Straßenbau

Die Vorarbeiten für die Ortsumgehung Bad Fredeburg beginnen

Volles Haus hatte der Bezirksausschuss Bad Fredeburg, als Raimund Köster, Projektleiter der Ortsumgehung  die Planungen vorstellte. 

Volles Haus hatte der Bezirksausschuss Bad Fredeburg, als Raimund Köster, Projektleiter der Ortsumgehung  die Planungen vorstellte. 

Foto: Ute Tolksdorf

Bad Fredeburg.   Jetzt geht es endlich los. Die ersten Vorarbeiten zur Ortsumgehung Bad Fredeburg sind gestartet. Projektleiter Raimund Köster verrät Einzelheiten.

Am gestrigen Donnerstag haben die ersten Vorarbeiten für die 2,5 Kilometer lange und 17,5 Millionen Euro teure Ortsumgehung Bad Fredeburg begonnen. Projektleiter Raimund Köster erläuterte rund 40 Bürgern und den Mitgliedern des Bezirksausschusses erst im Wald und dann im Kurhaus, wie die neue Trasse und die Anbindungen geplant sind. Auf eins konnte und wollte Köster sich allerdings noch nicht festlegen: auf den offiziellen Eröffnungstermin. Da gebe es einfach noch zu viele Unwägbarkeiten. „Vielleicht sagt dazu der Minister beim ersten Spatenstich etwas.“

Ludwig Poggel, Vorsitzender des Bezirksausschusses, war trotzdem sichtlich froh darüber, dass nach all’ den Jahren nun endlich etwas passiert. „Das wird noch spannend“, freute er sich. Und Köster appellierte an die Bürger: „Bleiben sie interessiert!“

Der Verkehr

Laut einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 quälen sich täglich rund 5411 Fahrzeuge durch den Kurort, davon 4,8 Prozent Schwerlastverkehr. Beide Zahlen, so erläutere Köster, werden noch steigen. „Wir rechnen mit 6422 Fahrzeugen fürs Jahr 2025, davon rund 6,2 Prozent oder 400 Lkw.“ Einen Vorgeschmack auf diese Entwicklung haben die Bad Fredeburger zurzeit bereits. Durch die Sperrung an der B55 in Nichtighausen wählen deutlich mehr Fahrzeuge den Weg über den Rimberg.

Die ersten Schritte

Köster erläuterte, dass in einem ersten Schritt jetzt die angrenzenden Wirtschafts- und Wanderwege verlegt beziehungsweise neu hergestellt werden. Außerdem werden Versorgungsleitungen verlegt und Brücken errichtet, um Wirtschafts- und Fußwege neu anzubinden. „Vom Ortskern Richtung Rimberg sind lange und hohe Hangsicherungen mit Ankern nötig, die im Anschluss begrünt werden“, sagte er. Anfang Oktober werden auch die ersten Bäume entlang der Neubautrasse gefällt. „Das darf nur im Oktober passieren“, erklärte Köster. Weiter laufen parallel Grundstücksverhandlungen, die aber den Bau nicht gefährden, höchstens verzögern könnten, und die ersten Ausschreibungen, angesichts der Summe - europaweit.

Fledermaus

Auch die Fledermaus sorgt für Bautätigkeit entlang der Strecke So wurde dort die Bechstein-Fledermaus entdeckt, die zuvor in NRW bereits als ausgestorben galt. Der Landesbetrieb baut jetzt so genannte Irritationsschutzzäune, die den Flug der Tiere über die Straße leitet. Außerdem werden drei Teiche als Fledermaustrinkgewässer im Rahmen der Schutz- und Ausgleichsmaßnahme neu geschaffen.

Streckenführung

Die neue Trasse wird von der B 511 kommend ab der Zufahrt zum Sauerlandbad am Ort erst drei- und später dann zweispurig vorbeigeführt. Angeschlossen wird im weiteren Verlauf die Altenilper Straße, bis die neue Trasse hinter der S-Kurve - die nicht begradigt wird - wieder auf die L776 Richtung Rimberg stößt. Die Bödefelder Straße wird nach Fertigstellung der Umgehungsstraße abgestuft und der Asphalt ab Wanderparkplatz bis kurz vor dem Ortseingang aufgenommen. Köster: „Die Fläche wird so als eine der Ausgleichsmaßnahmen komplett entsiegelt und Fortwirtschaftsweg.“

Anregungen

Im Rahmen der sich anschließenden Diskussion mahnten die Bürger weitere Entwicklung ihres Ortes im Zuge des Stadtentwicklungskonzeptes an. Ludwig Poggel versprach: „Da ist die Stadt dran. Wir haben schon erste Planungsansätze und sind vorbereitet.“ Ein erstes Konzept müsse für die Straßen Im Ohl und die Hochstraße her.

Raimund Köster nahm sich Zeit für die Fragen und versprach auch Anregungen der Bürger, die nicht direkt mit der Ortsumgehung zu tun haben, mitzunehmen. So war der Wunsch, ein Teil der Bödefelder Straße vielleicht doch als Radweg zu erhalten und schon jetzt die Strecke zwischen Kreisverkehr an der B511 und Einfahrt Ebbinghof komplett als 70er-Strecke einzurichten.

Allerdings musste Köster den Bad Fredeburgern auch erklären: Ein eigener Lärmschutz sei an der Strecke, außer einem besonders Asphalt, nicht vorgesehen.

HINTERGRUND

Der offizielle erste Spatenstich für den Neubau der Ortsumgehung findet am Mittwoch, 17. Oktober in Höhe des Sauerland-Bades statt.

Dazu werden unter anderem der Landesverkehrsminister Hendrik Wüst und Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin des Landesbetriebs Straßenbau NRW erwartet.

Anschließend findet eine Feier im Kurhaus statt, zu der alle Bürger eingeladen sind.

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