Hennesee

Das H1 am Mescheder Hennesee ist für 99 Jahre geplant

Spatenstich am H1, dem Ausflugslokal von Andre Wiese am Hennesee - das Foto zeigt alle Unterstützer, André Wiese (vorn) und seinen neuen stellvertretenden Geschäftsführer Felix von Heydebrand (rechts).

Spatenstich am H1, dem Ausflugslokal von Andre Wiese am Hennesee - das Foto zeigt alle Unterstützer, André Wiese (vorn) und seinen neuen stellvertretenden Geschäftsführer Felix von Heydebrand (rechts).

Foto: Ute Tolksdorf

Meschede.   Erster Spatenstich am Ausflugslokal H1 am Hennesee. „Ein Kind des Sauerlandes“ wird neuer stellvertretender Geschäftsführer.

Den Zeitpunkt hatte André Wiese mehr als herbeigesehnt: den offiziellen ersten Spatenstich am H1 - seinem Ausflugslokal am See. Der geplante Eröffnungstermin - der 16. März 2018 - liegt zwei Wochen vor Ostern. Ursprünglich hätte bereits im Spätsommer 2017 die Eröffnung sein sollen. Wiese freute sich: „Jetzt stehen wir endlich auf dem Grund, der für die nächsten 99 Jahre mir gehört.“

Alle Unterstützer waren gekommen, die Vertreter der Verwaltung, der Wirtschaftsförderung des Kreises, des Ruhrverbandes und der beteiligten Kreditinstitute. Besonders aber dankte André Wiese seiner Familie, die ihn in den letzten Wochen und Monaten unterstützt habe.

Dank an die Familie

„Es wird Zeiten geben, in denen ich eure Unterstützung noch weiter brauche“, sagte er gerührt, bevor er für die Grundsteinhülse Zollstock, Handschuhe, den Grundrissplan eine aktuelle WP und die wichtigsten Zeitungsberichte der vergangenen Monate zusammenpackte. Oben drauf kamen die Berichte über die Haselmaus, die den Baustart um einige Monate verzögert hatte - und Beruhigungstee, um den ganzen Stress zu vergessen.

Um das Gelände herum wird schon eifrig gebaut. Insgesamt investiert Wiese, Chef des Postkellers, Eventmanager und Leiter der Werbegemeinschaft,1,6 Millionen Euro. Hinzu kommen noch einmal 600 000 Euro für Parkplatzflächen, Abbiegespur und Zufahrtsstraße, bezahlt von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Hochsauerlandkreises. „Wir refinanzieren das, indem wir die Flächen langfristig an André Wiese verpachten“, erläuterte Bernd Schulte von der WFG.

Erstmals stellte Wiese gestern auch seinen neuen stellvertretenden Geschäftsführer Felix von Heydebrand vor. „Ein Kind des Sauerlandes“, wie er sich selbst bezeichnet. „Im H1 werde ich nicht hinter der Theke stehen, sondern mehr im Hintergrund aktiv sein - als Eventmanager Hochzeiten und Geburtstage organisieren.“ Er habe schon einige Ideen für Veranstaltungen, wie der 32-Jährige, betont. Die seien aber noch nicht konkret.

Ausbildung in Düsseldorf

Nach einer Ausbildung als Veranstaltungskaufmann in Düsseldorf und Berufstätigkeit in Köln, war er mit seiner Frau, einer Wehrstapelerin, nach Remblinghausen zurückgekehrt. Dort baut er jetzt.

„Mir war von Anfang an klar, irgendwann komme ich zurück“, sagt er, „obwohl ich wusste, dass das schwierig wird.“ So schön die Großstädte Köln und Düsseldorf auch seien, „dort ist es immer voll, es ist immer was los, man kommt nie zur Ruhe.“ Dagegen sei es im Sauerland „einfach schön.“

Felix von Heydebrand arbeitet noch im Vertrieb eines metallverarbeitenden Betriebes in Bad Fredeburg war seit zwei Jahren in das Projekt eingeweiht - zum ersten Februar wird er seinen Posten offiziell antreten. Er ist froh, dass es für ihn nun beruflich zurück zu den Wurzeln geht und ist sicher: „Die Kontakte, die André und ich im Sauerland haben, machen vieles einfacher.“

H1 liegt - anders als das R-Café - mitten in der Natur

Wie wird es denn, das H1? Wie das R-Café in Neheim? „Nein“, betont Architekt Tobias Hermes: „Unser Lokal liegt mitten in der Natur.“ - „Und nicht direkt neben einer Autobahnbrücke“, ergänzt sein Partner Manuel Molitor ein bisschen bissig. Die beiden gehören zur Architektur und Design GmbH „A:R“ aus Schmallenberg, einem Zusammenschluss des Architekturbüros „archifaktur“ und des Planungsbüros Raumzenit, das auch das Bergdorf Liebesgrün geplant und realisiert hat.

Ein gewölbtes und begrüntes Dach

Auf 800 Quadratmetern Grundfläche und 2500 Quadratmetern insgesamt haben sie das Ausflugslokal mit seinen 199 Innenplätzen angelegt. Es erhält ein gewölbtes, begrüntes Dach, „wie eine Welle“, erläutert Molitor. Insgesamt habe das Haus eine eher „skulpturale, aufgefächerte Form mit großer Glasfront zur Talsperre.“ Vergleichbare Lokale in der Region seien doch eher „Kästen“.

Für die Fassade und auch im Innern haben die Architekten die Lärchen vorgesehen, die auf dem Grundstück gefällt wurden. „Die Bretter werden gerade geschnitten.“ Die Holz-Verkleidung wechselt sich ab mit Sichtbeton und viel Glas. Öffnen wird sich die Außenterrasse mit weiteren 206 Plätzen natürlich zum See.

Untersonnig

„Untersonnig“, lautet da oft das vernichtende Fazit der Kritiker. „Das stimmt so nicht“, betont Wiese. Bis mittags gebe es Sonne, „und wir mussten uns entscheiden, entweder den Blick auf den See oder den ganzen Tag über Sonne.“ Da sei die Entscheidung auch angesichts der Anzahl der Sonnentage im Sauerland nicht schwergefallen.

Er bedauert zwar, dass er keinen Sandstrand anlegen darf. Aber es gibt eine Steganlage mit Tretbootverleih. „Und der Blick auf den See ist immer schön“, sagte Wiese.

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