Hilfsorganisation

Elena Kieserling aus Oberhenneborn zieht Zähne in Madagaskar

Elena Kieserling (Mitte hinten) geht zusammen mit ihrer Chefin, Zahnärztin Dr. Therese Nordmann (rechts) und ihrer Kollegin Stefanie Wagner nach Madagaskar, um dort eine zahnärztliche Grundversorgung zu leisten.

Elena Kieserling (Mitte hinten) geht zusammen mit ihrer Chefin, Zahnärztin Dr. Therese Nordmann (rechts) und ihrer Kollegin Stefanie Wagner nach Madagaskar, um dort eine zahnärztliche Grundversorgung zu leisten.

Foto: Privat

Oberhenneborn.  Elena Kieserling aus Oberhenneborn reist als Zahnarzthelferin für zwei Wochen nach Madagaskar. Ihre Praxis sucht noch Unterstützer.

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Zahnarzthelferin Elena Kieserling reist vom 26. Mai bis zum 13. Juni mit ihrer Chefin, einer Kollegin - und unterstützt von der Hilfsorganisation Planet Action - nach Madagaskar. Dort werden die Menschen Schlange stehen, um sich von ihren Zahnschmerzen erlösen zu lassen. Die 20-jährige Oberhennebornerin freut sich auf das Abenteuer, hat aber auch Respekt vor der Aufgabe.

Was wird für Sie die größte Herausforderung sein?

Elena Kieserling: Die hygienischen Zustände und die Arbeitsbedingungen allgemein. Wir werden zum Beispiel keinen Sterilisator haben, stattdessen werden die Geräte abgekocht. Es kann auch sein, dass wir Patienten einfach auf einen Tisch legen, um sie zu behandeln. Aber auch die Verständigung stelle ich mir schwierig vor.

Wie bereiten Sie sich darauf vor?

Landessprache ist Französisch, das spricht aber nur die gebildete Bevölkerung. Wir werden vermutlich überwiegend mit Menschen zu tun haben, die Malagasy sprechen. Von der Organisation haben wir eine Liste mit den wichtigsten Begriffen und Fragen bekommen; die lernen wir jetzt. Außerdem werden uns vor Ort Dolmetscher begleiten.

Wer organisiert das?

Zunächst sind wir in der Hauptstadt Antananarivo, dort wird der Dolmetscher von der Organisation vermittelt. In dem kleinen Dorf Ambalavao, in dem wir in der zweiten Woche unseres Aufenthalts sind und in dem zuvor noch kein Ärzte-Team von Planet Action war, organisieren wir den Dolmetscher selbst. Planet Action trägt aber die Kosten. Flüge und Unterkünfte organisieren und zahlen wir selbst und wir nehmen ganz regulär Urlaub für die Reise.

Haben Sie vor Ort denn die passende Ausrüstung?

In der Hauptstadt hat Planet Action bereits eine Anlaufstelle aufgebaut, wo Instrumente und Geräte vorhanden sind. Dennoch gibt es im Vorfeld einiges selbst zu organisieren. Material und Medikamente bringen wir aus Deutschland mit. Wir müssen diese für den Flug anmelden und den Transport vor Ort klären. Wir sammeln Spenden und machen Werbung für unser Projekt. Zuerst hat mich das erschlagen, aber mittlerweile macht es richtig Spaß.

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen?

Ich arbeite zurzeit in Bonn und habe sehr junge Chefs. Dr. Torben Steinberg und Dr. Therese Nordmann haben einen Existenzgründerwettbewerb gewonnen und da kam die Frage auf: Was machen wir mit dem Preisgeld? In einem Zeitungsartikel sind sie auf die Organisation Planet Action aufmerksam geworden – für diese gute Sache wollten wir spenden. Und dann haben wir ein bisschen herumgesponnen: Wie wäre es, wenn wir selbst hinfliegen…

Mit Madagaskar verbindet man in erster Linie ein spannendes Reiseziel und eine beeindruckende Natur, nicht unbedingt ein armes Land – ging Ihnen das auch so?

Ich wusste, dass Madagaskar eine große Insel im indischen Ozean ist und östlich von Mosambik liegt, viel mehr nicht. Für uns war direkt klar, dass wir nach Madagaskar geschickt werden, daraufhin habe ich einiges gelesen. Für viele Familien stellt sich die Frage, ob sie eine Zahnbürste oder lieber fünf Fische kaufen…

Haben Sie Angst vor den Bildern, die Sie sehen werden?

Nein, aber großen Respekt. Auf der Internetseite der Organisation gibt es beeindruckende Erfahrungsberichte und viele Fotos – da kriegt man eine ganz gute Vorstellung. 80 bis 90 Prozent unserer Arbeit am Patienten wird darin bestehen, Zähne zu ziehen. Eine ganz wichtige Aufgabe wird auch die Aufklärung sein. Wir werden Zahnbürsten und Zahnpasta verteilen, erklären, wie man putzt und warum das so wichtig ist.

Worauf freuen Sie sich besonders?

Auf die neuen Erfahrungen und darauf, dass man wirklich helfen und etwas bewegen kann. Nicht zuletzt auf den Austausch im Team; drei weitere Zahnärzte gehören dazu.

>>>>HINTERGRUND

Die Hilfsorganisation Planet Action wurde im April 2016 als gemeinnütziger Verein von zwei Zahnärztinnen gegründet.

Aufgabe ist u.a. die zahnärztliche Nothilfe in Entwicklungsländern.

Info unter: www.planet-action.de

Spenden für den Verein und konkret für den Einsatz von Elena Kieserling und Team: Raiffeisenbank Aschaffenburg eG, IBAN: DE26 7956 2514 0007 5301 88, Verwendungszweck: 05/18 Madagaskar

Das Team ist dankbar um jede Spende, denn es werden immer noch Materialien wie Anästhesie und Handschuhe benötigt.

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