Arbeitsmarkt

Das wünschen sich Beschäftigte in der Gastronomie

Die Gastronomen im Schmallenberger Sauerland gehen mit dem Projekt #G.A.S.T den Fachkräftemangel gezielt an. Mit einem Bündel an Maßnahmen bauen sie auf guten Grundlagen auf.

Die Gastronomen im Schmallenberger Sauerland gehen mit dem Projekt #G.A.S.T den Fachkräftemangel gezielt an. Mit einem Bündel an Maßnahmen bauen sie auf guten Grundlagen auf.

Foto: Ute Tolksdorf

Schmallenberg.   Das Projekt #G.A.S.T. hat abgefragt, was sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Gastronomie wünschen. Das liegt gar nicht so weit auseinander.

Das Gastgewerbe hat vor allem ein Imageproblem - mehr nach außen, als nach innen. Denn wer in den Schmallenberger Betrieben arbeitet, ist relativ zufrieden. Doch er erlebt täglich, wie schlecht das Ansehen seines Berufes - auch wegen einiger Schwarzer Schafe - ist. Das machen Umfrageergebnisse deutlich, die das Projekt „#G.A.S.T. - Gern arbeiten im Schmallenberger Tourismus“ jetzt vorgestellt hat.

Wertschätzung fehlt

Schmallenberger und Esloher Arbeitgeber und Arbeitnehmer wurden befragt, was sie an der Gastronomie schätzen und was sie vermissen. Herauskam: Es fehlt vor allem an Wertschätzung. „Es sind nicht unbedingt die zu niedrigen Löhne oder die ungünstigen Arbeitszeiten“, sagt Rudolf Grobbel, Vorsitzender des Schmallenberger Verkehrsvereins, die die Mitarbeiter vergraulten. Das Ziel ist deshalb klar: „Unsere Angestellten sind unsere Werbeträger. Wir wollen, dass sie zufrieden sind.“ Dafür sollen auch die Arbeitgeber sensibilisiert werden.

35 Arbeitgeber und 142 Arbeitnehmer nahmen sich Zeit für die Beantwortung des Fragebogens. „Das ist etwas mehr als zehn Prozent Rücklaufquote“, erläutert Projektleiterin Elke Spaller. „Damit sind wir sehr zufrieden.“

Das Fazit: Arbeitgeber und Arbeitnehmer liegen gar nicht so weit auseinander. Mitarbeiter schätzen an ihrem Beruf den Umgang mit Menschen und die Abwechslung. Sie wünschen sich mehr Wertschätzung und Verlässlichkeit, zum Beispiel bei der Urlaubs- und Dienstplänen - dazu interne Veranstaltungen, Weiterbildungen und Teambesprechungen.

Das größte Problem der Arbeitgeber: der Fachkräftemangel sowie mangelnde Motivation und Qualifikation kann nur behoben werden, wenn sie verstehen, dass die Angestellten ihr Potenzial sind. „Nicht nur der Gast ist König“, sagte Unternehmensberater Antonio Guida - auch der gute Mitarbeiter. Da setzt nun die aktuelle Schulung an (siehe Infokasten).

Schnuppertage an den Schulen

Zu den weiter vorgestellten Ideen gehören Schnuppertage in den Schulen, Weiterbildungen für Auszubildende und Mitarbeiter mit Zertifikat, Bonuspunkten und Gratifikationen, eine Club-Karte, die Mitarbeitern Vergünstigungen im Schmallenberger Sauerland bietet, Kollegen-Tarife für Mitarbeiter. Manches ist bisher nur angedacht, manches, wie die Schnuppertage an den Schulen, läuft bereits erfolgreich.

Das Projekt, das vor einem halben Jahr gestartet ist und 18 Monate Laufzeit hat, wird sehr genau beobachtet. Denn nicht nur im Schmallenberger Sauerland herrscht Fachkräftemangel. „Wir haben da wohl einen Nerv getroffen“, sagt Elke Spaller. Nicht nur deshalb wird das 240.000-Euro-Projekt durch eine 90-prozentige Förderung mit Bundesmitteln (Land-Aufschwung) finanziert. Die restlichen 10 Prozent steuert der Verkehrsverein bei.

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