Kultur

Der Werkkreis gibt Zuschüsse an die Stadt Meschede zurück

Ein  Bild vom aktuellen Vorstand des wkm aus der Tröte von links oben: Rolf Schlinkert, Thomas Gierse, Jürgen Alliger, Thomas Kotthoff, Gregor Lange von links unten: Claudia Kotthoff, Christiane Arens, Josef Grawe, Irmgard Roecken es fehlen: Bernd Dittloff, Bernd Schläger

Ein Bild vom aktuellen Vorstand des wkm aus der Tröte von links oben: Rolf Schlinkert, Thomas Gierse, Jürgen Alliger, Thomas Kotthoff, Gregor Lange von links unten: Claudia Kotthoff, Christiane Arens, Josef Grawe, Irmgard Roecken es fehlen: Bernd Dittloff, Bernd Schläger

Foto: Mona Mathes

Meschede.   Der Werkkreis Kultur Meschede folgt dem Vorbild des Kulturrings und gibt Gelder an die Stadt zurück. Doch das bedeutet keinesfalls das Aus.

Der wkm gibt alle Zuschüsse zurück an die Stadt „freiwillig“, wie der Zweite Vorsitzende Jürgen Alliger betont. Damit folgt der Werkkreis Kultur Meschede dem Vorbild des Kulturrings. Dort hatte Vorsitzender Ulrich Hengesbach keinen Nachfolger für seine Aufgabe gefunden (wir berichteten) - die Stadt koordiniert nun die Kulturarbeit. Doch das bedeutet keinesfalls das Aus für den wkm, wie Alliger betont. „Es geht weiter, nur in kleinerem Umfang.“

Alle Kultur-Anbieter erhalten jetzt ein Schreiben, das der wkm ab Mitte 2018 seine Veranstaltungstätigkeit massiv einschränken wird, da man keine ehrenamtlichen Mitarbeiter gefunden habe, „um den Programmbetrieb weiterhin professionell aufrecht zu erhalten.“ Ansprechpartnerin sei jetzt Silke Pöttgen beim Kulturamt der Stadt Meschede. Der Brief schließt mit der Bitte: „Unterstützen Sie weiterhin „Kultur vor Ort mit Ihren Ideen.“

Jährlich 7000 Euro erhalten

In den vergangenen Jahren hatte der wkm jährlich 7000 Euro von der Stadt erhalten. „Es tut mir schon ein wenig leid für die Gründer“, berichtet Alliger. „Die haben seit 1979 sehr für diese Zuschüsse gekämpft.“ Erst 1983/84 habe sich das dann eingespielt. Dann aber habe die Zusammenarbeit mit der Stadt immer sehr gut funktioniert. „Man hat uns nie in unser Programm reingeredet.“

Jetzt muss der wkm auch ohne diese Gelder auskommen. Alliger ist zuversichtlich, dass das klappt. In den vergangenen Jahren habe der Kulturverein immer gut gewirtschaftet, so dass es noch ein solides Polster gebe. „Und seitdem die Stadthalle nicht mehr zur Verfügung stand, hatten wir unser Angebot sowieso zurückgefahren.“

16 Euro pro Person und Jahr

Das sei trotzdem eine arbeitsreiche Zeit gewesen: „Wir hatten alle gehofft, dass wir früher wieder in die Stadthalle könnten“, bedauert Jürgen Alliger. Jede Veranstaltung, die an anderer Stelle stattfinde, bedeute deutlich mehr Aufwand. „Die Technik muss angemietet und jede einzelne Kaffeetasse in die Synagoge transportiert werden.“ Auch der Hallenmanager als Ansprechpartner habe den Ehrenamtlichen vieles erleichtert. Alliger wartet deshalb sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung der Stadthalle.

Und mit ihm die meisten der 127 Mitgliedern. Diese Zahl ist seit Jahren konstant. Sie zahlen 16 Euro pro Person und Jahr. Damit kann der Verein keine großen Sprünge machen. „Veranstaltungen müssen sich in Zukunft tragen“, betont Alliger.

Die Treue halten

Freiwillige Ausgaben, wie zuletzt die Unterstützung für Konzerte am Chillin’ oder der Bürgerfunk „Kultur an der Ruhr“ bei Radio Sauerland, müssten in Zukunft ausbleiben. „Für Großveranstaltungen werden wir uns nach Sponsoren umsehen müssen, die eine Bürgschaft übernehmen, um unser Risiko zu minimieren“, sagt Alliger und ist optimistisch, dass er die dann auch findet.

Auch die Mitglieder halten dem Verein weiter die Treue. „Wir hatten ein bisschen Sorge, dass sie vermehrt kündigen, wenn wir unser Programm zurückfahren.“ Doch das sei ausgeblieben. „Der Beitrag ist ja auch niedrig und man erhält 50 Prozent Rabatt auf jede Veranstaltungen“, wirbt er um weitere Unterstützer.

Durchschnittsalter von 59 Jahren

Ein Problem sei das hohe Durchschnittsalter von 59 Jahren. Man sei offen für Jüngere, für deren Ideen und Musik, könne ihnen aber auch nicht alles auf dem goldenen Tablett präsentieren. „Die müssten sich auch schon engagieren.“

Alliger selbst ist vor einigen Jahren in die zweite Reihe zurückgetreten, ohne dass es einen Nachfolger gab. „Ich wollte ein Zeichen setzen“, sagt er. Im Grunde sei die reduzierte Arbeit mit dem siebenköpfigen Vorstand und dem vierköpfigen Programmbeirat jetzt auch aus dieser Position heraus gut zu schaffen. „Ich würde auch noch weiter in den Hintergrund treten,“ sagt er, „wenn ich sicher wüsste, dass der Laden läuft.“ Solange es keinen Nachfolger gibt, bleibe er. „2019 wollen wir das 40-jährige Bestehen feiern.“ Alliger ist sicher, dass das auch so kommt.

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