Serie

Eine Oase, die an der B7 in Bestwig niemand erwartet

Der neue Lieblingsplatz im Garten von Ute und Peter Andreas ist dieser Pavillon. Zuvor war hier noch ein kleiner Teich.

Der neue Lieblingsplatz im Garten von Ute und Peter Andreas ist dieser Pavillon. Zuvor war hier noch ein kleiner Teich.

Foto: Frank Selter

Bestwig.   Wohl niemand erwartet hinter einem Haus direkt an der B7 in Bestwig eine solche Idylle, wie sie sich Ute und Peter Andreas geschaffen haben.

Es sind nur wenige Meter, die diese Idylle von all den Brummis und Autos trennt, die Tag für Tag über die B7 brettern. In jahrelanger liebevoller Arbeit haben sich Peter und Ute Andreas in Bestwig eine traumhafte Oase der Ruhe jenseits des Verkehrslärms geschaffen.

Der Gang über den Rasen vorbei an den beiden Kugelbäumchen, ist wie der Eintritt in eine andere Welt. Romantisch. Verspielt. Traumhaft schön. Und vor allem ruhig. Hier hört man sogar wieder die Vögel zwitschern - vor dem Haus ist das undenkbar.

Damals Wildnis und Wiese

Peter Andreas erinnert sich noch genau, wie der Garten ausgesehen hat, als er mit seiner Frau 1981 in das Haus an der Bundesstraße gezogen ist: „Wildnis und Wiese“, sagt er und schmunzelt. Es habe eine Buchsbaum-Hecke und ein paar Obstbäume gegeben. Das war’s. „Weil wir es eher romantisch und verspielt mögen, war schnell klar, dass dieser Garten nicht so bleiben wird“, sagt Peter Andreas.

Also habe er gemeinsam mit seiner Frau erst einmal Struktur reingebracht. Einen Profi haben sie sich dafür nicht kommen lassen. Entstanden ist die Idylle ausschließlich in eigener Handarbeit.

„Uns macht das einfach Spaß“, sagt Ute Andreas. Sie ist im Garten für den Feinschliff zuständig, wie etwa den Formschnitt – ob bei der Eibe mit ihren drei Kugeln unterhalb der Terrasse, den Kugelbäumchen, die wie ein Tor in den Garten anmuten oder all den Buchsbaumkugeln in den Beeten.

Überschaubarer Pflegeaufwand

Auf die Eibe ist Ute Andreas besonders stolz. Zehn Jahre lang gezüchtet und geschnitten, hat das Bäumchen inzwischen eine stattliche Größe angenommen. 650 Quadratmeter, so schätzt Peter Andreas, wird der Garten wohl groß sein. Ganz genau hat er das nie ausgerechnet. Bei aller Liebe zur Gartenarbeit haben die beiden immer darauf geachtet, dass der Pflegeaufwand überschaubar bleibt: So sind die Beete mit Rindenmulch abgedeckt und ordentliche Rasenkantensteine verlegt, die Peter Andreas das Mähen erleichtern.

Rund zehn Stunden in der Woche werden es in den Sommermonaten wohl sein, die Peter und Ute Andreas mit Gartenarbeit verbringen. Damit bleibt aber immer noch genügend Zeit, das Paradies auch zu genießen. Dafür haben sich die beiden vor einiger Zeit ein neues Lieblingsplätzchen geschaffen - mit einem Pavillon. „Hier kann man es auch aushalten, wenn sich auf unserer Terrasse die Hitze staut“, sagt Ute Andreas.

Über all die Jahre hat sich der Garten immer wieder verändert: Dort etwa, wo heute der Pavillon steht, war zuvor noch ein kleiner Teich mit Seerosen. „Den haben wir weggemacht, weil er uns zu viele Mücken angelockt hat“, erklärt Peter Andreas. Um die Libellen, die seitdem fehlen, sei es allerdings ein bisschen schade.

Nächste Veränderung in Planung

Und die nächste Veränderung ist bereits in Planung: Das kleine Eckchen Nutzgarten, in dem im Moment unter anderem noch Kartoffeln, Salat und Zwiebeln wachsen, soll durch eine Wildblumenecke ersetzt werden. Große Veränderungen sind allerdings nicht mehr geplant. „Man kann schon sagen, dass wir mit unserem Garten heute dort angekommen sind, wo wir immer hinwollten“, sagen Peter und Ute Andreas unisono.

Rostige und dekorative Metallelemente sorgen in der Idylle ebenso für eine ganz besondere Atmosphäre wie Charlotte. So haben die Andreas’ die große Steinfrau mit ihrem Wasserkrug genannt, die sie vor ein paar Jahren aus dem Urlaub in Südtirol auf der Rückbank ihres Autos mit ins Sauerland gebracht haben. Heute wacht Charlotte mitten im Garten über die grüne Idylle, die nie einfach nur grün ist. „Irgendwo blüht hier immer etwas“, sagt Ute Andreas. Rosen, Fleißige Lieschen, Hortensien, Petunien, Fingerhut, Vergissmeinnicht, Glockenblumen oder Enzian sorgen für die entsprechenden Farbtupfer und machen das Gartenparadies zu dem, was es sein soll: Zu einem Ort, an dem der Verkehrslärm der B7 in Vergessenheit gerät.

Saft und Gelee

Aus den Früchten ihrer Brombeerhecke produzieren Peter und Ute Andreas ihren eigenen Saft und Gelee. Und auch die Johannisbeeren landen später als Gelee auf dem Brötchen.

Auch Apfelbäume wachsen in dem schönen Garten hinter dem Haus an der B7.

Möglicherweise gesellen sich bald noch ein Pflaumenbaum und ein Kirschbaum dazu, deren Anpflanzung Peter Andreas aktuell in Erwägung zieht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben