Ehrenamt

Dorfwerkstatt Ostwig legt sich an der Elpe mächtig ins Zeug

Die Dorfwerkstatt Ostwig um Ortsvorsteher Manfred Ramspott. In Kürze werden neue Hinweisschilder aufgestellt, die Spaziergängern und Wanderern den Weg zu wichtigen Punkten in Ostwig zeigen - etwa zum Wassertretbecken oder zum historischen Alexanderstollen.  

Foto: Gemeinde Bestwig

Die Dorfwerkstatt Ostwig um Ortsvorsteher Manfred Ramspott. In Kürze werden neue Hinweisschilder aufgestellt, die Spaziergängern und Wanderern den Weg zu wichtigen Punkten in Ostwig zeigen - etwa zum Wassertretbecken oder zum historischen Alexanderstollen.   Foto: Gemeinde Bestwig

Ostwig.   Nach der Renaturierung der Elpe machen die Ostwiger dort weiter, wo der Bauhof an seine Grenzen stößt. Das nächste Projekt ist schon geplant.

Mitten im Grünen schlängelt sich der Weg am Waldrand entlang; direkt zu Füßen murmelt die Elpe und es gibt jede Menge kleine und große Entdeckungen am Wegesrand. Nachdem die Gemeinde Bestwig die Elpe-Renaturierung abgeschlossen hat, legt sich die Dorfwerkstatt Ostwig für den Elpeweg mächtig ins Zeug - und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

In Eigenregie entwickelt

Die rund 20 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer um Ortsvorsteher Manfred Ramspott haben den Elpeweg in mehreren Bereichen erweitert, freigeschnitten und mir einem neuen Kiesbelag versehen (wir berichteten). In Kürze werden neue Hinweisschilder aufgestellt, die Spaziergängern und Wanderern den Weg zu wichtigen Punkten in Ostwig zeigen - etwa zum Wassertretbecken, zum Wanderparkplatz, zur Schützenhalle, zur Marienkapelle oder dem historischen Alexanderstollen. „Alles ist über den Elpeweg erreichbar“, unterstreicht Manfred Ramspott - und die entsprechenden Hinweisschilder, die die Dorfwerkstatt in Eigenregie entwickelt hat, ziert gut sichtbar das Logo des beliebten Wanderweges.

Natur wird sichtbar

Seit dem Spätherbst hatte die Gemeinde Bestwig das rund zwei Kilometer lange Teilstück der Elpe, das sich zwischen der Grenze zur Stadt Olsberg sowie der Mündung in die Ruhr befindet, naturnah umgestaltet. Dabei wurden weitläufige Uferbereiche, kleine Inseln, Totholz und eine ganze Fülle verschiedener Lebensräume für unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Innerhalb der Ostwiger Ortslage sind im Flusslauf so genannte „Querbauwerke“ wie etwa Wehre und Staustufen entfernt worden.

„Die Elpe ist nun so angelegt, wie es einem naturbelassenen Mittelgebirgs-Auenfluss entspricht“, erläutert Friedhelm Koch, Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig. Neben einer verbesserten Ökologie werde die Elpe auch als Wander- und Erholungsgebiet aufgewertet: „Hier wird Natur für die Leute sichtbar.“

Bunt gemischte Truppe

Für die Dorfwerkstatt war das der Anlass, sich nach Abschluss der Arbeiten zur Renaturierung mit jeder Menge „Muskelhypothek“ einzubringen. „Dieses Jahr haben wir richtig losgelegt“, freut sich Manfred Ramspott. Gearbeitet wird dabei in kleinen Teams, die jeweils bestimmte Aufgaben übernehmen: Freischneiden, Erdarbeiten oder Pflege der Schilder.

Dabei beschränkt sich die Dorfwerkstatt aber nicht nur auf den Elpeweg: Im Ort werden Grünanlagen oder die Beete an den Querungshilfen auf der Hauptstraße gepflegt, der Dorfplatz wird in Schuss gehalten oder auch das Umfeld von Sitzbänken freigeschnitten.

Die Dorfwerkstatt hat sich aus dem Arbeitskreis „Ostwig aktiv“ weiterentwickelt. Und besonders freut es Manfred Ramspott, dass seine Mitstreiter „bunt gemischt“ sind - der „rüstige Rentner“ ist ebenso dabei wie neu Zugezogene. Wie zum Beispiel Vera Janßen, die mit Ehemann Jochen seit einigen Jahren in Ostwig lebt: „So kann man etwas für die Gemeinschaft tun.“

„Ur-Ostwiger“ ist dagegen Hubert Strube. Aus seiner Sicht ist es wichtig, dass es bei der Dorfwerkstatt auf das Mitmachen ankommt und keine Vereinsstrukturen oder -ämter notwendig sind: „Wer etwas freiwillig macht, macht es gerne.“ - „Und wer etwas gerne macht, macht es gut“, ergänzt Ulrich Vorderwülbecke.

Manfred Ramspott betont die gute Zusammenarbeit mit dem Bauhof der Gemeinde Bestwig. Hier helfe man stets aus, wenn die Dorfwerkstatt an Grenzen kommt - etwa, weil schweres Gerät fehlt: „Das Team des Bauhofs ist sehr bemüht, Ehrenamt zu unterstützen.“

Aber auch umgekehrt werde durch das Engagement der Ehrenamtlichen das Elpe-Umfeld enorm aufgewertet, unterstreicht Friedhelm Koch: „Das sind Dinge, die wir bei einer Renaturierung definitiv selbst nicht leisten können.“

Drei Fragen an Bürgermeister Ralf Péus

1 Gibt es ein ähnliches Engagement wie das der Dorfwerkstatt Ostwig auch in anderen Orten- und wenn nicht, würden Sie sich so etwas wünschen?

Das, was die Dorfwerkstatt in Ostwig unternimmt, ist beispielhaft. Aber auch in den anderen Orten in unserem Gemeindegebiet gibt es großes ehrenamtliches Engagement, das durch die Dorf- oder Fördervereine getragen wird. Ganz wichtig ist, dass dieser Einsatz darauf zugeschnitten ist, was jeweils passend für den Ort ist und ihn weiterentwickelt.

2 Wieviel Geld hat die Gemeinde in die Renaturierung der Elpe investiert?

Das Gesamtprojekt hat rund 250 000 Euro gekostet. 90 Prozent davon werden vom Land NRW getragen, der Eigenanteil der Gemeinde kann mit den so genannten „Ökopunkten“ verrechnet werden. Dieses „Umwelt-Guthaben“ ist zum Beispiel dann notwendig, wenn kommunale Bau-Projekte umgesetzt werden sollen. Solche Projekte sind für uns deshalb mindestens kostenneutral - vom Nutzen für Mensch und Umwelt ganz zu schweigen.

3 Stehen in der Gemeinde weitere Renaturierungen an?

Wir planen, demnächst an der Valme in Ramsbeck sowie am Schlebornbach in Nuttlar weitere Renaturierungsmaßnahmen durchzuführen.

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