Kunstprojekt

Bunte Tipis verbinden Schmallenberg mit Städten weltweit

Vier bunte Tipis in Regenbogenfarben sind während der Textile im Stadtgebiet zu bewundern: in Bad Fredeburg, Kirchrarbach, Fleckenberg und in der Kernstadt.

Vier bunte Tipis in Regenbogenfarben sind während der Textile im Stadtgebiet zu bewundern: in Bad Fredeburg, Kirchrarbach, Fleckenberg und in der Kernstadt.

Foto: Nina Kownacki

Schmallenberg.  Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck bringt ihre begehbaren Strcik-Zelte ins Sauerland. Erfahrungen hat sie schon in verschiedenen Kulturen gesammelt.

Vier bunte Tipis stehen seit Kurzem in Bad Fredeburg, Fleckenberg, Kirchrarbach und auch auf dem Schützenplatz in Schmallenberg wird an diesem Wochenende eines aufgestellt. Aus hunderten kleiner Strickteile, die die Schmallenberger selbst beigesteuert haben, sind die begehbaren Zelte entstanden. Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck hat solche Tipi-Projekte schon in aller Welt verwirklicht und dabei spannende Erkenntnisse gewonnen.

New York, Brüssel, Taipeh, Berlin – Schmallenberg. Passt das in eine Reihe?

Ute Lennartz-Lembeck: Es sind auch andere kleine deutsche Städte dabei, zum Beispiel Leichlingen oder Neukirchen-Vluyn. Aber soll auch gar nicht um die Größe oder den Bekanntheitsgrad der Städte gehen, sondern um die Sache.

Das erste Tipi haben Sie 2012 in Ihrer Heimatstadt Remscheid aufgestellt. Wie entstand die Idee dazu?

Ich habe die Trauerweide in Velbert 2011 umhäkelt, die weltweit Aufsehen erregte und habe einfach gemerkt, wie viel Freude diese Arbeit vielen Menschen bereitete. Das fand ich spannend. Und wenn das Stricken die Möglichkeit ist, das zu transportieren, was ich transportieren will, dann mache ich das über diesen Weg. Zusätzlich wollte ich gerne mit Licht arbeiten und kam dann auf die Idee des Zeltes. Das erste habe ich komplett alleine gestrickt, aber ich dachte sofort, dass es ein gutes Gemeinschaftsprojekt wäre. Jedes Gewebe ist nur so stark wie die einzelne Masche – wie in einer Gesellschaft.

Wenn die Einzelteile zusammengefügt und die Tipis aufgestellt werden, sind Sie immer mit dabei. Was beobachten Sie dabei, was macht das Projekt mit den Menschen?

Man empfindet sich als Teil eines großen Ganzen, es entstehen neue Gemeinschaften und es ist immer eine tolle Stimmung bei der Arbeit. Wenn das Tipi dann steht, sind die Menschen sehr stolz darauf. Es ist immer ein besonderer Ort und es entsteht eine besondere Stimmung, wenn Licht hineinfällt. Das Tipi lädt zum persönlichen Erleben ein, jeder kann daran teilhaben.

In Schmallenberg war das Engagement so groß, dass Material für mehr Tipis zusammengekommen ist als geplant. Kennen Sie das auch aus anderen Städten?

Ja, die Bereitschaft ist meist riesig. Und das Interessante ist, dass immer ein Regenbogen entsteht, ohne dass man den einzelnen Leuten vorgibt, welche Farben sie nutzen sollen. Das funktioniert in Kenia genauso automatisch wie in Deutschland. Im Tipi wird jeder einzelne sichtbar durch das, was er beisteuert.

Trotz des zusätzlichen Tipis sind immer noch Teile übrig in Schmallenberg.

Genau, es sind etwa 200 Teile übrig geblieben, die nehme ich mit nach Kenia zur Sauti Kuu Stiftung von Dr. Auma Obama, wo wir bald noch ein Tipi errichten wollen.

Welchen Eindruck haben Sie von der Schmallenberger Textile?

Ich habe natürlich alles verfolgt und kannte Schmallenberg vorher schon durch die Jugendkunstschule, die ich ganz toll finde. Und auch das Konzept der Textile finde ich super, weil es alle Schmallenberger mit einbezieht.

>> KUNSTPÄDAGOGISCHE ARBEIT

  • Ute Lennartz-Lembeck hat Kunstpädagogik, Sozialwissenschaft und Erziehungswissenschaft studiert.
  • Die Künstlerin lebt und arbeitet in Remscheid.
  • Ihre Schwerpunkte liegen nicht nur auf Straßenkunst und „Urban Knitting“, unter das auch die Tipi-Projekte fallen, sondern auch auf Fotografie, Malerei sowie auf Texten und Vorträgen.
  • Außerdem organisiert Lennartz-Lembeck kunst- und kulturpädagogische Projekte mit Jugendlichen und Erwachsenen. Näheres zu ihrer Arbeit online unter www.ute-lennartz-lembeck.de

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