Tiere

Ententeich in Eslohe droht durch Brotreste zu kippen

Erwünscht ist das nicht - aber wer möchte es verbieten? Natürlich kommen die Enten aus ihrem Teich im Esloher Kurpark, wenn sie mit Brotresten gefüttert werden. Das schafft allerdings Probleme mit der Wasserqualität.

Erwünscht ist das nicht - aber wer möchte es verbieten? Natürlich kommen die Enten aus ihrem Teich im Esloher Kurpark, wenn sie mit Brotresten gefüttert werden. Das schafft allerdings Probleme mit der Wasserqualität.

Foto: Gudrun Schulte

Eslohe.  Zu viele Enten sorgen im Teich des Esloher Kurparks für Probleme. Die Gemeinde tut etwas dagegen. Auch ein Hecht war in der Vergangenheit aktiv.

In Eslohe ist der Ententeich im Kurpark wieder gesäubert worden. Zuvor hatten sich auch in unserer Redaktion Besucher gemeldet, die den Zustand kritisiert hatten. Der Teich werde allerdings regelmäßig vom Bauhof der Gemeinde gesäubert, betont Bürgermeister Stephan Kersting auf Anfrage. Zuletzt wurde das Wasser von Algen gereinigt, die sich bei dem warmen Temperaturen stark entwickelt hätten. Auch das Wasser werde immer wieder abgelassen und erneuert.

Für das Problem mit der Sauberkeit sorgen letzten Endes die Besucher selbst: Durch das Füttern der wilden Enten, die sich angesiedelt haben. Essensreste versickern im Wasser, zersetzen sich und verdichten das Wasser. Das Füttern ist eigentlich untersagt, es hält sich aber kaum jemand daran. Kontrollieren möchte der Bürgermeister das auch nicht: Da gebe es wichtigere Aufgaben, sagt er.

Hecht vertrieb Enten

Der Bürgermeister kennt das Problem: „Es gibt einen Überbesatz mit Enten im Teich.“ Wenn die Mitarbeiter des Bauhofes zur Reinigung anrücken, werden die Enten gleich mit verscheucht: „Wir machen es den Enten unangenehm.“ Das geschieht auch regelmäßig, die Tiere verschwinden dann über die Essel – allerdings ist das meistens nicht von langer Dauer, und die Enten kehren doch zurück zu ihrer Futterstelle. Zuletzt hatten sich auch Gänse am Teich niedergelassen. Auch sie sind vom Bauhof gleich mit verscheucht worden.

Beeindrucken ließen sich die Enten in der Vergangenheit übrigens durch einen Unbekannten, der im Teich einen Hecht ausgesetzt hatte: Wegen des Raubfisches suchten sie tatsächlich das Weite.

Lieber Futter aus Fachhandel nehmen

Klaus Pehle, Vorsitzender des Tierschutzvereines im Hochsauerlandkreis, kann es gut verstehen, wenn ältere Menschen oder Kinder Enten füttern: „Die meisten machen das ja aus Tierliebe. Hier und da mal ein Krümel schadet auch nicht.“ Das Problem entstehe, wenn die Fürsorge übertrieben werde: „Die Leute denken, sie müssten die Enten satt füttern. Das muss man aber nicht.“ Er weiß von anderen Tierschutzvereinen landesweit, dass dieses Problem an Ententeichen überall bestehe. Es wird zuviel Brot hineingeworfen, das Wasser verdreckt, irgendwann kippe ein Teich dann biologisch um.

Der Mescheder empfiehlt, Schilder aufzuhängen, die im Umgang mit Enten aufklären und immer die Folgen informieren. Er rät dazu, statt Brotresten lieber schwimmfähiges Futter aus dem Fachhandel zu verwenden, wenn Enten gefüttert werden sollten – und auch das nur in kleinen Portionen. Enten nehmen Futter immer in Verbindung mit Wasser auf.

>>>HINTERGRUND<<<

Tier- und Naturschützer empfehlen, Futter immer am Ufer auszulegen, damit es n icht das Gewässer verschmutzt. Nach der Fütterung sollten die Reste aufgesammelt werden. Verschimmeltes Futter schadet den Tieren: Es gehört in den Bio-Müll.

Brot oder Gebäck lässt den Magen aufquellen und enthält zu viel Salz oder Zucker. Enten verlieren durch die Fütterung die Scheu vor Menschen. Dadurch wiederum können sie leicht Opfer von Straßenverkehr oder von Hunden werden.

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