Probelauf

Ehrenamtskneipe besteht Feuertaufe

Der Heimat- und Förderverein gewährte einen Einblick in sein Vorzeigeprojekt, die Ehrenamtskneipe „Kumm rin“.  Foto: Stephan Happel

Der Heimat- und Förderverein gewährte einen Einblick in sein Vorzeigeprojekt, die Ehrenamtskneipe „Kumm rin“. Foto: Stephan Happel

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Ostwig.Beim Adventsmarkt konnten die Ostwiger ein spannendes Türchen schon am Wochenende öffnen. Der Heimat- und Förderverein gewährte Einblick in sein Vorzeigeprojekt, die Ehrenamtskneipe „Kumm rin“.

Noch sind nicht alle Sitzbänke aufgestellt. An den Wänden fehlt mitunter die Holzverkleidung, an den Säulen die Farbe. Und doch ist zu erkennen, was die Ehrenamtskneipe „Kumm rin“ ausmacht: Charme, den der Vorsitzende des Heimat- und Fördervereins, Klaus Schmücker, als „gemütlich, aber nicht altbacken beschreibt.“ Dunkle Holzvertäfelung, ein robuster Eichenboden und moderne Tische aus hellem Holz – niemand würde auf die Idee kommen, dass hier eine staubige Scheune war. Seit zwei Jahren arbeiten die Mitglieder von Ostwigs Heimat- und Förderverein daran, am Marktplatz ein einladendes Lokal zu errichten, dass zusätzliches Leben in den Ort bringen soll. Im zweitägigen Probetrieb stellten sie die Kneipe erstmals der Öffentlichkeit vor.

Sind denn überhaupt genug Gäste gekommen, lautet da die naheliegende Frage. Schmückers spontane Antwort ist so präzise wie bezeichnend: „Alles voll. Alles!“ Bis zu 100 Gäste seien zu Spitzenzeiten in der Kneipe gewesen. Gut 300 über das Wochenende verteilt. Mehr als die bloßen Zahlen freut Schmücker der Zuspruch der Gäste. „Die Reaktionen waren durchweg positiv und ermutigend.“ Erleichtert ist der Vorsitzende noch aus einem ganz anderen Grund: Die Idee, dass die Kneipe von den Einwohnern Ostwigs selbst getragen und betrieben wird, scheint aufzugehen. „Allein am Samstagabend haben sich vier neue Wirte bei mir gemeldet“, freut er sich.

Zur Erinnerung: „Kumm rin“ ist keine gewöhnliche Kneipe. Statt eines fest angestellten Wirtes sollen sich die Ostwiger selbst hinter den Tresen stellen – freiwillig und unentgeltlich. Etwaige Gewinne kommen dann dem ganzen Ort und ansässigen Vereinen zu Gute. Die Gefahr: Finden sich nicht genug Freiwillige, ist das Projekt zum Scheitern verurteilt. Ohne den Einsatz aller kann es nicht gelingen.

Doch dass es in Ostwig an Engagement nicht mangelt, bestätigt auch Ortsvorsteher Manfred Ramspott mit Blick auf den gesamten Adventsmarkt. „Unser Markt ist von Bürgern für Bürger, und die Arbeit der Beteiligten war ganz hervorragend“, lobt er.

Mit dem Ende des Weihnachtsmarktes am Sonntagabend hat auch „Kumm rin“ seine Türen vorerst geschlossen. Erst am zweiten Weihnachtstag werden sie wieder geöffnet. Dann startet die Kneipe in eine mehrwöchige Testphase unter realistischen Bedingungen mit regulärem Publikumsverkehr, umfangreicher Getränkekarte und wechselnden Wirten an jedem Abend.

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