Eismobil

Ein Hupen, das Herzen höher schlagen lässt: Eis-Toni kommt

Ein bekanntes Bild: Antonio Pisasale öffnet die Tür seines Eis-Mobils. Seit neun Jahren sieht man das Gespann auf den Schmallenberger Straßen.

Ein bekanntes Bild: Antonio Pisasale öffnet die Tür seines Eis-Mobils. Seit neun Jahren sieht man das Gespann auf den Schmallenberger Straßen.

Foto: Isabelle SIlberg / WP

Oberkirchen.  Antonio Pisasale kam 1973 von Sizilien nach Deutschland und ist in Schmallenberg bekannt als „Eis-Toni“. Er erzählt, wie es dazu kam.

Wenn Antonio Pisasale (65) mit seinem großen weißen Sprinter mit dem Schneemann drauf durch die Straßen fährt, dann kommen die Menschen freudestrahlend aus ihren Häusern auf die Straße gelaufen, um sich an Tonis Eismobil ein Eis zu kaufen.

Hinter der Person, die allen nur als „Eis-Toni“ bekannt ist, steckt Antonio Pisasale, ein 65-jähriger, gebürtiger Sizilianer, der seit 1973 in Deutschland und seit 2010 in Oberkirchen lebt.

Die Person

Seit Antonio Pisasale in Deutschland ist, verdient er sein Geld mit Eis. Begonnen hat er im Eiscafé „Cortina“ am Schützenplatz in Schmallenberg, danach arbeitete er zwei Jahre lang in Lennestadt-Altenhundem, woraufhin er sich 1979 selbstständig gemacht hat: zuerst in Bestwig.

Anschließend führte er 27 Jahre lang ein Eiscafé in Hallenberg. Dabei wurde er immer unterstützt von seiner Frau Gabriela und später auch von Tochter Daniela. Auch seine Enkelkinder freuen sich, wenn „Nonno“ für sie ein Eis macht – mit Smartie-Gesicht natürlich.

Die Idee

Die sizilianische Familie sehnte sich nach all den Jahren in Hallenberg zurück nach dem Schmallenberger Sauerland. Da „Toni“, so wird Antonio Pisasale eigentlich von allen genannt, schon immer als Eiswagenfahrer unterwegs war, machte sein Schwager ihm ein Angebot: „Ich mache Dir eine kleine Küche zum Eis herstellen fertig, kümmere Du dich um einen Eiswagen.“ So zog der große weiße Sprinter ziemlich schnell bei der Familie in die Garage ein und wurde nach und nach im Stadtgebiet bekannt als „Tonis Eismobil“.

Die Arbeit

Antonio Pisasale bezeichnet sich selbst als „Saisonarbeiter“. Denn sein Eismobil ist ungefähr acht Monate im Jahr auf den Straßen unterwegs. Sein Tag fängt dann früh an: In der Küche stellt er das Eis her. Erdbeere, Vanille, Schokolade… „Es ist für jeden etwas dabei, auch ausgefallenere Geschmacksrichtungen wie Tropical oder Cookies-Eis.“ Er selbst isst am liebsten Haselnusseis. Außerdem denkt er sich für jede Saison eine besondere Überraschung aus, er ist eben mit ganzem Herzen bei der Sache.

Deshalb findet er es auch nicht schlimm, dass er bei gutem Wetter keinen freien Tag hat. An manchen Tagen hat er so viele Termine, dass er manche Anfragen sogar absagen muss. Das mache er aber nur sehr ungern und so könne es schon mal sein, dass ein Arbeitstag bei ihm nicht vor 20 Uhr endet. Meistens fährt Antonio Pisasale eine feste Route ab: Von Nordenau bis Lenne ist alles dabei.

Aber auch zu besonderen Festen wird er bestellt, um die Leute dort mit seinem Eis zu versorgen. So war der 65-Jährige schon auf verschiedenen Hochzeiten, Sportfesten, Schul- oder Firmenveranstaltungen und Geburtstagen mit seinem Mobil unterwegs. „Mich freut es genauso dort bekannte Gesichter zu sehen, wie auch neue Leute kennenzulernen. Das ist das was meinen Job für mich ausmacht“, erklärt der Eisverkäufer mit einem Lachen.

Die Erlebnisse

Besonders freut es Antonio, wenn ihn die Leute aus seiner damaligen Zeit als Eiswagenfahrer für das Eiscafé Cortina wiedererkennen – oder wenn Kleinkinder, die nicht mal richtig sprechen können, ihn angucken und freudig rufen „Honi, Honi! Eis!“. In besonderer Erinnerung ist ihm jedoch ein Kunde geblieben, der einen „Bananenbecher ohne Bananenscheiben“ bestellt hat. „Das sind dann nur noch drei Kugeln Eis mit Sahne!“ erklärt er mit einem Grinsen im Gesicht.

Antonia Pisasale erzählt allgemein nur von positiven Erlebnissen mit den Menschen aus dem Schmallenberger Raum und betont abschließend noch einmal, dass er sich „noch nie irgendwo so wohl gefühlt hat, wie in Oberkirchen.“

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