Bildung

Eltern klagen über stinkende Toiletten an Schule in Meschede

 Eingang der Städtischen Realschule in Meschede.

 Eingang der Städtischen Realschule in Meschede.

Foto: Ilka Trudewind

Meschede.   Veraltete Toiletten, Klopapier unter Verschluss: Eltern verärgert über Ausstattung an Städtischer Realschule. Nicht der einzige Grund für Ärger.

Eltern beklagen die Ausstattung der Städtischen Realschule. „Wir haben das Gefühl, in der Warteschleife zu stecken“, sagen Marion Jentzsch, Vorsitzende der Schulpflegschaft, und Anja Steinrücken,

stellvertretende Klassenpflegschaftsvorsitzende, im Gespräch mit dieser Zeitung. Während in die umliegenden Schulen investiert würde, jüngst wurden die Sanierung der Walburga-Hauptschule beschlossen und die Turnhalle des Gymnasiums saniert, bleibe die Realschule auf der Strecke. Mit 450 Schülern immerhin die drittgrößte Schule im Stadtgebiet. Auch ein Ortstermin mit Bürgermeister Christoph Weber verlief nach ihren Worten mehr als unglücklich. Hier soll das Wort „Blagen“ gefallen sein.

Bei diesem Termin ging es um die veralteten Toiletten in der Realschule.

Der Abschlussjahrgang 2018 hatte zuvor Unterschriften gesammelt, um die Sanierung zu beschleunigen. „Der Bürgermeister hat sich die Toiletten noch nicht einmal angeschaut, sondern nur einen Ordner mit Fotos gezeigt“, ärgert sich Jentzsch. Die Eltern sind sauer. „Wir bekommen immer zu hören, dass kein Geld da ist, und dann gibt es plötzlich 15.000 Euro für das Gymnasium der Benediktiner.“ Auch die Nachricht darüber, dass 200.000 Euro in den Rathausvorplatz investiert wurden, stimmt die Eltern nicht gerade versöhnlich. „Wie wäre es, wenn dieses Geld in die Schulen statt in einen Aufzug gesteckt würde?“, so Marion Jentzsch.

Toiletten

In der Schule gibt es zwei Toilettenanlagen. Die neu sanierten Außentoiletten (Steinrücken: „Die sind wirklich in Ordnung.“) sind nur in den Pausen geöffnet. Die andere befindet sich im Gebäude. Zwei Toiletten für die Mädchen und eine Toilette und zwei Pissoirs für die Jungen. „Die Spritzwand ist zwar abgeschafft, die Fugen und die Fliesen sind aber noch die selben wie zur Eröffnung der Schule“, erklärt Jentzsch. Und damit 50 Jahre alt. Da könne man schrubben wie man wolle, der Geruch bleibe. Vor allem im Sommer. Das bestätigt auch Schulleiter Franz Stratmann. Jentzsch: „Die Toiletten müssen gemacht werden.“

Toilettenpapier

Ein weiteres Ärgernis: Das Klopapier. Wie auch am Städtischen Gymnasium wurden im Gebäude Papierautomaten angebracht, aus denen die Schüler einzelne Blättchen ziehen – sowohl als Klopapier als auch zum Abtrocknen der Hände. Die Verwaltung wollte so Verstopfungen verhindern, da die Hausmeister oft Klopapierrollen aus dem Abfluss ziehen mussten. Mit Erfolg. Jedoch tat sich nun ein anders Problem auf. Sowohl Schüler des Gymnasiums als auch der Realschule beschweren sich darüber, dass die Automaten häufig leer seien. Nach Informationen dieser Zeitung liegt es an der Realschule wohl daran: Das Klopapier wird in einem Raum aufbewahrt, zu dem nur der Reinigungsdienst einen Schlüssel hat. Weder Hausmeister noch Schulleiter haben Zugang. Wenn das Papier morgens aus ist, bleibt das bis nachmittags so. Erst dann kommt der Putzdienst. Gleiches gilt für Putzmittel. Wenn sich beispielsweise ein Schüler übergibt, müssen die Lehrer improvisieren, weil sie keinen Zugang zu Putzlappen und -mittel haben. Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte die Stadt Meschede, sie könne dazu kurzfristig keine Stellungnahme abgeben.

Tonlage

Sauer stößt den Eltern auch die angebliche Wortwahl des Bürgermeisters auf. Zum Ortstermin mit Schulleitung, Fachbereichsleitung und Schulpflegschaft brachte Bürgermeister Weber Fotos mit, die den Zustand der Toiletten dokumentieren sollten. Hierbei, so bestätigten Zeugen, soll Bürgermeister Weber von „Blagen“ gesprochen haben. Die Eltern ärgern sich über die Wortwohl des Bürgermeisters und fühlen sich nicht ernst genommen. Weber weist die Kritik entschieden von sich. „Das waren ganz sicher nicht meine Worte“, sagte er auf Nachfrage.

Vorbild

„Wir möchten die Schule nicht schlecht machen“, sagt Marion Jentzsch. Das Gegenteil sei der Fall: „Unsere Kinder fühlen sich an der Schule wohl und auch mit der Arbeit der Lehrer sind wir zufrieden.“ Für manche Dinge müsse man sich jedoch einsetzen, um den Kindern ein Vorbild zu sein.

3 Millionen Euro für Walburga-Hauptschule

  • Die St.-Walburga-Hauptschule am Schederweg soll nun doch saniert werden – und zwar während des laufenden Unterrichts.
  • Ein Umzug der Hauptschule vom Schederweg in die Gebäude der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft an Klocken Kapelle ist vom Tisch, da die Sanierung der Walburga-Hauptschule die kostengünstigste Lösung ist.
  • Bislang war wegen der ungewissen Zukunft dieser Schulform nur noch in den Erhalt investiert worden. Kosten: Voraussichtlich drei Millionen Euro. Beginnen soll die Sanierung 2019 mit dem oberen Gebäude, 2020 folgt das untere.
  • Etwa die Hälfte dieser Kosten soll an Zuschüssen durch das „Kommunalinvestitionsförderungsgesetz“ gedeckt werden.

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