfood in Germany“.

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