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Endlich fliegen! Klarträume führen in eine andere Welt

Bin ich es wirklich oder ist es nur ein Traum?    

Bin ich es wirklich oder ist es nur ein Traum?    

Foto: Lisa GOncalves

Klarträume: was sie sind, wie man sie erkennt und wie man sie steuert. Das beschreibt unser Druckreif-Autor.

Du wolltest schon immer mal fliegen und auf diese Weise um die Welt reisen? Geht nicht, würden die meisten von uns sagen. Geht doch, im Klartraum. In diesen sogenannten „luziden“ Träumen ist es dem Schlafenden möglich, die Kontrolle über die Geschehnisse und Handlungen während seiner Schlafphase zu erlangen. Die Grenzen liegen bei erfahrenen Klarträumern allein in ihrer Vorstellungskraft. Wer viel übt, kann also auch das Fliegen erlenen - natürlich nur im Schlaf.

Wer kann das?

Klarträumen kann eigentlich jeder, mehr als jeder Zweite hat diesen Zustand auch schon erlebt. Ein deutlich geringerer Teil erlebt ihn regelmäßig, oder kann ihn sogar beeinflussen. Für letzteres ist meistens allerdings hartes Training erforderlich. Während der REM-Phase erlebt der durchschnittliche Mensch etwas fünf bis sechs ausgiebige Träume. Genug Zeit also, um in den Klartraum zu gelangen.

Beweise

Für jemanden, der diese Erfahrung noch nie gemacht hat, scheint es schwer verständlich, wie man während des Traumes in eine andere Welt abtauchen kann. Die meisten erinnern sich am nächsten Morgen ja nicht einmal an das, was sie im Traum erlebt haben. Wissenschaftlern schafften es allerdings schon vor vielen Jahrzehnten, Klarträume nachzuweisen. So sprachen sie mit Probanden im Schlaflabor eine bestimmte Reihe von Augenbewegungen ab, die diese während ihres luziden Traumes ausführten. Die Augenmuskulatur funktioniert nämlich trotz der Schlafphase.

Möglichkeiten

Während der bewussten Traumphase eröffnen sich auch abseits der vielen Abenteuer einige Möglichkeiten. Sportlern z.B. ist es möglich, gewisse Wettkampfabläufe wie den Start im Traum noch mehrere Male durchzugehen und das Erprobte dann in die Realität umzusetzen. Der große Vorteil: Im Traum gibt es keinen Stress für den Schlafenden. In den entscheidenenden Situationen im Alltag kann man dadurch häufig selbstbewusster und entspannter auftreten.

Tipps

Wer fleißig übt, kann auch selbst zum Klarträumer werden. Zuerst einmal sollte man ein kritisches Bewusstsein darüber erlangen, was im eigenen Traum passiert. Die beste Vorbereitung beginnt jedoch schon in der Wachphase. Immer wieder sollte man sich in seinem Alltag die Frage stellen, ob das Erlebte real ist, meistens hilft ein kleines Zwicken in den Arm. Wendet man diese Technik dann auch im Traum an und verspürt keinen Schmerz, weiß man sofort, dass das Erlebte nicht echt ist. Für eine bewusste Steuerung des Traumes bedarf es aber ein wenig Übung. Wer das schon beim ersten Mal versucht, wacht meistens direkt auf und hat am Ende nichts von seinem Glück.

Meine Erfahrung

Auch ich gehöre zu den Glücklichen, die regelmäßig Klarträume erleben und sogar steuern können. Ganz leicht in Worte zu fassen, ist dieses Gefühl allerdings nicht. Meinen ersten luziden Traum erlebte ich schon vor einiger Zeit, seitdem wurde ich neugieriger. Umso häufiger ich mich vor dem Schlafengehen darauf konzentrierte, klar zu träumen, desto häufiger hatte ich auch Erfolg. Was ich erlebe? Eigentlich alles, was ich mir vorstellen möchte, auch das Fliegen. Die Steuerung des Traumes ist jedoch nicht immer leicht. Kommt es zu aufregenden Situationen im Traum, muss die Konzentration darauf gelegt werden, nicht aufzuwachen, das Erlebte wirkt zeitweise verschwommen. Neulich wachte ich auf, weil mir ein Bär in den Fuß biss, auch wenn das absurd klingt. Anstatt ihn in die Flucht zu schlagen, war der Traum für mich beendet.

Fazit

Wer die Erfahrung noch nie gemacht hat, sollte auf jeden Fall den Versuch wagen. Mit ein bisschen Übung sollte es jeder schaffen, in den Klartraum zu gelangen. Wichtig ist, nicht die Geduld zu verlieren, denn nach einem Tag Training wird man sicherlich kein Meisterträumer. Viel Spaß denjenigen, die bald fliegen.

>>>HINTERGRUND

In Klarträumen oder luziden Träumen wird dem Schlafenden bewusst, dass er sich gerade im Traum befindet.

Meistens finden diese Träume während des REM-Schlafes statt. Dabei steht REM für „Rapid Eye Movement“, der Phase, in der am meisten geträumt wird.

Der Betroffene fragt sich in diesen Situationen meist selbst, ob die erlebte Situation real ist oder eben nur „erträumt“.

Das lässt sich im Schlaf durch ganz einfache Tests herausfinden. Wer sich etwa die Nase zuhält und trotzdem weiteratmen kann, erkennt, dass er klarträumt.

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